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Tourismus

150 Jahre Matterhorn - Zermatt feiert seinen Berg

Kein Berg ist je so aufwendig gefeiert worden wie in diesem Jahr das Matterhorn. Es liegt wohl auch daran, dass der Schönheitskönig der Alpen sich so lange verweigert hatte.
Bergführer Hermann Biner auf dem Gipfel des Matterhorns - der markanteste Berg der Alpen lockt jedes Jahr rund 3000 Alpinisten auf den Gipfel.

Bergführer Hermann Biner auf dem Gipfel des Matterhorns - der markanteste Berg der Alpen lockt jedes Jahr rund 3000 Alpinisten auf den Gipfel.

© Hermann Biner

Zermatt. Immer wieder ließ der einzigartig gezackte und kühn aufragende Berg seine Gipfelgeister - so jedenfalls glaubten es die Bauern im Mattertal - Steinbrocken nach unten schleudern. Wagt es nicht, mir aufs Haupt zu klettern! Doch vor 150 Jahren wurde Majestät Matterhorn von einer Seilschaft um den 25-jährigen Londoner Edward Whymper bezwungen.

Zum

Jubiläum folgen unzählige Bergbegeisterte den Spuren der Erstbesteiger. Aber längst nicht alle mit einer nervenzehrenden Klettertour bis zum Gipfel, sondern mit den Augen: Der schönste Blick auf das 4478 Meter hohe Matterhorn - und auf gut zwei Dutzend weitere Viertausender - bietet sich vom gegenüberliegenden Gornergrat aus.

 

Auf seiner 3089 Meter hohen Aussichtsplattform gehören "Ah", "Oh", "Wow" und "Look at this!" zur Geräuschkulisse, sobald wieder ein Zug der Gornergratbahn oben ankommt. Bewunderung in etlichen Sprachen für ein Panorama aus schneebedeckten Gipfeln, massiven Gletschern, blauen Bergseen und grünen Tälern. Und natürlich für den Berg, der das alles so grandios überragt.

Alle 24 Minuten bringt die Zahnradbahn Passagiere in diese Traumwelt. Gut erkennbar ist auch die legendäre Hörnli-Hütte auf 3260 Metern. Generationen von Alpinisten haben dort vor dem Aufstieg aufs Matterhorn übernachtet. Nach umfangreicher Modernisierung gibt es nun statt Schlafsälen isolierte Gästezimmer.

Zum Jubiläum gehört, dass die Gornergratbahn von Anfang Juli bis Ende August Gäste zur improvisierten "höchstgelegenen Freilichtbühne Europas" bringt. Gleich neben der Station Riffelberg (2582 Meter) wird auf einer Alpenwiese das Theaterstück

"The Matterhorn Story" aufgeführt - vor dem 4478 Meter hohen Gipfel als schweigendem Hauptdarsteller. Die Dramatik der Erstbesteigung wird nacherlebbar. Es geht um das Ringen zweier Seilschaften, als erste das Matterhorn zu erobern und damit in die Geschichte einzugehen. Als Whymper am 14. Juli 1865 ganz oben ankommt, ist der Wettkampf entschieden.

 

Das Matterhorn war der letzte Viertausender, dessen Eroberung noch Ruhm und Ehre versprach. Rund 80 Jahre nach der Bezwingung des Mont Blanc - mit 4810 Metern der höchste Berg der Alpen - ging das "Goldene Zeitalter des Alpinismus" zu Ende. Es begann die Ära des großen Geldverdienens mit dem Alpintourismus.

dpa


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