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Ernährung

Kekse aus dem 3D-Drucker - Neuheiten von der Backmesse

Nach Brillengestellen und Kaffeetassen kommen auch Kartoffelbrei und Kekse bald aus dem 3D-Drucker. Auf der Backmesse iba in München können die Besucher probieren, wie "gedrucktes Essen" schmeckt.
Das Start-Up-Unternehmen «Print2Taste» hat mit einem selbstentwickelten 3D-Drucker das Schloss Neuschwanstein aus Marzipan nachgebildet.

Das Start-Up-Unternehmen «Print2Taste» hat mit einem selbstentwickelten 3D-Drucker das Schloss Neuschwanstein aus Marzipan nachgebildet.

© Matthias Balk

München. Eine Krake aus Kartoffelbrei, eine Blume aus Leberwurst oder ein Boot aus Marzipan: Mit einem 3D-Drucker kommen altbewährte Lebensmittel bald in neuer Form auf den Teller.

Auf der weltgrößten Backmesse

iba (Publikumstage: 12. bis 17. September), die am Samstag in München beginnt, können sich die Besucher davon überzeugen, dass die gedruckten Lebensmittel keine Zukunftsvision mehr sind: Das Startup-Unternehmen Print2Taste aus Freising bei München stellt seine Lebensmitteldrucker der Öffentlichkeit vor und will sie 2016 auf den Markt bringen.

"Die Drucker funktionieren ähnlich wie der Spritzbeutel eines Konditors - nur viel feiner", erklärt Melanie Senger das Prinzip. Die 31-jährige Ernährungswissenschaftlerin gehört zum zehnköpfigen Team des jungen Unternehmens Print2Taste.

Zusammen haben sie an dem Konzept getüftelt, über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter 40 000 Euro eingetrieben - und hoffen nun auf den Durchbruch für den Lebensmittel-Drucker. Die ersten Bestellungen für den rund 900 Euro teuren "Bocusini" liegen schon vor.

3D-Drucker für Lebensmittel sind nicht nur für Bäckereien und ambitionierte Hobby-Konditoren gedacht. Auch Altenheime könnten appetitlosen Senioren das Essen damit schmackhafter machen. Forscher arbeiten bereits an der Entwicklung ganzer Speisen aus dem 3D-Drucker.

Denn viele Senioren haben Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken und nehmen ihr Essen in pürierter Form zu sich. Mit Hilfe eines 3D-Druckers könnte dieser Brei nicht nur optisch ansprechend serviert, sondern auch gleich mit Vitaminen und Eiweißen angereichert werden.

Ernährungsforscher gehen davon aus, dass "gedrucktes Essen" bereits in wenigen Jahren zur Normalität gehören wird. Die Funktionsweise ist einfach: Der Teig oder

Brei wird in einer Patrone in den Drucker gegeben und dann aus einer Spritzdüse langsam dosiert und geschichtet - so entstehen im Gegensatz zum flach ausgerollten Teig zum Beispiel auch Kekse in Form einer Schildkröte mit einem gewölbten Panzer. Der Teig muss dann nur noch gebacken werden.

Bäckerverbands-Präsident Peter Becker sieht den neuen Back-Gehilfen auch als Chance für die Handwerksbetriebe: "Der Trend zur Personalisierung ist auch bei den Bäckern angekommen." Hochzeitstorten mit einem Marzipan-Foto des Brautpaares gehörten für viele Konditoren längst zum Alltag - warum dann nicht gleich das Paar als lebensnahe Figur im

Miniaturformat? "Auf jeden Fall werden die Drucker kommen, das ist keine Frage."

Der Drucker ist aber nicht die einzige Neuheit, die auf die Besucher der Bäckereimesse wartet. Auch ein Fast-Food-Klassiker kommt auf der iba in neuer Form daher: Die Leberkäs-Semmel, die zumindest im Süden zu den beliebtesten Snacks unterwegs zählt - je nach Senfmenge aber nicht unbedingt kleckerfrei zu essen ist.

Das Problem hat ein Bäckermeister gelöst und alle Zutaten gleich in einen Teig gebacken. Auf der Messe stellt er seine "Leberkäs-Semmel 2.0" vor - rechtzeitig vor dem Beginn des Oktoberfests in München.

dpa


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