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Tourismus

Internet-Vergleichsportale im Reisemarkt auf Wachstumskurs

Alles auf einen Blick: Hotel, Mietwagen, Flug und Strandurlaub. Vergleichsportale machen es möglich. Doch einfach ist das Geschäft mit den schönsten Wochen des Jahres nicht.
Mit einem Klick alle wichtigen Infos zum Urlaub im Blick: Das versprechen Reise-Vergleichsportale wie etwa Check24. Foto: Christoph Schmidt

Mit einem Klick alle wichtigen Infos zum Urlaub im Blick: Das versprechen Reise-Vergleichsportale wie etwa Check24. Foto: Christoph Schmidt

München. Sie heißen

Kayak,

Swoodoo oder

Check24 und drängen mit Macht in den Reisemarkt. "Vergleichsportale haben deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Urlauber wollen mit einem Klick alles auf einen Blick", sagt Michael Buller, Vorstand des Verbandes Internetreisevertrieb (VIR). Die Suchmaschinen der Vergleichsportale grasen das Internet ab und liefern die Ergebnisse im Überblick. Und nicht nur das: Viele bieten Sonnenhungrigen inzwischen auch die Möglichkeit, bei ihnen zu buchen. Einfach ist das Geschäft allerdings nicht.

 

Während sich Angebote für Flugreisen und Mietwagen noch einigermaßen einfach vergleichen lassen, ist es bei Pauschalreisen deutlich komplizierter. Dort spielen verschiedenste Kriterien eine Rolle, zum Beispiel Kinderbetreuung im Hotel, Strandnähe oder zusätzliche Angebote wie Ausflüge. "Ein objektiver Vergleich zwischen den einzelnen Angeboten ist daher kaum möglich", sagt Torsten Kirstges, Direktor des Instituts für innovative Tourismus- und Freizeitwirtschaft (ITF) an der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven.

Auch Check24 treibt das Thema um. "Eine Pauschalreise ist kein standardisiertes Produkt wie beispielsweise ein Mietwagen", sagt Henrich Blase, Check24-Geschäftsführer.

Geld verdienen die Portale vor allem mit Werbung und Provisionen für die Vermittlung. Bei Pauschalreisen bekommen sie etwa 5 bis 13 Prozent vom Veranstalter, Autovermieter zahlen 10 bis 15 Prozent, wie Georg Heusgen, Geschäftsführer Reisen bei Check24 berichtet. Für Flugreisen gibt es keine Vermittlungsgebühr.

Vor vier Jahren entschlossen sich die Münchner, die einst mit dem Vergleich von Versicherungs- und Finanzprodukten starteten, zum Einstieg in den Reisemarkt. "Wir müssen bestimmte Produkte einfach im Angebot haben", sagt Blase. Bisher erwirtschafte der Bereich noch Verluste. Das solle sich in den kommenden Jahren aber ändern.

Buller findet die Metasearcher vor allem bei der Suche nach Hotels oder Flügen sinnvoll. "Hier bekommen die Portale einen echten Preisvergleich inzwischen recht gut hin", sagt er. Verbraucherschützer warnen allerdings, dass der angezeigte Preis nicht unbedingt der Endpreis ist. Bei der Suche nach Flügen oder Reisen könne es passieren, dass kurz vor Abschluss der Buchung noch Zusatzgebühren anfielen. Vor dem finalen Klick sollten Verbraucher daher auf jeden Fall noch einmal den Preis überprüfen.

Für Tui, Thomas Cook und Co. sind die Portale ein zusätzlicher Vertriebsweg. "Wichtig ist für jeden Veranstalter, dass er beim Listing möglichst weit oben auftaucht", sagt Kirstges. Doch nach welchen Kriterien, das ist das Problem. "Es wird noch eine Weile dauern, bis vollständige qualitative Abfragen möglich sind", meint der Experte.

Im vergangenen Jahr wurden 14 Prozent der Reisen über Internet-Portale gebucht, wie aus der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) hervorgeht. 2005 waren es nur 7 Prozent. Wenn es um die schönsten Wochen des Jahres geht, stehen allerdings die Reisebüros weiterhin ganz oben auf der Beliebtheitsskala der meisten Bundesbürger.

Da es inzwischen viele Vergleichsportale gibt, die unterschiedliche Preise ausweisen, ist die Suche im Internet nicht unbedingt einfacher geworden. "Mancher geht dann lieber gleich ins Reisebüro und lässt sich dort persönlich beraten", vermutet Kirstges. Er erwartet nicht, dass die Portale das klassische Reisebüro auf absehbare Zeit verdrängen. "Die beiden Vertriebswege werden sich eher ergänzen, auch die Reisebüros nutzen die Portale zur Recherche."

dpa


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