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Mode

Berliner Modesalon: Deutsche Mode kann auch cool

Mit dem Berliner Modesalon gibt es in der Hauptstadt eine Plattform für Top-Designermode. Die etwas müde Fashion Week wirkt hier plötzlich ganz wach.
Die Kreationen von Dorothee Schumacher lassen eine dezente Eleganz erkennen. Die Farbtöne erzeugen aber auch eine gewisse «Coolness».

Die Kreationen von Dorothee Schumacher lassen eine dezente Eleganz erkennen. Die Farbtöne erzeugen aber auch eine gewisse «Coolness».

© Jörg Carstensen

Berlin. Uncool geht anders. Die fein geschneiderte Kollektion des Frankfurter Designers René Storck hatte Paris-Format. Schauplatz war der

Berliner Mode Salon, eine Reihe zur Förderung von deutschen Kreationen. Sie bringt seit 2015 neues Flair in die

Fashion Week.

Manche finden die 2007 gestartete Modewoche sonst etwas hausbacken, mit Konfektionskleidung, die für den Hauptstadt-Laufsteg hochgetuned wird. Im Berliner Salon ist das anders. Es liegt nicht nur am Ort, dem noblen Kronprinzenpalais Unter den Linden, das hier Pariser Gefühle aufkommen.

Es gibt echte Hingucker im Programm. Dazu gehört die spektakuläre Schau des deutschen Designerlabels Odeeh, das in den Rohbau des Berliner Stadtschlosses einlud. Baustaub und Dixie-Klo inklusive. Grundstein der Reihe ist ein echter "Salon" - die Gruppenausstellung von mehr als 40 teils bekannten, teils unbekannten deutschen Designern.  

Einkaufen wie bei einer normalen Messe kann man sich hier nicht. Man wird aufgefordert und entrichtet dann eine geringe Teilnahmegebühr. Die Auswahl wird kuratiert von der Chefredakteurin der deutschen "Vogue", Christiane Arp. "Hier zu sein, heißt zu den besten Designern Deutschlands zu gehören", meint Valentin von Arnim, Chef der Luxusmarke Iris von Arnim.

Sein Label gehört wie Talbot Runhof und Dorothee Schumacher zu den schon Etablierten, die ihre Entwürfe im Berliner Modesalon zeigen. Bis heute ärgert sich von Arnim, dass vor einiger Zeit der wichtige Einkäufer eines Online-Shops deutsche Mode als "uncool" bezeichnet hat. In diesem Rahmen könne man zeigen, dass sie bei den Besten mitspielen könne.

Tatsächlich scheint German Fashion in der internationalen Modeszene noch nicht wirklich angekommen zu sein. Auf den Seiten der Online-Platzhirsche im Luxusbereich wie Net-à-Porter, Matches Fashion und Mytheresa ist die Zahl deutscher Designer verschwindend gering. Newcomer aus anderen Ländern wie Vita Kin aus der Ukraine werden hingegen als Superstars gehypt mit Entwürfen, die im Nullkommanichts ausverkauft sind. 

Mit diesem Sommer könnte sich das ändern. Gerade ist es dem Berliner Salon gelungen, eine Partnerschaft mit Luisa Via Roma einzugehen - einem der bedeutendsten Modehändler Italiens. "Luisa Via Roma ist hier, Stylebop ist hier, Saks aus den USA und aus Deutschland zum Beispiel Breuninger", zählt Marcus Kurz auf, neben Christiane Arp einer der Gründer des Salons. In der Branche sind dies alles klingende Namen.

Mehr noch als die internationale Modepresse entscheiden sie, die Händler, wer Verkaufschancen hat. Die Entwürfe der begabten Berlinerin Nobieh Talaei (Nobi Talai) zum Beispiel. René Storck sagt: "Es gibt durch den Berliner Salon endlich einen Ort, wo man seine Sachen in Deutschland in einer sehr guten Form präsentieren kann. Vorher musste man sich dies in Paris oder anderswo suchen." Der britische Luxushändler Harvey Nichols sei zum Beispiel gerade bei ihm gewesen.

Noch ist natürlich viel Luft nach oben. Das weiß auch "Vogue"-Chefin Arp, die mit dem Salon und den anderen Veranstaltungen des Magazins unermüdlich trommelt. Die deutsche Hauptstadt habe das Potenzial, sagt sie. "Wenn dies hier Entscheider aus der internationalen Modewelt dazu bringt, für einen Tag nach Berlin zu kommen, haben wir viel geschafft."

dpa


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