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Buntes

"Lichtgrenze" ist Wort des Jahres 2014

Kriege und Krisen - das Wort des Jahres 2014 hätte von der dunklen Seite des Lebens kommen können. Doch die Jury wählte ein Wort zu einem hellen Moment aus Berlin.
«Lichtgrenze» in Berlin: die beleuchteten Ballonstelen gehen nun als «Wort des Jahres» 2014 in die Geschichte ein.

«Lichtgrenze» in Berlin: die beleuchteten Ballonstelen gehen nun als «Wort des Jahres» 2014 in die Geschichte ein.

© Kay Nietfeld

Wiesbaden/Berlin. Die traumhafte Berliner "Lichtgrenze" zum Mauerfall-Jubiläum beschert Deutschland das

"Wort des Jahres 2014". Das vergängliche Kunstwerk in der Hauptstadt stehe für die großen Emotionen, die das Ende der DDR-Diktatur auch 25 Jahre später noch hervorrufe, erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag (12. Dezember).

 

Auf Platz zwei setzten die Sprachforscher in Wiesbaden die "schwarze Null", den ersten Bundeshaushalt ohne neue Schulden seit Jahrzehnten. Das Wortspiel "Götzseidank" kam auf Platz drei - als Dank für Mario Götzes Siegtor im Finale der Fußballweltmeisterschaft.

"Eine Grenze, die sich in Licht verflüchtigt," nannte GfdS-Vorstand Armin Burkhardt die Installation mit 8000 beleuchteten Ballons. Sie markierten den früheren Verlauf der Mauer durch Berlin und stiegen am 9. November in den Abendhimmel auf. Die Organisatoren von der Kulturprojekte Berlin GmbH freuten sich "über diese Wahl und die Resonanz, die unser Projekt zum 25. Jahrestag des Mauerfalls auf diese Weise erneut erfährt".

Mit der Zehnerliste der "Wörter des Jahres" versucht die GfdS eine Art Jahreschronik zu schreiben. 2013 hatte sie "GroKo" (große Koalition) an die Spitze gesetzt. "Dies ist ein Jahr mit mehr Schatten als Licht gewesen", sagte der Germanistikprofessor Burkhardt zu den Krisen 2014. Das abschätzige "Russland-Versteher" kam auf Platz vier. Die Ausreisen junger deutscher Islamisten in den syrischen Bürgerkrieg gelangten als "Terror-Tourismus" auf die Liste.

Das Adjektiv "bahnsinnig" erinnert an die Lokführerstreiks. Die Schlagzeile "Der Bahnsinnige" war ursprünglich auf den Chef der Lokführergewerkschaft GdL, Claus Weselsky gemünzt. Die Jury entschied sich für die harmlosere Variante. Man wolle niemanden an den Pranger stellen, sagte Burkhardt. "Vielleicht haben wir Glück, und der Bahnsinn hört auf."

Auch "Willkommenskultur" kam auf die Liste, ebenso "Freistoßspray" und "Social Freezing" - das Einfrieren von Eizellen, damit Frauen wegen der Karriere Kinder auf später verschieben können. Auch mit der Wahl der "Generation Kopf unten", die ständig nur aufs Smartphone starre, übten die Sprachforscher Kulturkritik.

dpa


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