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Mode

Von Clavi-Cut bis Pixie: Frisurentrends im Herbst

Aufgestanden, Haare einmal durchgewuschelt, fertig. Für manche sieht genau so die morgendliche Routine aus. Andere stylen sich aufwendig - um dann genau diesen Undone-Look zu kreieren. Denn er liegt im Trend. Und was ist sonst noch angesagt?
Lange Haare werden im Herbst besonders gerne in Wellen getragen.

Lange Haare werden im Herbst besonders gerne in Wellen getragen.

© Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks/ Erwin Wenzel

Köln. Bei manchen Menschen passiert auf dem Kopf nie etwas: Jahrelang tragen sie die gleiche Frisur. Andere probieren gerne Neues aus. Für sie gibt es nun neue Trends, von denen sie sich inspirieren lassen können.

"Entscheidend sind im kommenden Herbst und Winter vor allem die Schnitttechniken. Die verleihen den Frisuren ihre Individualität und einen ganz neuen Twist", sagt Roberto Laraia, Art Director des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks. Ein Beispiel dafür: "Eine Weiterentwicklung des sogenannten Undercuts, bei dem Partien rasiert wurden, gehört zu den neuen Techniken. Wir nennen sie disconnected, also nicht verbunden. Dabei gibt es also eine Art unsichtbarer Trennung zwischen Unter- und Deckhaar."

Generell sind Schnitttechniken ein großes Thema. Das gilt auch für einen echten Klassiker unter den Frisuren: den Bob. Diese zeitlose Variante begleitet Frauen schon seit den 1920er-Jahren. "In der kommenden Saison ist er vor allem in einer längeren Version angesagt, die bis zum Schlüsselbein reicht. Und auch bei ihm sorgt der Schnitt für einen neuen Look: fransiger und natürlicher", sagt Laraia. Dieser Haarschnitt nennt sich "Clavi-Cut", abgeleitet von "clavicle", dem englischen Wort für Schlüsselbein. Neben ihrem modischen Aspekt haben die aktuellen Schnitte noch einen weiteren Vorteil, findet der Art Director: "Sie lassen sich schnell und unkompliziert von einem Tageslook in einen glamourösen Style für den Abend verwandeln."

Für lange Haare heißt es: "Sie werden besonders gern wellig im Hippie-Chic getragen", sagt Willi Decker, Hairstylist aus Hamburg. "Daneben bleibt auch Punk ein Thema, dieser Stil ist vor allem bei extrem kurzen Haaren angesagt." Bei kurzen Haaren hat sich bereits im Frühling vor allem ein Schnitt als Trendsetter entpuppt: der "Pixie Cut". Der war vielfach gekennzeichnet durch einen extrem kurzen Pony. "Im kommenden Herbst und Winter ändert sich das", erklärt Starfriseur Shan Rahimkhan aus Berlin. "Deckhaaar und vor allem Pony werden deutlich länger getragen, gern auch im Undone-Stil, der aussieht, als hätte man das Haar kurz mit den Händen durcheinander gebracht."

Apropos Pony: Der führte lange Zeit ein Schattendasein unter den Frisurentrends. Doch in der kommenden Saison meldet er sich zurück: in ganz verschiedenen Längen, teilweise bis zu den Augenbrauen, fransig geschnitten und - ebenso wie der Rest des Stylings - im Undone-Look. Und noch ein Klassiker kehrt zurück: der Wet-Look. "Bei den Stylings heißt es: nass glänzend und ultraglatt - ob kurz, lang oder stufig, der Sleek-Look zaubert einen tollen Rahmen für ein schönes Gesicht", sagt Trendfriseur Dennis Creuzberg aus Berlin. "Auch der sleeky Ansatz in Kombination mit locker fallenden Längen zählt zu den kommenden Herbst-Looks."

Doch der tollste Schnitt und das raffinierteste Styling nützen nur wenig, wenn der Haarton matt und ausdruckslos ist. Genau deshalb spielt Farbe bei den Frisuren eine große Rolle. "Absolut angesagt sind Highlights in Bronde, einem Ton, der weder ganz braun noch ganz blond ist", erklärt Willi Decker. Diese Variante ist ein schönes Beispiel für die neue Natürlichkeit, die im Herbst auf den Köpfen Einzug halten wird. "So stehen Holz-Nuancen wie Mahagoni hoch im Kurs, bei Kolorationen kommen gern auch drei fein aufeinander abgestimmte Farben zum Einsatz, die nahtlos ineinander übergehen und ein harmonisches Ganzes bilden", beschreibt Laraia.

Für Creuzberg bestimmen daneben auch kühle und klare Farben die kommende Saison: "Dabei treffen wir auf Blond in eisigen Nuancen bis hin zu einem Silberschimmer", erläutert der Friseur. "Selbst die Rottöne werden kühl, und anstelle eines warmen Goldschimmers sind rauchige Asch-Töne ein Thema."

Beim Färbestil bleibt laut Decker die Balayage-Technik im Trend. Dieser Begriff stammt vom französischen "balayer", was so viel wie "kehren" bedeutet. Dafür werden hellere Strähnchen in Freihandtechnik quasi auf das Haar gefegt. Das Ergebnis wirkt besonders natürlich, weil die unterschiedlichen Töne ineinander übergehen und nicht so voneinander abgegrenzt sind wie bei der Variante der Foliensträhnen. "Besonders wichtig bei koloriertem Haar ist es, regelmäßig eine professionelle Haarpflege mit Pigmentschutz zu verwenden, der die Farbe besonders lang frisch hält", rät Creuzberg. "Hin und wieder kann man eine Kur mit Pigmenten in den jeweiligen Farbtönen anwenden, das bringt das Haar wieder schön zum Leuchten."

dpa


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