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Sieben Wochen Verzicht: Von Handyfasten bis Konsumpause

Schon einen guten Vorsatz für die Fastenzeit? Vielleicht einen Klassiker wie kein Bier oder keine Süßigkeiten. Oder lieber etwas, von dem die Umwelt oder andere Menschen etwas haben? Hier ein paar Möglichkeiten, die Zeit bis Ostern bewusst zu gestalten.
Süßigkeiten, Alkohol, Zigaretten - das sind die Klassiker. Inzwischen fasten viele Menschen aber auch CO2, Plastiktüten oder Schmipfwörter.

Süßigkeiten, Alkohol, Zigaretten - das sind die Klassiker. Inzwischen fasten viele Menschen aber auch CO2, Plastiktüten oder Schmipfwörter.

© Oliver Berg/Bernd Weißbrod/Daniel Bockwoldt

München. Am Aschermittwoch (18. Februar) beginnt die Fastenzeit - und viele Menschen überlegen sich, worauf sie in den Wochen bis Ostern verzichten könnten. Möglich ist alles, vom Verzicht auf Schokolade oder Alkohol über Konsumfasten bis hin zum Heilfasten mit Gemüsebrühe und Kohlsuppe. Anbei eine Aufstellung beliebter Möglichkeiten, die jenseits aller theologischen oder gesellschaftlichen Aspekte eines gemeinsam haben: Sie bieten die Chance, sein Leben sieben Wochen lang bewusst umzugestalten mit dem Wissen, Ostern ist alles vorbei. Oder auch nicht. Denn vielleicht wird aus dem Versuch ja eine neue Lebenseinstellung.

 

1. Süßigkeiten: Der Klassiker - bei Kindern wie bei Figurbewussten.

 

- Was es bringt: Einige Pfunde weniger auf den Hüften. Erholung für die Zähne. Geschmacksnerven werden sensibler für Süßes. Vorfreude auf Ostereier steigt. Möglicher Einstieg in eine bewusstere Ernährung.

- Alternativen:Trockenobst, süße Früchte, Nüsse, Honig, Marmelade.

- Härtegrad: 5, da Versuchungen überall locken.

 

2. Alkohol: Klassiker bei Erwachsenen.

 

- Was es bringt: Gewichtsabnahme, klarer Kopf, Überdenken der Trinkgewohnheiten

- Alternativen: Saftschorlen, Wasser mit Zitronensaft und frischer Minze

- Härtegrad: 3 bis 5

 

3. Zigaretten: Für viele der

Einstieg in den Ausstieg.

 

- Was es bringt: Bessere Kondition, mehr Geld, frischer Atem

- Alternativen: Kaugummis, Lollis

- Härtegrad: Je nach Suchtfaktor 1 bis 5

 

4. Autofahren: Gutes Gewissen für Umweltbewusste. Kollektives

Autofasten bietet unter anderem das katholische Bistum Trier oder die Evangelische Kirche im Rheinland an. Dort bekommen Teilnehmer sogar günstigere Tickets für den öffentlichen Nahverkehr.

 

- Was es bringt: Beitrag zur CO2-Reduzierung, stramme Waden und Fitness bei Umstieg aufs Fahrrad, mehr Zeit zum Lesen, Musikhören oder Träumen in öffentlichen Verkehrsmitteln, keine Parkplatzsuche, spart auf Dauer Geld.

- Alternativen: Fahrrad, Öffentliche Verkehrsmittel, Laufen.

- Nachteile: unbequem bei schlechtem Wetter, kann etwas länger dauern.

- Härtegrad: Je nach Fitness 1 bis 5

 

5. CO2-Fasten: Gut für die Umwelt. Tipps zum Sparen gibt etwa die CO2-Fastenaktion der katholischen Jugend im Diözesanverband Würzburg.

 

- Was es bringt: Bewusstes Auseinandersetzen mit der Frage: Wann wird CO2 ausgestoßen? Nicht nur beim Autofahren, sondern auch, wenn man das Licht einschaltet oder heiß duscht, wenn der Fernseher im Standby-Betrieb ist oder wenn Lebensmittel hergestellt werden.

- Alternativen: Strom und heißes Wasser sparen, weniger Autofahren, bewusster einkaufen, zum Beispiel Kartoffeln vom Bauern um die Ecke.

- Härtegrad: 2

 

5. Plastik:Neuer Trend.

Gemeinsames Plastikfasten bietet der Verbraucherservice Bayern im Katholischen Deutschen Frauenbund an. Er rechnet vor: Pro Kopf verbrauchen die Deutschen durchschnittlich 65 Plastiktüten im Jahr. "Während der Fastenzeit fallen in einem 4-Personen-Haushalt rein rechnerisch 35 Tüten an."

 

- Was es bringt: weniger Plastikmüll, bewussteres einkaufen, gutes Gewissen.

- Alternativen: die gute alte Einkaufstasche, Papiertüten für Obst und Gemüse, Wachstücher statt Frischhaltefolie, Einkauf auf dem Markt

- Nachteile: viele Lebensmittel gibt es nur mit Plastikverpackung, selbst wenn sie "Bio" sind

- Härtegrad: 1 bis 3 abhängig von der Bequemlichkeit

 

6. Schimpfwörter: unterhaltsamer Wettbewerb vor allem für Familien. Dazu passt die

Botschaft von Papst Franziskus, der zu mehr Mitgefühl mit den Armen aufruft. Stärke und Barmherzigkeit statt Egoismus und Gleichgültigkeit. Sein Motto für diese Zeit: "Macht euer Herz stark". Ähnlich sieht es die Evangelische Kirche in Deutschland. Ihr Aufruf:

"7 Wochen ohne Runtermachen". "Wir laden Sie ein, aus vollem Herzen zu sagen: "Du bist schön!" - zum Menschen an Ihrer Seite wie auch dem eigenen Spiegelbild."

 

- Was es bringt: bewussterer Umgang mit Sprache, Respekt, Kreativität, Familienfrieden.

- Alternativen: kreative Umschreibungen, tief durchatmen und lächeln statt lospoltern, Humor statt Beleidigung - zum Beispiel mit Hilfe des

"Schimpfwort-Generators" der Kinderzeitschrift Geolino

 

- Nachteile: weniger Möglichkeiten zum Dampfablassen

- Härtegrad: Kampf gegen Gewohnheiten, daher 3

 

7. Smartphone, soziale Medien und Co: Wie das Ausklinken aus der Dauerkommunikation gelingen kann, zeigt die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) mit dem Handyfasten.

 

- Was es bringt: Mehr Zeit für Bücher und Gespräche, spannende Entdeckungen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Blickkontakt mit fremden Menschen, weniger Ablenkung und mehr Konzentration, Zeit zum Nachdenken

- Alternativen: Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Treffen mit Freunden, Blick aus dem Fenster

- Nachteile: Langeweile, Verpassen wichtiger Informationen

- Härtegrad: gefühlt 1, realistisch 5

dpa


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