Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Tourismus

Drohender Klimawandel: Miami steht das Wasser bald bis zum Hals

In den USA ist der Klimawandel für viele Menschen Märchen oder Propaganda. Nicht so in Florida. Der Meeresspiegel steigt, Wirbelstürme verwüsten die Küsten.
Urlauberparadies in Gefahr: Die Alton Road in Miami ist mal wieder überschwemmt.

Urlauberparadies in Gefahr: Die Alton Road in Miami ist mal wieder überschwemmt.

© Florida Climate Institute

Miami. Das Urlauberparadies mit seinen weltberühmten Sandstränden ist in Gefahr.

Alton Road, die Tourismus-Hauptschlagader von Miami Beach steht mal wieder unter Wasser. Geschäftsleute packen Sandsäcke vor die Eingänge ihrer Läden, Passanten ziehen ihre Schuhe aus und waten barfuß durch das Wasser. Nur wenige Straßenblocks vom Atlantik entfernt sind hier Klimawandel und der steigende Meeresspiegel keine exotischen Orchideenthemen.

Einer

Studie der US-Regierung zufolge ist Miami eine der am meisten vom Klimawandel bedrohten Städte. Das Urlauberparadies Florida mit seinen weltberühmten Sandstränden ist in Gefahr. Bis 2060 soll der Meeresspiegel den Prognosen zufolge um 60 Zentimeter steigen, sagte der Bürgermeister von Miami Beach, Philip Levine, vor dem Wissenschaftsausschuss des US-Senats. "Diese Prognosen sind alarmierend, vor allem für Miami Beach, das nur 1,3 Meter über dem Meeresspiegel liegt."

 

Anders als viele ihrer Kollegen im Rest der USA - vor allem die konservativen Republikaner - sind Levine und andere Politiker in Florida von der Realität des Klimawandels überzeugt. Sie haben keine Zeit für Skepsis, es geht ums Überleben. Immer öfter werden Miamis Straßen von den Gezeiten überschwemmt, der Grundwasserspiegel steigt.

Auch extreme Wetterereignisse wie Wirbelstürme und Hochwasser scheinen an Zahl und Intensität zuzunehmen. Es ist ein Teufelskreis: "Steigender Meeresspiegel erhöht die Auswirkungen von Wirbelstürmen", erklärt Piers Sellers von der Weltraumbehörde NASA den Senatoren. Erosion bedroht zudem die kilometerlangen Strände um Miami.

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Tourismus, den Hauptwirtschaftszweig der Region. 2013 besuchten 14,2 Millionen Menschen Miami und gaben umgerechnet etwa 17 Milliarden Euro aus. 45 Prozent gaben an, wegen der Strände und des tollen Nachtlebens nach Miami Beach gekommen zu sein. "Die Zukunft von Miami Beach und anderen Küstenstädten ist unsicher", warnte Bürgermeister Levine.

Klimaexperte

Fred Bloetscher von der Florida Atlantic University warnt davor, die am niedrigsten liegenden Gebiete weiter zu verbauen und fordert eine Anpassung der Pumpensysteme und Infrastruktur. "Das Grundwasser steigt mit dem Meeresspiegel. Wenn wir außerdem die Auswirkungen der Sommer-Regenfälle einrechnen, dann wird das Wasser-Management zu einer absoluten Priorität."

 

Die Zahlen sind besorgniserregend: Im Südosten Floridas allein seien sechs Millionen Menschen und Immobilien im Wert von 3,7 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) betroffen, so Bloetscher. Das haben auch die Wähler erkannt: 71 Prozent sorgen sich um den Klimawandel, das geht aus einer Umfrage der Umweltschutzorganisation Natural Resources Defense Council hervor.

Im November stehen Gouverneurswahlen an. Der demokratische Herausforderer Charlie Christ hat Umweltschutz zu seinem zentralen Wahlkampfthema gemacht. Amtsinhaber Rick Scott hingegen hat damit wenig am Hut. "Ich bin kein Wissenschaftler", sagt der Republikaner. Er glaubt nicht, dass die steigenden Temperaturen etwas mit den Aktivitäten der Menschen zu tun haben.

Andere Politiker Miamis wollen nicht auf einen Sinneswandel warten. 300 Millionen Dollar (224 Millionen Euro) sollen den kommenden Jahren in Umweltprojekte investiert werden. Die Amerikaner haben sich auch Hilfe aus den Niederlanden geholt, um ihr Netzwerk von Dämmen auszubauen.

In der Alton Road, die nur 85 Zentimeter über dem Meeresspiegel liegt, besteht Hoffnung auf trockene Füße. Bis Jahresende soll eine 32 Millionen Dollar (24 Millionen Euro) teure Pumpstation für die Straße fertiggestellt werden - damit will man dem Problem der ständigen Überflutungen Herr werden.

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Leseraktion




Gute Vorsätze




Jubiläum




Die Transfers im Landkreis




Sport-Tabellen




Spielerkader




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die OP-Serien

„Streck deine Finger zum Himmel. Mach dich ganz lang und stolz“: Yoga-Lehrerin Bettina Graumann (rechts) leitet die Besucher des Hot-Yoga-Kurses an. Foto: Ricarda Schick Abenteuer Sport

Yoga in seiner heißesten Form

90 Minuten, 38 Grad, 40 Prozent Luftfeuchtigkeit – das ist Hot Yoga. Fernab der Metropolen wird die Trendsportart seit über ­einem Jahr auch im kleinen Marburg angeboten. OP-Volontärin Ruth Korte hat es ausprobiert. mehrKostenpflichtiger Inhalt



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik

Terra-Tech







  • Sie befinden sich hier: Tourismus – Drohender Klimawandel: Miami steht das Wasser bald bis zum Hals – op-marburg.de