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Tourismus

Neuer Streik der Lufthansa-Piloten am Dienstag

Der Dauer-Tarifstreit bei der Lufthansa verschärft sich weiter. Die Piloten rufen zur fünften Streikwelle auf, ohne versprochene Details zu ihren Übergangsrenten abzuwarten.
Reisende müssen sich am Dienstag auf einen erneuten Streik der Lufthansa-Piloten einstellen.

Reisende müssen sich am Dienstag auf einen erneuten Streik der Lufthansa-Piloten einstellen.

© Peter Kneffel

Frankfurt/Main.  Im Fokus diesmal: Flüge auf der Langstrecke.

Erneute Geduldsprobe für Flugreisende: Bereits zum fünften Mal in diesem Jahr wollen die Piloten der Lufthansa streiken. Am Dienstag (16. September) sind Langstreckenflüge von Frankfurt aus betroffen. Die

Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) rief ihre Mitglieder dazu auf, zwischen 9.00 und 17.00 Uhr die Arbeit am größten deutschen Airport niederzulegen. Laut Flugplan fallen gut 40 Verbindungen in diese Zeit, weitere Flüge könnten im Anschluss wegen der gestörten Abläufe zudem ausfallen. Genauere Details wollte die Lufthansa mit einem

Ersatzflugplan nennen, der im Laufe des Montagnachmittags veröffentlicht werden sollte.

 

Die Fluggesellschaft reagierte mit scharfen Worten auf die neuerliche Streikdrohung im Konflikt um die Übergangsrenten der gut bezahlten Piloten. Es sei ungeheuerlich, dass die VC die angekündigten Konkretisierungen des Unternehmens zu seinem Verhandlungsangebot nicht abgewartet habe, erklärte ein Sprecher in Frankfurt. "Die VC hat jegliches Maß verloren. Ihr Ziel ist eindeutig der Fluggast."

VC-Sprecher Jörg Handwerg wies den Vorwurf zurück. "Konkretisierung heißt doch im Klartext "Ihr habt es noch nicht richtig verstanden". Wir haben aber sehr wohl verstanden, was Lufthansa von uns will." Die Pilotenschaft sei nicht bereit, ihre Übergangsversorgung der Dividendenpolitik des Unternehmens zu opfern.

Bei den angekündigten Details handele es sich um den Versuch des Managements, die Öffentlichkeit gegen die Piloten aufzubringen und einen Keil in die Belegschaft zu treiben, sagte Handwerg. Lösungen würden aber nicht in der Öffentlichkeit, sondern am Verhandlungstisch gefunden.

Zum Mittag veröffentlichte Lufthansa komplexe Berechnungsgrundsätze, nach denen die einzelnen Piloten nach dem neuen Modell in den Vorruhestand treten könnten. Von ihren grundsätzlichen Forderungen nach einem späteren individuellen Eintritt sowie einer Anhebung des Durchschnittsalters der Übergangsrentner wich die Lufthansa laut ihrer Mitteilung aber nicht ab.

Die Pilotengewerkschaft will die Übergangsversorgung auf dem heutigen Stand beibehalten. Derzeit gehen die rund 5400 Piloten und Co-Piloten im Schnitt mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand - also sechs Jahre vor dem Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze. Europas größte Airline strebt auch wegen der hohen Kosten an, dass die Piloten künftig im Durchschnitt erst zwei Jahre später, also mit 61 Jahren, in den Vorruhestand gehen.

Hintergrund des Arbeitskampfes ist auch die ablehnende Haltung der VC gegen weitere konzerninterne Billigfluggesellschaften.

Der für Dienstag in Frankfurt geplante Streik ist bereits die fünfte Welle in der härtesten Tarifauseinandersetzung der Lufthansa-Geschichte. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport zeigte sich vorbereitet, falls am Flughafen Umsteiger stranden sollten. Falls sie nicht über ein Schengen-Visum verfügen, müssten sie im Terminal übernachten.

Erst am vergangenen Mittwoch hatte die VC das nach Frankfurt zweitgrößte Drehkreuz der Lufthansa in München bestreikt und 140 Europa-Flüge ausfallen lassen.

Seit April hat die VC in vier Streikwellen bei Lufthansa und ihrer Tochter Germanwings rund 4300 Flüge ausfallen lassen, die Reisepläne von über 480 000 Menschen durcheinandergebracht und dem Unternehmen Millionenverluste eingebracht. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte aber gesagt, aus seiner Sicht griffen die Streiks nicht so wie geplant.

Bahnreisende dürften unterdessen in den kommenden Wochen vorerst von weiteren Warnstreiks verschont bleiben. Die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sind zu einer Urabstimmung über neue Streiks aufgerufen, die Stimmen sollen am 2. Oktober gezählt werden. Bis dahin soll es laut GDL keine weiteren Warnstreiks geben.

dpa


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