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Ernährung

Sechs fleischlose Produkte sind mit Mineralöl belastet

Fleischersatz-Produkte halten viele Verbraucher für gesund. Eine Untersuchung von der Stiftung Warentest zeigt nun aber: Nicht alle diese Lebensmittel erfüllen den Anspruch. Manche sind sogar mit Mineralölen belastet. Beim Kauf müssen Verbraucher genau hinschauen.
Vegetarische Würstchen und Schnitzel sind in einem Test nicht immer gut bewertet worden.

Vegetarische Würstchen und Schnitzel sind in einem Test nicht immer gut bewertet worden.

© Fredrik von Erichsen

Berlin. Fleischersatz auf Basis von Soja, Seitan oder Milch nutzen viele Verbraucher als Fleischalternative. Manche der Produkte sind aber gesundheitlich keineswegs unbedenklich, zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest von 20 fleischlosen Frikadellen, Bratwürsten und Schnitzeln.

16 der Produkte erhielten in der Zeitschrift "test" (Ausgabe 10/2016) die Noten "gut" oder "befriedigend". Doch 6 Produkte waren mit Mineralöl belastet. Betroffen waren 5 der 8 vegetarischen Bratwürste. Sie enthielten 20 bis 60 Milligramm Mineralölbestandteile pro Kilogramm. 3 der belasteten Bratwürste bekamen nur ein "ausreichend".

Noch viel höher war die Belastung im "Vegetarische Mühlen Schnitzel klassisch" von Rügenwalder Mühle. Pro Kilogramm maßen die Tester mehr als 400 Milligramm Mineralölbestandteile. Sie werteten das Schnitzel, das geschmacklich das beste aller getesteten Produkte war, deshalb ab und benoteten es mit "mangelhaft". Rügenwalder Mühle erklärte auf Anfrage, dass die Rückstände durch ein Paraffin zustandekommen, das ausdrücklich zur Herstellung von Lebensmitteln zugelassen sei.

Die Zutat, die für die Rückstände verantwortlich ist, habe man dennoch bereits ausgetauscht, hieß es weiter. Sie werde nicht mehr bei Rügenwalder Mühle eingesetzt.

Konkret fanden die Tester gesättigte Mineralölverbindungen. Diese seien zwar nicht akut toxisch, könnten sich jedoch langfristig im Körper anreichern, vor allem in Leber und Milz, sagte Holger Brackemann am Mittwoch in Berlin. Er ist Bereichsleiter für Untersuchungen bei der Stiftung Warentest. Für die Verbindungen gibt es keine Grenzwerte. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stuft die Stoffe laut Brackemann aber als "potenziell besorgniserregend" ein.

Verbraucher können Schadstoffbelastungen beim Kauf nicht erkennen, sagte Werner Hinzpeter, stellvertretender Chefredakteur von "test". Das Ergebnis zeige aber: Es geht auch anders. Mehr als die Hälfte der Produkte bekamen beim Punkt Schadstoffe die Teilnote "gut".

Ob ein Produkt nach Fleisch schmeckt, interessierte die Tester nicht. Manche Produkte versuchen, den Fleischgeschmack zu imitieren. Andere setzen auf einen eigenen Geschmack. Wichtiger war den Warentestern Konsistenz, Geruch und Aussehen. Mehr als die Hälfte der Produkte konnte die Tester geschmacklich überzeugen. Es gab aber auch schwere Kost: trocken, gummiartig, schwer kaubar, krümelig.

Grund zur Kritik sahen die Warentester auch beim Nährstoffgehalt: Manche Produkte enthielten sehr viel Salz. Daniela Krehl kennt das Problem: Beim Kauf von Fleischersatz sollten man den Salzgehalt beachten, rät die Expertin der Verbraucherzentrale Bayern. Der ist auf der Verpackung angegeben. "Generell sollte man nicht mehr als fünf Gramm am Tag zu sich nehmen."

Oft enthalten die Produkte, weil sie Fleisch imitieren, auch viele Zusatzstoffe und künstliche Aromen, sagt Krehl. Lange Zutatenlisten sind dafür zum Beispiel ein mögliches Indiz. "Die Gesamtkomposition der Nahrung muss passen", sagte Brackemann. Mit den "gut" bewerteten Produkten könne man sich aber gesund ernähren.

Testsieger wurden Bratwurst und "Schnitzel fleischfrei" von Valess (beide 2,0). Auch "gut" waren der "Bratmaxe Veggie-Griller" von Meica (2,2), "Vegetarische Mühlenfrikadellen" von Rügenwalder Mühle (2,3), das "Vegane Soja-Schnitzel" von Edeka Bio+Vegan (2,4) und die "Wie Frikadelle vegetarisch" von Heirler (2,5).

dpa


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