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Ernährung

Das sagt WWF: Nein zu Aal, Hai und Granatbarsch

Fisch ist gesund, viele finden ihn auch lecker - und trotzdem sollte man ihn nur in Maßen genießen, finden Umweltschützer. Von manchen Speisefischen sollte man ihrer Ansicht nach ganz die Finger lassen. Worauf können Verbraucher beim Einkauf im Fischgeschäft achten?
Räucheraal schmeckt zwar lecker - sollte aber nach Ansicht von Umweltschützern nicht auf dem Speiseplan stehen. Nach Angaben des WWF ist der Aal sogar vom Aussterben bedroht.

Räucheraal schmeckt zwar lecker - sollte aber nach Ansicht von Umweltschützern nicht auf dem Speiseplan stehen. Nach Angaben des WWF ist der Aal sogar vom Aussterben bedroht.

© Franziska Gabbert

Hamburg. Fisch sollte etwas Besonderes sein und nach Ansicht von Umweltschützern längst nicht an jedem Tag auf dem Speiseplan stehen. Etwa einmal in der Woche Fisch zu essen sei aber in Ordnung, lautet die Einschätzung der Umweltstiftung WWF. Die Experten haben am Montag ihren neuen Fischratgeber vorgestellt.

Hier ein Überblick, welcher Fische laut WWF gar nicht auf den Teller gehören, welche guten Alternativen es gibt - und worauf Verbraucher bei Klassikern wie Lachs, Scholle und Meeresfrüchten achten sollten.

Was gar nicht geht: Fische wie Hai, Aal und Granatbarsch sind so selten geworden, dass sie nicht auf den Speiseplan gehören. Das gleiche gilt laut

WWF für Schnapper und Blauflossenthunfisch. Viele Verbraucher wissen zum Beispiel nicht, dass Schillerlocken aus den Bauchlappen des Dornhais bestehen und damit tabu sein sollten. Aale seien sogar vom Aussterben bedroht, heißt es.

Gute Alternativen: Einige Fischarten darf man laut WWF recht bedenkenlos essen, darunter Heringe und Sprotten aus Nord- und Ostsee. Auch europäische Karpfen und Bio-Forellen aus einer Aquakultur seien Alternativen. Wichtig ist immer, wo und wie der Fisch gefangen wurde. Einen ersten Überblick bieten Gütesiegel, etwa das MSC- und das ASC-Siegel. MSC steht für Marine Stewardship Council und kennzeichnet Wildfisch aus bestands- und umweltschonender Fischerei, ASC ist die Abkürzung für Aquaculture Stewardship Council. Auch Zuchtfisch ist laut WWF nicht unbedenklich: Massenzüchtung kann zum Beispiel zu Umweltproblemen führen, wenn Antibiotika ins Wasser geraten. Verbraucher sollten deshalb darauf achten, dass der Fisch entweder aus einer Biozucht stammt oder das ASC-Siegel trägt.

Die Klassiker: Bei Fischen wie Lachs, Kabeljau und Scholle kommt es besonders auf die Herkunft an. "Bei Lachs aus Aquakultur empfehlen wir, auf das ASC-Siegel für verantwortungsvolle Aquakultur oder auf die Biosiegel zu achten", sagt Catherine Zucco vom WWF. Wer gerne Wildlachs isst, sollte auf Angebote mit MSC-Logo achten oder Buckel- oder Ketalachs aus dem Nordostpazifik wählen. "Auf Lachs aus der Ostsee sollte verzichtet werden, denn die meisten Bestände werden zu stark befischt." Auch beim Kabeljau empfiehlt die Expertin auf das MSC-Siegel zu achten. Wer Scholle mag, achtet idealerweise darauf, dass sie aus Nordsee oder Skagerrak kommt: "Dort sind die Bestände gesund", sagt Zucco. Verbraucher sollten aber auf das Fanggerät achten und Scholle aus Snurrewaden- oder Kiemennetzfischerei kaufen. "Grundschleppnetze sind schädlich für den Meeresboden und haben meist viel Beifang, deswegen ist diese Fischerei nur zweite Wahl."

Meeresfrüchte: Auch beim Kauf von Garnelen, Tintenfischen und Muscheln sollten Verbraucher genau hinschauen. "Bei den tropischen Garnelen ist die beste Wahl aus Bio-Aquakultur", sagt Zucco. Auch Garnelen mit ASC-Siegel seien empfehlenswert. "Von tropischen Garnelen aus Wildfang raten wir ab, da die engmaschigen Netze oft sehr viel Beifang von Jungfischen haben." Wer lieber Garnelen aus nördlichen Gewässern mag, kauft am besten MSC-zertifizierte Kaltwassergarnelen. Beim Tintenfisch gebe es sehr unterschiedliche Fischereien - eine gute Wahl ist laut Zucco Tintenfisch aus der Angelleinenfischerei aus dem Mittelmeer, aus dem Südwest- und Zentralatlantik oder aus dem östlichen Zentralpazifik. Miesmuscheln sollten besser aus Hänge- oder Pfahlkulturen aus Westeuropa stammen. Nicht empfehlenswert seien hingegen solche aus Bodenkulturen.

dpa


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