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Alpenverein: Überforderung ist Grund für viele Bergunfälle

Immer mehr Menschen gehen in die Berge - folglich passieren auch mehr Unfälle. Aber es gibt weitere Faktoren. Der Alpenverein analysiert sie in seiner Bergunfallstatistik.
Rettungskräfte werden oft gerufen, weil Bergsportler keine Kraft mehr haben oder sie sich nicht weitertrauen.

Rettungskräfte werden oft gerufen, weil Bergsportler keine Kraft mehr haben oder sie sich nicht weitertrauen.

© Nicolas Armer

München. Ein Wetterumsturz, Versteigen und immer wieder Selbstüberschätzung - das führt in den Bergen immer wieder zu Notfällen. Ein Großteil der Unfälle und Rettungseinsätze geht auf die Überforderung der Bergsportler zurück und ist deshalb vermeidbar. Das belegt erneut die Bergunfallstatistik des Deutschen Alpenvereins (DAV), die der Verband am Dienstag (5. August) vorstellte.

Zwar können immer mehr Menschen gerettet werden - der Notruf per Handy, die bessere Ausrüstung und bessere Rettungsmöglichkeiten ließen insbesondere die tödlichen Unfälle zurückgehen. Dennoch stieg die absolute Zahl der Unfälle. In den vergangenen beiden Jahren gerieten 1126 DAV-Mitglieder in Not oder erlitten einen Unfall - so viele wie nie zuvor. Allerdings stieg auch die Zahl der Mitglieder.

"Die Menschen am Berg werden nicht weniger, sie werden mehr", sagte Bergwachtsprecher Roland Ampenberger. Vor allem an Klettersteigen muss die Bergwacht immer wieder ausrücken und Menschen retten - weil sie keine Kraft mehr haben oder sich nicht weitertrauen.

Wandern ist eine der sichersten Bergsportdisziplinen. Dennoch passieren dabei 25 Prozent aller Bergunfälle und Notfälle - weil immer mehr Menschen sich auf die Wanderschaft machen.

Allein in den vergangenen Tagen wurden in den bayerischen Alpen mindestens drei Menschen tot geborgen. Nahe der Reiteralpe in den Berchtesgadener Bergen verunglückte der aus der ARD-Serie "Lindenstraße" bekannte Schauspieler Philipp Brammer tödlich.

Am Sonntag (3. August) stürzte ein 16-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen in den Allgäuer Alpen in den Tod. Er hatte offenbar den Weg verloren, war in unwegsames Gelände geraten und etwa 100 Meter abgestürzt. Ebenfalls verstiegen hatten sich zwei Männer auf dem Gratweg am Nebelhorn. Als sie rund 200 Höhenmeter zum regulären Weg absteigen wollten, verlor einer von ihnen den Halt und stürzte am Montag 70 Meter in die Tiefe.

Dennoch hat der DAV eine gute Nachricht: Die tödlichen Unfälle gehen seit Jahren zurück. 2012 und 2013 starben 28 beziehungsweise 36 DAV-Mitglieder beim Bergsport, die niedrigste Zahl in der 61-jährigen Geschichte der DAV-Statistik.

dpa


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