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Ernährung

Von Pudding bis Rehkruste: Brot ist eine leckere Kochzutat

Eine Scheibe frisches, würziges Schwarzbrot, eine zarte Schicht Butter, darauf ein wenig Salz - schon ist das Glück vollkommen. Davon gibt es insbesondere in Deutschland eine ganze Menge.
Markus Herbicht ist Spitzenkoch im «Schmelzwerk» in Berlin.

Markus Herbicht ist Spitzenkoch im «Schmelzwerk» in Berlin.

© Franziska Gabbert

Berlin. "Mit Brot kann man viel mehr machen, als es mit Butter zu bestreichen", sagt Köchin und Autorin Tainá Guedes.

Das gilt vor allem, wenn Toast- oder Roggenbrot nach einigen Tagen nicht mehr saftig ist, sondern immer härter wird. So wird altes Brot in Frikadellen sowie Semmelknödeln verarbeitet oder zu Paniermehl zerrieben. Ein Klassiker sind auch die Armen Ritter, für die altes Weißbrot in einem Gemisch von Milch, Zucker und Eiern gewälzt und anschließend in einer Pfanne gebacken wird.

Die Armen Ritter kann man auch als Auflauf kredenzen, indem man alte Brötchen oder Baguette zerkleinert, mit Eiern und Milch mischt, die Masse in eine Auflaufform gibt und im Ofen backt. "Ich mische Rosinen und Walnüsse hinein", rät Florian Semmler vom Catering-Unternehmen Optimahl in Berlin. Sein Tipp: Mit Schokosoße wird das Gericht noch raffinierter. Außerdem kann man zu der Masse einen Schuss Whisky oder Rum geben.

"Für Desserts und süße Speisen ist die Verwertung von altem Brot super", findet auch Markus Herbicht, Spitzenkoch aus Berlin. Er verwendet alte Brötchen gern für die schlesische Speise "Mohnpielen". Auch dafür wird das grob zerkleinerte Brot in Milch eingeweicht, wobei Herbicht die Milch mit etwas Vanille verfeinert. "Die Mohnsaat röste ich vorab im Ofen, dadurch kommen die Aromen besonders gut hervor", empfiehlt er. Nun müssen nur noch Brotmilch sowie Mohnmilch vermengt und Rosinen, Korinthen und Mandeln hinzugegeben werden.

Nun ist Brot allerdings nicht nur ein Fall für Naschkatzen. Tainá Guedes brät gemahlenes Brot in einer Pfanne in etwas Olivenöl und Butter zu Brotkrokant, das Pasta mit Lauch einen überraschenden, würzig-knusprigen Pfiff gibt. Auch das Thema Brotbacken bekommt bei ihr eine ganz neue Bedeutung.

Guedes mischt aus zerkleinertem, trockenen Vollkornbrot, angebratenen Zwiebeln und Knoblauch sowie klein gehackten Maronen, Basilikum, getrockneten Tomaten sowie Ei und etwas Blauschimmelkäse einen Teig, von dem sie eine Hälfte in eine Brotbackform gibt. Darauf legt sie in drei Schichten angebratene Zwiebeln, Zucchini sowie gehäutete rote Paprika und bedeckt dies mit dem Rest des Teiges. Dies wird im Ofen gebacken und schließlich mit Kirschtomaten und Salat serviert.

Und damit ist auch bewiesen, dass sich nicht nur hartes Weißbrot zum Kochen eignet. Markus Herbicht mischt mit Schwarzbrot sogar eine Kruste für Wildgerichte, wobei er das zerkleinerte Brot in Olivenöl röstet und dann mit Butter, Eigelb sowie Koriander und weiteren Gewürzen vermischt. Dies gibt er zum Beispiel über Rehrücken und überbackt das Wild mit der Kruste.

Es gibt jedoch auch Grenzen für körniges Schwarzbrot. "Croutons für Salat sollte man besser mit Weißbrot zubereiten, denn die Körner würden in der Pfanne schnell verbrennen", erklärt Guedes. Dafür kann man die Weißbrotwürfel bestens mit Kräutern und Butter braten und mit Gewürzen spielen, etwa Currypulver oder Kreuzkümmel.

 

Literatur:

 

Tainá Guedes: Kochen mit Brot, Oekom, 95 Seiten, 14,95 Euro, ISBN-13: 9783865816962

dpa


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