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Mode

Mehr als cooles Design - Die Sonnenbrillen der neuen Saison

Der Sommer pendelt zwischen zwei Extremen - im Gesicht sitzen mal XL-Gläser, mal zieren grazile Gestelle die Nase. "Die Gigantobrille ist nicht totzukriegen", beschreibt Personal Shopperin Stephanie Zarnic den einen der zwei Trends.
Ein knalliges Gelb wie bei Eschenbach ist in diesem Sommer ein schönes Pendant zu den klassischen Gläserfarben (ca. 70 Euro).

Ein knalliges Gelb wie bei Eschenbach ist in diesem Sommer ein schönes Pendant zu den klassischen Gläserfarben (ca. 70 Euro).

© Eschenbach

Berlin. Insbesondere große, kreisrunde Retro-Gläser wie sie John Lennon populär machte, spielen eine große Rolle. "Aber auch die Pilotenbrille mit ihrer ovalen Gläserform ist nicht wegzudenken." Übertreiben sollte man es nicht: "Zwar sollen die Augenbrauen hinter den Gläsern verschwinden, nicht aber gleich das halbe Gesicht."

Kerstin Kruschinski vom Kuratorium Gutes Sehen beobachtet eine zweite Entwicklung hin zu mehr Zurückhaltung: Die Fassungen werden kleiner. Schmale Kunststofffronten und grazile Metallbügel bestimmen den Look. "Mitunter werden die Rahmen auch ganz weggelassen, so dass die Bügel direkt mit dem Glas verbunden sind."

Was die Farben betrifft, ist Mut erwünscht: "Das klassische Schwarz und Braun verschwindet zwar nicht, wird aber von knalligen Farben wie Pink, Lila, hellen Grün- und Blautönen übertrumpft", so Zarnic. "Bei den Jüngeren ist das metallene Gold-Gestell aus den 70er-Jahren angesagt", ergänzt Kruschinski. Auch Farbkontraste zwischen Gestell und Gläsern seien ein großes Thema. "Wir werden raffinierte Kombinationen sehen, etwa grüne Gläser mit gelbtransparentem Rahmen oder weiße Gläser in schwarzer Fassung."

Auch die Materialien werden bunt gemixt: "Die Fassung ist aus Horn oder Azetat gefertigt, die Bügel hingegen aus Metall", erklärt Zarnic. Auch Holz und Kunststoff werden miteinander kombiniert, Bügel mit Leder oder bunten Stoffen überzogen.

Doch nicht nur modische Aspekte sollten beim Sonnenbrillenkauf berücksichtigt werden: "Wer die falsche Brille trägt, schadet seinen Augen dauerhaft", warnt Giovanni Di Noto vom Zentralverband der Augenoptiker. "Leider ist der Irrtum verbreitet, dass Gläser umso besser vor den schädlichen Strahlen schützen, je getönter sie sind."

Dabei absorbieren dunkle Gläser nur das sichtbare Licht, bieten also lediglich einen Blendschutz. "Bei Helligkeit ziehen sich unsere Pupillen automatisch zusammen und lassen so weniger UV-Strahlen ins Auge eindringen", erklärt Di Noto. "Eine getönte Brille setzt diesen Schutzmechanismus außer Kraft, weil sie das Licht dämpft." Eine Entzündung der Binde- und Hornhaut können die Folge sein. Ob eine Sonnenbrille über einen ausreichenden UV-Schutz verfügt, weist das sogenannte CE-Kennzeichen aus, das in Europa Pflicht ist.

Welche Tönungsstufe man wählt, hängt davon ab, zu welchem Zweck die Sonnenbrille gekauft wird. "Es wird in fünf Kategorien unterschieden", erklärt Kruschinski. "Je höher die Zahl der Blendschutzkategorie, desto dunkler das Glas und desto mehr Licht wird absorbiert." Für die Lichtverhältnisse hierzulande empfiehlt sie Gläser der Kategorie 2 bis 3.

Vor dem Kauf gilt dann, die Gläser zu testen: "Die Brille 50 Zentimeter von sich weg vor eine gerade Linie - etwa ein Fenster oder eine Tischkante - halten und die Brille leicht drehen", rät Kruschinski. "Wird die Linie verzerrt, handelt es sich um minderwertige Gläser, die Kopfschmerzen und Schwindel hervorrufen könnten."

dpa


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