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Kosmetik

Respektbalken oder Wildwuchs - Welche Bärte wem stehen

Vom Studenten bis zum Hollywoodstar: Immer mehr Männer tragen Bart. Doch nicht jedem steht das Gesichtshaar, und nicht jede Variante wirkt auch modern und hip. George Clooney hat einen, Kaiser Franz Beckenbauer und Conchita Wurst auch: Bart muss für viele Männer zumindest zeitweise sein.
Leonardo DiCaprio trägt einen Henriquatre. Hier umschließt ein Haarkranz den Mund und bedeckt das Kinn, reicht aber nicht bis zu den Backen.

Leonardo DiCaprio trägt einen Henriquatre. Hier umschließt ein Haarkranz den Mund und bedeckt das Kinn, reicht aber nicht bis zu den Backen.

© epa/Everett Kennedy Brown

Berlin. n. Egal, ob gepflegter Vollbart, ausgefallener Schnäuzer oder neckischer Kinnschmuck - immer mehr Männer jeden Alters mögen es mit Gesichtshaar. "Im Moment sind alle Arten von Vollbärten in Mode", sagt Bernhard Roetzel, Herrenmode-Experte aus Berlin. "Es wird auch immer wieder versucht, den Schnurrbart zu hypen. Allerdings mit weniger Erfolg."

Laut einer Umfrage der GfK-Marktforschung steht der Drei-Tage-Bart hoch im Kurs: Wenn der Mann einen Bart tragen will, mögen 42 Prozent der Befragten am liebsten diese Variante. Es folgen Schnäuzer (20 Prozent), Vollbart und Henriquatre (jeweils 12 Prozent). Bei Letzterem umschließt ein Haarkranz den Mund und bedeckt das Kinn. Das Ziegenbärtchen ist laut der Umfrage wenig beliebt.

"Der Drei-Tage-Bart galt früher als ungepflegt, liegt aber seit den 80ern im Trend", sagt Barbara Psoch, Leiterin des Magdeburger Friseurmuseums. Die Stoppel verleihen insbesondere jungen Männern eine gewisse Reife, müssten aber gepflegt sein und zum Typ passen. Prominente Beispiele, die immer mal wieder Haare im Gesicht stehen lassen, sind Schauspieler Robert Pattinson oder Ex-Fußballer David Beckham. Bei beiden geht die Drei-Tage-Version manchmal auch in Richtung Vollbart.

"Viele Promis experimentieren mit Bärten", erläutert Roetzel. "In Berufen mit strengem Dresscode wie Banken sind Bärte aller Art aber tabu." Er warnt vor allem vor dünn ausrasierten Haarexperimenten: "Sie sehen einfach nur gewöhnlich aus", findet der Stilexperte. Sein Tipp: Bei einem breiten oder runden Gesicht auf dunkle Koteletten setzen, da sie optisch verschlanken.

Das Gegenteil bewirkt ein Vollbart à la Brad Pitt oder Sean Connery, denn er kann hagere Wangen voller wirken lassen. "Doch dieser Bart muss zum Mann und seinem Charakter passen", erklärt Psoch. Früher wurde er zum Schutz vor der Witterung getragen. Heute entscheiden sich auffallend viele jüngere Männer wieder für den smarten, aber nicht zu langen und gepflegten Vollbart. Sein Opa-Ruf scheint passé.

Eine weitere beliebte Variante der haarigen Gesichtsmode ist der Henriquatre. Mit ihm ist jüngst der Schauspieler oder Leonardo DiCaprio gesichtet worden. Sein Vorteil: Er betont das Gesicht, wirkt im besten Fall edel. Ein fliehendes Kinn kann durch diesen Bart mehr Kontur erhalten. Vorsicht: Franz Beckenbauers Henriquatre wurde kürzlich sowohl positiv als auch negativ diskutiert. Stilexperte Roetzel kommentiert: "Er steht ihm nicht."

Ähnlich kritisch sieht so mancher den Schnurrbart, Schnauzer oder Respektbalken wie ihn beispielsweise der NDR-Moderator Carlo von Tiedemann trägt. Auch die Popsängerin Lady Gaga zeigte sich kürzlich mit angeklebtem Lippenbärtchen. Dieser Gesichtsschmuck kämpfe noch immer gegen ein Proleten-Image an, das ihm seit den 70er Jahren anhafte, sagt Roetzel. Dabei gibt es schmucke Exemplare.

Und wer den Oberlippenbart lange trägt und dann abrasiert, fühlt sich nicht nur nackt, sondern wird oft nicht wiedererkannt. Tom Selleck alias Magnum ohne Schnurrbart? Schwer vorstellbar. TV-Koch Horst Lichter oben ohne? Ach, nein!

Hinzukommen Bartvarianten, die mehr sind als ein Trend oder Modegag. Wer sich beispielsweise einen imposanten kaiserlichen Backenbart wie der viermalige Bartweltmeister Jürgen Burkhardt wünscht, der muss sich auf viele Jahre Pflege einstellen und eine gehörige Portion Geduld mitbringen. "Ich bin ein Bartträger seit dem ersten Flaum", erzählt der Präsident des Clubs Belle Moustache. Ein Bart wachse durchschnittlich ungefähr einen halben Zentimeter pro Monat.

"Er ist ein wunderbares Gestaltungsmittel für uns Männer", sagt der Experte. "Frauen haben Schminke, um den Charakter zu unterstützen. Männer haben Bärte." Er empfiehlt allen, die es einmal probieren möchten, sich im Vorfeld zu informieren und beraten zu lassen: "Es gibt den passenden Bart für jede Gesichtsform, jede Persönlichkeit und jeden Mann."

Aber er sollte immer gepflegt sein. "Die Pflegeprodukte unterscheiden sich je nach Bartform, sind aber in jedem Supermarkt zu haben", sagt Burkhardt. Für Schnauzbärte eigneten sich Bartwichse sowie Haarspray und Haarlack. Empfehlenswert ist auch eine Bartbürste aus Naturhaar. Nicht zu vergessen: ein mildes Shampoo sowie Haarkuren oder Spülung.

 

Service:

 

Wer nach dem perfekten persönlichen Bart sucht: Der Bartclub Belle Moustache hilft weiter. Informationen unter:

www.bartweltmeister.de.

 

Individuelle Beratungen bietet auch das Friseurmuseum Magdeburg unter 0391/990 50 50.

dpa


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