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Tourismus

Mehr als Orte der Trauer: Friedhöfe locken Touristen an

Friedhöfe wie der in Hamburg-Ohlsdorf waren lange Orte, an denen sich niemand länger als nötig aufgehalten hat. Das hat sich geändert: Viele Friedhöfe sind zu regelrechten Pilgerstätten geworden und bei Touristen äußerst beliebt. Eine Auswahl.
Friedhöfe locken viele Touristen an. Sie sind in vielen Städten echte Sehenswürdigkeiten.

Friedhöfe locken viele Touristen an. Sie sind in vielen Städten echte Sehenswürdigkeiten.

© dpa-infografik

Düsseldorf. Touristen besuchen in vielen Städten vor allem Paläste, Kirchen und andere bedeutende Bauwerke, die in jedem Reiseführer stehen. Aber Friedhöfe? Durchaus. Ruhestätten für Tote sind nicht bloß Orte für Angehörige Verstorbener - sondern oft auch beliebte

touristische Ziele.

Das gilt vor allem, wenn auf ihnen berühmte Persönlichkeiten begraben liegen. "Viele Friedhöfe haben sich im Laufe der Jahrhunderte zu regelrechten innerstädtischen Parkanlagen und Pilgerstätten entwickelt", sagt Rolf Lichtner vom Bund Deutscher Bestatter.

Einst lagen die Friedhöfe außerhalb der städtischen Bebauung - heute liegen sie oft zentral und sind in die Stadt integriert. Diese sechs bedeutenden Friedhöfe in Europa sind in jedem Fall einen Besuch wert:

Friedhof Ohlsdorf: Der

Friedhof Ohlsdorf in Hamburg ist der größte Parkfriedhof und mit rund 391 Hektar Grundfläche auch der viertgrößte Friedhof der Welt. Im Schatten von 450 Laub- und Nadelgehölzarten wurden hier seit der Eröffnung im Jahr 1877 rund 1,4 Millionen Menschen beigesetzt. Rund 4700 weitere kommen jedes Jahr hinzu. Unter anderem liegen auf dem Friedhof der Schriftsteller Wolfgang Borchert, der Schauspieler Heinz Erhardt und der Physiker Heinrich Hertz begraben.

17 Kilometer Straßennetz befinden sich auf dem Grundstück des Friedhofes, eine eigene Buslinie erschließt das Areal. Neben einem Museum befindet sich auf dem Friedhof ein Beratungszentrum. Von dort aus werden Führungen über den Friedhof angeboten.

"Die Nachfrage ist sehr groß und in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen", sagt Friedhofssprecher Lutz Rehkopf. Der Ohlsdorfer Friedhof sei zu einem wichtigen touristischen Ziel in Hamburg geworden. Das ist nicht immer so gewesen: "Lange war der Friedhof eine Tabuzone und wurde von vielen gemieden", sagt Rehkopf. Mittlerweile gibt es sogar Konzerte sowie Theater- und Filmvorführungen auf dem Parkfriedhof.

PéreLachaise: Der

Père Lachaise in Paris ist der größte und zugleich auch bekannteste Friedhof der Stadt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde er errichtet - als Ersatz für viele kleinere Friedhöfe, die damals geschlossen werden mussten.

Tagsüber ist es auf dem Friedhof für Pariser Verhältnisse sehr still. Breite Straßen durchziehen die Parkanlage, an ihren Rändern stehen die Gräber aus Granit und Marmor. Viele von ihnen sind mit der Zeit verfallen - ihre Überreste stehen aber noch immer. Rund zwei Millionen Besucher strömen jährlich auf die Anlage. Stars wie Edith Piaf, Frederic Chopin und Jim Morrison liegen hier begraben - ihre Gräber: eine Pilgerstätte.

Wiener Zentralfriedhof: Der

Wiener Zentralfriedhof wurde 1874 eröffnet - und zählt heute mit einer Fläche von fast 2,5 Quadratkilometern und rund 330 000 Grabstellen zu einer der größten Friedhofsanlagen Europas. 1863 beschloss der Wiener Gemeinderat die Errichtung eines großen Friedhofes außerhalb der Stadt, dessen Kapazitätsgrenze nie erreicht würde. Auf ihm sollten auch alle Wiener Toten eine Ruhestätte finden können.

Unter anderem liegen hier Musiker und Komponisten wie Ludwig van Beethoven, Udo Jürgens und Falco in Ehrengräbern und -hainen begraben. Mit seiner Jugendstil-Bauweise gehört der Friedhof zu einer der besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zweistündige Führungen bieten die Wiener Stadtwerke im April, Mai, Juni, September und Oktober bei Voranmeldung an.

Jüdischer Friedhof in Prag:

Der alte jüdische Friedhof in Prag ist mit einer Fläche von nur einem Hektar verhältnismäßig klein. Trotzdem liegen hier, mitten in der Prager Altstadt, die Gebeine von rund 100 000 Menschen begraben - aufgrund des Platzmangels in teilweise zwölf Schichten übereinander. Dicht an dicht drängen sich die teilweise seit dem 15. Jahrhundert existierenden Grabsteine. Lichtner erklärt die Enge so: "Da es im Getto keine Erweiterungsmöglichkeit gab, entspricht der Friedhof heute noch weitestgehend seinen historischen Ausmaßen."

Whitsby-Friedhof: Auf dem nordenglischen Whitsby-Friedhof spukt Graf Dracula - so steht es zumindest in Abraham Stokers gleichnamigem Roman von 1897 geschrieben. Der Vampir-Fürst soll dort auf einer Reise nach London an Land gegangen sein. Seitdem pilgern jedes Jahr unzählige Fans des Werks zum Friedhof in der Grafschaft Yorkshire. Auf einer Klippe liegt der Friedhof direkt am Meer, er umgibt die historische Kirche St. Mary. Teile des Gotteshauses stammen aus dem 11. Jahrhundert. Seit mehr als 100 Jahren werden auf dem alten Friedhof keine Toten mehr begraben - auch weil den Kirchhof immer wieder Erdrutsche in seiner Substanz bedrohen.

Insel San Cristoforodella Pace: Im Jahr 1804 ordnete der französische Kaiser Napoleon Bonaparte an, die Toten der Lagunenstadt Venedig zukünftig auf der Insel San Cristoforo della Pace zu bestatten und hier einen allgemeinen Friedhof zu errichten. Mauern wurden dazu um die Insel gezogen, ein monumentaler Eingang errichtet.

Doch schon bald wurde der Inselfriedhof zu klein. Deswegen wurde beschlossen, das Eiland mit der nahe gelegenen

Insel San Michele zu vereinen. Den Kanal, der die beiden Inseln trennte, schütteten die Bauherren einfach zu. Seitdem wurde die Friedhofsinsel immer wieder im Kleinen erweitert, sie misst heute 17,6 Hektar. "Dass eine ganze Insel zum Friedhof deklariert wurde, gibt es so kein zweites Mal", sagt Lichtner.

dpa


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