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Tourismus

Lüneburger Heide - Touristenziel dank Umweltkatastrophe

Rund 1,5 Millionen Besucher kommen jedes Jahr, wenn die Heide blüht. Imker stellen ihre Bienenvölker auf, Polizeireiter und Kutschen sind unterwegs. Das Idyll verdankt seine Entstehung einer ökologischen Katastrophe.
Touristen sollten die Faustregel für die Heideblüte kennen. Sie lautet: 8.8. bis 9.9.

Touristen sollten die Faustregel für die Heideblüte kennen. Sie lautet: 8.8. bis 9.9.

© Philipp Schulze

Unterlüß. Die Heideblüte ist zu riechen. "Ein schweres würziges Aroma liegt in der Luft", beschreibt es Rüdiger Quast. "Die Heide riecht schon jetzt nach Heidehonig", meint der Mitarbeiter der Forstverwaltung Rheinmetall in Unterlüß in Niedersachsen, während er schnuppert. Quast und seine Kollegen sind für die aufwendige Pflege der Heide zuständig.

Die Kulturlandschaft prägt die Region seit Jahrhunderten, doch sie entstand quasi durch eine Umweltkatastrophe: Durch die unkontrollierte Abholzung der Flächen, auch weil das Holz für die Lüneburger Salinen als Brennmaterial gebraucht wurde. Das genügsame Heidekraut war das einzige, dass auf dem ausgelaugten nährstoffarmen Boden gedeihen konnte. Heute gilt es, die Flächen als historische Kulturlandschaft zu erhalten. "Die

Lüneburger Heide verdankt ihre Entstehung in weiten Gebieten der Holznutzung durch den Menschen", erzählt Julia Hallmann von der Stiftung

Naturschutzpark Lüneburger Heide.

 

In diesem Jahr hat das warme und feuchte Wetter das Wachstum der Heide begünstigt. Nun blüht sie violett leuchtend. Früher als normal hat die Heideblüte aber nicht begonnen, sagt Forstverwaltungsmann Quast. Vielmehr sei es in den vorangegangenen Jahren erst verzögert los gegangen. Die Faustregel für die Heideblüte lautet: 8.8. bis 9.9..

Das Naturschauspiel ist bei Touristen beliebt, jedes Jahr kommen etwa 1,5 Millionen Besucher. Dann sind auch Polizeireiter im Einsatz. "Wir sollen vor allem darauf achten, dass die Touristen sich an die Regeln des Naturschutzes halten und nach dem Besuch heil zurückfinden", sagt Kommissarin Imke Zeitzem. Die 32-Jährige freut sich auf die kommenden Wochen, wenn sie mit Kollegin Janina Hiestermann auf "Goya" und "Jatho" unterwegs ist.

Das Mähen der Heide erledigen zum großen Teil Heidschnuckenherden. Auch das Abbrennen der Flächen wird seit Jahrhunderten praktiziert. Um den Flächen ihre charakteristische mosaikartige Struktur zu geben, die ausreichend Lebensräume für die Artenvielfalt schafft, wird immer nur ein Teil abgeflämmt. Feuerwehrleute schützen dann die Wacholderbäume, die typisch sind etwa für die Ellerndorfer Heide bei Uelzen.

Auch mehr als 30 Imker mit rund 800 Völkern wandern in den nächsten Wochen durch die Umgebung der Ellerndorfer Heide. Die etwa 75 Hektar große Fläche gehört zur Forstverwaltung Rheinmetall, die den Imkern einen Passierschein für den ihren Bereich ausstellt. "Nach dem Einwanderungstermin geht es los", erzählt Imker Hermann Hilmer aus Dreilingen. Die Bienen holen sich den Nektar und Pollen aus der Heide. Die Besucher der Heide merken davon nichts. Um die Bienen bei ihrer Arbeit nicht zu stören, bringt der Imker seine grünen Kisten hinter den unauffälligen Bienenzäunen ganz früh am Morgen aus. "Manchmal schwirrt es ein wenig mehr, wenn die Bienen in der Heide sind", sagt er.

dpa


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