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Tourismus

Alles voller Puppen - Ein Besuch im Schlossmuseum von Arnstadt

Das Schlossmuseum in Arnstadt zeigt eine umfangreiche Sammlung. Bildteppiche gehören dazu, chinesisches Porzellan, Gemälde aus der Frühen Neuzeit. Als Hauptattraktion gelten allerdings die Puppen.
Neuer Hingucker im Schloss von Arnstadt: Der Festsaal wurde erst in diesem Frühjahr nach aufwendiger Sanierung wiedereröffnet.

Neuer Hingucker im Schloss von Arnstadt: Der Festsaal wurde erst in diesem Frühjahr nach aufwendiger Sanierung wiedereröffnet.

© Schloßmuseum Arnstadt

Arnstadt. Fast 400 sind in 82 Vitrinen zu sehen.

Es ist ein ungewöhnliches Utensil für einen Museumsbesuch: Zu Beginn jeder Führung bekommen die Teilnehmer im Schlossmuseum im Neuen Palais von

Arnstadt Taschenlampen in die Hand gedrückt. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Denn das Highlight des Museums ist die Puppensammlung. "Es sind fast 400 Puppen, alle in den Originalvitrinen, das ist schon einzigartig", sagt Museumsleiterin Antje Vanhoefen bei ihrer Führung durch das Museum. Und die Details der Vitrinen lassen sich eben mit Taschenlampen noch einmal wesentlich besser erkennen.

 

Dargestellt sind mehr als 80 verschiedene Szenen, die einen Eindruck vom Alltag im 18. Jahrhundert geben: Da sind Mönche im Kloster zu sehen, aber auch Bauern auf dem Feld, eine Schlachterei, eine Bäckerei, eine Tischlerwerkstatt, ein Jahrmarkt, eine Gelehrtenstube und sogar ein Porträtmaler bei der Arbeit. Zwei Szenen zeigen Hofmusikanten in historischer Kleidung der Zeit mit Dreispitz auf dem Kopf und ihren Instrumenten in der Hand, andere Damen beim Musizieren, bei der Kaffeestunde oder der Morgentoilette.

Die Puppenmacher stellten ihre Figuren vor einen bis ins kleinste Detail ausgestalteten Hintergrund. Die Sammlung zählt rund 2670 einzelne Ausstattungsgegenstände: Die Miniaturmöbel zeigen barocke Formen. Manche kleine Töpfe und Gefäße sind Arnstädter Fayencen, eine besondere Blautöpferware. Die Wände haben Tapeten oder sind mit Gemälden und aufwendig gerahmten Spiegeln dekoriert. Die Köpfe der Puppen sind aus Bienenwachs geformt, alle tragen Kleider, die der Mode des 18. Jahrhunderts folgen.

Aber wo kommt diese ungewöhnliche Puppensammlung her? "Wir verdanken sie Auguste Dorothea von Schwarzburg-Arnstadt", erzählt Vanhoefen. Die 1666 geborene Fürstin hatte einen Puppentick und war eine enthusiastische Sammlerin. Geld spielte keine Rolle. Auguste Dorothea verschuldete sich hemmungslos für ihre Leidenschaft. Sie sammelte Schmuck, Gemälde und Porzellan. Aber eine besondere Vorliebe hatte sie für ihre Puppen. Während der 35 Jahre, die sie als Witwe auf Schloss Augustenburg nicht weit von Arnstadt entfernt lebte, gab sie immer wieder neue Szenen in Auftrag.

Mehrere der Szenen mit mönchischem Leben sollen durch den Kontakt zum Ursulinenkloster in Erfurt inspiriert sein, bei dem sich die sammelwütige Fürstin in ihrer Geldnot 600 Reichstaler geliehen hatte. Dem Kloster fühlte sie sich schließlich so verbunden, dass sie sich - nachdem sie zum katholischen Glauben konvertiert war, nach ihrem Tod 1751 dort sogar bestatten ließ.

Bei Auguste Dorothea war die Grenze zwischen Sammellust und Sammelwahn fließend, ihren Spaß daran hatte sie jedenfalls. "Mon Plaisir" heißt die Puppenstadt - "mein Vergnügen". Ähnliche Sammlungen gibt es auch in Nürnberg, London oder Amsterdam. Die in Arnstadt sei aber noch größer und umfangreicher, sagt Vanhoefen.

Die Puppensammlung hat eine Odyssee hinter sich: Als Schloss Augustenburg 1765 abgebrochen wurde, kam sie ins Arnstädter Waisenhaus, zwischendurch war sie im Schloss Gehren untergebracht. Seit 1931 ist sie als Teil der Sammlungen des Schlossmuseums in Arnstadt öffentlich zugänglich.

Dort gibt es noch vieles mehr zu sehen. Böttger-Steinzeug gehört dazu und chinesisches Porzellan. Wertvoll sind auch die Flämischen Wandteppiche aus dem 16. Jahrhundert, die zum Beispiel Affen beim Festmahl im Wald zeigen.

Im Schloss ist noch einiges zu tun. Gerade in diesem Frühjahr wurde erst der Festsaal wiedereröffnet, nach jahrelanger Sanierung. Nun strahlt er wieder in Weiß-Gold-Silber wie 1881. Nordflügel und Haupttreppe des Schlosses steht die Sanierung noch bevor. Die Puppen im Erdgeschoss müssen sich zum Glück deswegen keine Sorgen machen.

 

Informationen:

 

Schlossmuseum Arnstadt, Schlossplatz 1, 99310 Arnstadt, Telefon: 03628/60 29 32, E-Mail: schlossmuseum@kulturbetrieb.arnstadt.de,

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 9:30 bis 16:30 Uhr

 

Tourist Information Thüringen, Willy-Brandt-Platz 1, 99084 Erfurt, Tel.: 0361/374 20, E-Mail: service@thueringen-tourismus.de, Internet: www.thueringen-entdecken.de

dpa


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