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Reisen

Katalog oder Internet - Für die Reisebranche keine Frage

Sie werden in Millionenauflage gedruckt. Den Beginn einer neuen Ära sieht der Chef von DER Touristik Köln, Sören Hartmann. Das Unternehmen schafft bei seinem neuen, preisgünstigen Veranstalter Travelix den Reisekatalog ab.
Trotz vieler Reiseportale im Netz ist der Katalog für Reisebüro-Mitarbeiter und Kunden weiterhin sehr wichtig, so eine Sprecherin des DER.

Trotz vieler Reiseportale im Netz ist der Katalog für Reisebüro-Mitarbeiter und Kunden weiterhin sehr wichtig, so eine Sprecherin des DER.

© Roland Weihrauch

Frankfurt/Main. Köln, Sören Hartmann. Das Unternehmen schafft bei seinem neuen, preisgünstigen Veranstalter Travelix den Reisekatalog ab. Ist der gedruckte Klassiker der Urlaubsplanung in Zeiten von Internet und Online-Reiseportalen ein Auslaufmodell? Wie können die Veranstalter den äußerst heterogenen Wünschen der Urlauber und dem geänderten Buchungsverhalten gerecht werden?

Die Zeiten, in denen die Urlaubswünsche Sonnenhungriger weitgehend planbar waren, sind vorbei. Manche Urlauber wollen die schönsten Wochen des Jahres möglichst billig genießen und suchen nach Schnäppchen im Internet. Andere wollen den perfekt organisierten Familienurlaub mit passgenauen Angeboten und wieder andere möchten sich ihre Reise flexibel zusammenstellen. Für viele ist das weltweite Netz mittlerweile unverzichtbar bei der Urlaubsvorbereitung.

Online spielt für die Recherche einer Studie zufolge bei 80 Prozent aller Reisebuchungen eine Rolle. Während 2006 lediglich 41 Prozent der Befragten angaben, dass ihre Buchungen online beeinflusst waren, ist dies mittlerweile bei acht von zehn Reisen der Fall, so das Ergebnis einer 2013 vorgestellten repräsentativen Studie von Tui Deutschland zusammen mit Google und dem Marktforschungsinstitut GfK. Jede zweite Buchung (47 Prozent) beginnt demnach im Netz und wird im Reisebüro abgeschlossen. Allerdings wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Reiseverbandes DRV immer noch 85 Prozent der Pauschalreisen im Reisebüro beziehungsweise über deren Online-Seiten gebucht.

"Der Katalog ist für Reisebüro-Mitarbeiter und Kunden weiterhin sehr wichtig", sagt die Sprecherin von DER Touristik Köln, Anne Schmidt. Bei den Pauschalreiseanbietern ITS und Jahn sei auch kein Verzicht geplant. Der dritte Anbieter, Tjaerborg, verschwindet im Herbst vom Markt. Stattdessen gibt es den Veranstalter Travelix für preisbewusste Urlauber, die dort zu tagesaktuellen Preisen vor allem Flug plus Hotel buchen können. "Damit tauchen wir weit oben in Buchungsdatenbanken auf", erläutert Schmidt.

Der Aufwand für die Kataloge ist hoch: 8,2 Millionen werden bisher allein jedes Jahr für die DER Touristik Köln produziert. Beim Branchenprimus Tui dürfte es noch mehr sein. Mit 40 verschiedenen Katalogen im Jahr, einschließlich Airtours und der Preiswertmarke 1-2-FLY, buhlen die Hannoveraner um die Gunst der Urlauber. "Wir testen derzeit eine Mischung aus Katalog und Magazin. Es geht nicht mehr um reine Informationsvermittlung, sondern um Inspirationsquellen auch mit Links zu Internetseiten", sagt eine Tui-Sprecherin.

Omni-Channel heißt die Strategie, mit der beispielsweise Thomas Cook auf das veränderte Informations- und Buchungsverhalten reagiert. "Der Kunde entscheidet, wo er wie Kontakt aufnehmen möchte und wie er sucht und bucht". Zum Beispiel: Websites für bestimmte Urlaubergruppen wie Familien mit Verbindung zu den jeweiligen Experten aus Reisebüros.

Doch auch in zehn Jahren wird es noch den gedruckten Reiseklassiker geben, ist sich die Branche sicher. "Es ist einfach etwas anderes in einem Katalog zu blättern", sagt Thomas-Cook-Sprecherin Nina Kreke. Torsten Kirstges, Direktor des Instituts für innovative Tourismus- und Freizeitwirtschaft (ITF) an der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven geht davon aus, dass der Katalog mehr und mehr die Funktion einer Imagebroschüre bekommt. "Man nutzt ihn dann als Appetitanreger für den Reisehunger und für die Grundinformationen etwa über Reiseziele und die Hotels". Daten, die sich schnell veränderten, wie Preise würden eher online abgerufen.

dpa


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