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Tourismus

Acapulco: Vom Luxus-Resort zur Banden-Stadt

Wo sich einst Filmsternchen am Strand vergnügten, herrscht heute der Bandenkrieg. Der Touristenort Acapulco an der mexikanischen Pazifikküste ist eine der gefährlichsten Städte der Welt.
Immer wieder liefern sich Banden mit der Polizei tödliche Schießereien.

Immer wieder liefern sich Banden mit der Polizei tödliche Schießereien.

© Francisca Meza

Acapulco. In den 60er und 70er Jahren tummelten sich Filmstars wie Brigitte Bardot und Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller an den Stränden des mexikanischen Luxus-Resorts. Heute ist Acapulco an der Pazifikküste eine der gefährlichsten Städte weltweit.

Erst Mitte Mai überfielen Bewaffnete ein Restaurant mitten im Touristenviertel und töteten drei Kellner. Kurz zuvor ermordete ein Auftragskiller sein Opfer am Strand und flüchtete per Jet-Ski. "Abends ist Acapulco nicht mehr, was es einmal war. Es gibt fast kein Nachtleben mehr. Die Leute, die hier leben oder von außerhalb kommen, haben Angst, auszugehen", sagt die Geschäftsfrau Laura Caballero Rodríguez. "Wir haben nicht mehr dieselbe Menge ausländischer Touristen, und der Kampf der Regierungen gegen die Gewalt hat bislang keine Resultate gebracht", sagt sie der Deutschen Presse-Agentur.

Von den 17 Geschäften, die sie einst auf der Küstenstraße Miguel Alemán - der Hauptstraße der Stadt - besaß, ist Caballero kein einziges geblieben. Sie alle fielen der Erpressung, Entführungsversuchen und anderen Aktivitäten krimineller Gruppen zum Opfer. Seit 2007 nimmt die Gewalt zu. 2012 entflammte sie, und Unsicherheit schwächt heute erneut das soziale Leben und den Tourismus. Es gab Zeiten, in denen die Schulen schließen mussten.

Nach Angaben der gemeinnützigen Organisation Consejo Ciudadano para la Seguridad Pública und der Justizbehörden ist Acapulco die Stadt mit der höchsten Gewaltrate in Mexiko und der vierthöchsten weltweit - Kriegsgebiete nicht mitgerechnet.

Der Ort 400 Kilometer südlich der Hauptstadt verzeichnete im vergangenen Jahr 104,73 Morde je 100 000 Einwohner. Angefangen hat alles mit einem Krieg zwischen Drogenhändlern, die um ihr Geschäft kämpften. Heute sind es Verbrechergruppen, die mit Entführungen und der Erpressung von Unternehmern ihr Geld verdienen.

"Rund 50 Verbrecherbanden haben die Gewalt in Acapulco wieder aufleben lassen", sagt der Staatsanwalt von Guerrero, Xavier Olea Peláez. Laut der Justizbehörde des Bundesstaates, in dem Acapulco liegt, befinden sich Gruppierungen wie La Barredora oder das Kartell CIDA in einem Dauerstreit über das Touristenviertel der Küstenstadt.

"Das Hauptproblem der Unternehmer und Geschäftsleute ist, dass eine Bande kommt und Geld für die Nutzung der Räumlichkeiten fordert, und kurz darauf kommt eine andere und fordert nochmal dasselbe. Wenn du nicht zahlst, töten sie dich", erklärt Geschäftsfrau Caballero.

Acapulco lebt hauptsächlich von mexikanischen Touristen. Doch die halten sich nach neuen Gewaltausbrüchen fern. "Das Problem sind die Gewalt und ihre Ursachen", sagt Bürgermeister Evodio Velázquez. Nur eine umfassende Strategie könne der Stadt helfen, glaubt er. Staatliche und private Initiativen müssten zusammenarbeiten, um die örtliche Wirtschaft zu reaktivieren, das soziale Gefüge zu heilen und Infrastrukturprojekte auf den Weg zu bringen.

Acapulco wird als die neue Ciudad Juárez gesehen, die von 2008 bis 2010 als gefährlichste Stadt Mexikos galt. Ein umfassender Plan half damals, die Situation in der Stadt an der Grenze zu den USA in den Griff zu bekommen. "Acapulco muss eine ähnliche Lösung suchen", sagt Velázquez.

Seit Januar haben die Behörden die Sicherheitskräfte mindestens dreimal verstärkt. In der Ostersaison kamen 13 000 Soldaten und Marine-Infanteristen hinzu. Laut Angaben aus Sicherheitskreisen sind derzeit mehr als 6000 Beamte der Bundespolizei im Einsatz, um den Hafen zu schützen. Weitere Beamte der städtischen und staatlichen Polizei sowie Armeetruppen bewachen die Schulen.

Am 24. April kam es zu einer der schlimmsten Schießereien der letzten Jahre. Fast zwei Stunden lang lieferten sich Polizisten mit den Verbrechern eine Verfolgungsjagd - mitten im Touristenviertel.

dpa


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