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Tourismus

Grüne Täler in der Wüste: Jordaniens versteckte Wanderrouten

Jordaniens Wüsten sind weltbekannt, spätestens seit Lawrence von Arabien dort campte. Versteckt in Felsschluchten und -tälern finden sich Pfade im Grünen, die Abenteurerherzen begeistern können.
Ausblick über das Wadi Rum - Jordanien ist ein wüstenreiches Land.

Ausblick über das Wadi Rum - Jordanien ist ein wüstenreiches Land.

© Jordan Tourism Board

Kerak. Ihre Vielfalt entdecken immer mehr Wanderliebhaber.

Mit Wasser, Humus und Falafel im Rucksack macht sich die junge Gruppe auf. Der Wanderweg ist steinig, die jordanische Wüste trocken. Doch der Bach, der an den Füßen der Trekker vorbeiplätschert, ist vielversprechend. Auf einmal eröffnet sich vor den Wanderern eine tropische Oase: Ein Wasserfall fällt herab, grüne Palmen klettern die Steinwände hinauf, rosa Blüten verzieren das Tal. Im Wadi Assal - im Tal des Honigs - liegt eine der vielen Wanderrouten, die

Jordanien zu bieten hat.

 

"Jordanien ist ein Land der Kontraste", sagt Hakim Tamimi-Muriño. "In einem unserer Täler musst du dich manchmal wie Rambo durch ein Dickicht aus Bambus kämpfen, während zehn Meter weiter die Wüste ist". Tamimi-Muriño hat seine Firma wohl auch deshalb

Tropical Desert Trips genannt, also "tropische Wüstenreisen". Er organisiert seit acht Jahren Wander- und Kletterausflüge in die grünen Täler und Schluchten des Wüstenstaats. Und die werden immer beliebter.

 

Erst in den vergangenen fünf Jahren hat sich die Begeisterung für Wandern und Klettern in Jordanien entwickelt, sagt eine Sprecherin der Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN). Die Organisation ist zuständig für die Nationalparks, von denen vier Wanderrouten haben. Zwei Schluchten sind besonders beliebte Trekking-Ziele: Abenteuerlustige zieht es nach Wadi Mujib, dort kann man an kleinen Wasserfällen hochklettern. Wadi bin Hamad bietet eher gemütliche Spaziergänge, dafür ist man umzingelt von Palmen und Blumen.

Als der 29-jährige Tamimi-Muriño vor acht Jahren anfing, Trips zu organisieren, ging es noch abenteuerlich zu. Geld für Ausrüstung gab es damals nicht: "Schwimmwesten waren zu teuer, deswegen haben wir leere Plastikflaschen in Rucksäcke gestopft und konnten so im Wasser treiben", erklärt er. Heute hat er ein Team von rund 16 freiberuflichen Führern und bietet 46 verschiedene Routen an.

"Mein Traum ist es, Jordanier auf meinen Wanderungen zu sehen", sagt Hakim Tamimi-Muriño. Er hofft, dass auch die Einheimischen das Outdoor-Fieber packt, so wie in Europa und den USA. Dafür muss noch vieles passieren: Es fehlen ein echter Verband für Trekkingführer, Ausbildungsmöglichkeiten und angemessene Sicherheitsvorschriften. Der 29-Jährige will, dass sich der Sport in Jordanien entwickelt: Er geht zu Treffen mit Ministerien und erklärt in Youtube-Videos, wie man einen Bolzen an einer Steinwand anbringt. Er glaubt an die Zukunft des Wanderns in Jordanien: "Unsere physischen Grenzen zu erweitern - wir Menschen brauchen das."

dpa


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