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Wintereinbruch und Kälte: Tipps für verschneite Häuser

Der Wintereinbruch kommt oft überraschend und mit voller Wucht. Schnee, Eis und Minusgrade haben auch Auswirkungen auf das Haus. Experten geben Tipps, was zu tun ist, wenn dicke Schneelasten auf dem Dach liegen und Rohre einfrieren.
Nach Tagen klirrender Kälte wachsen Eiszapfen am Dach hinunter - was tun? Den Bereich darunter absperren, sagen Experten.

Nach Tagen klirrender Kälte wachsen Eiszapfen am Dach hinunter - was tun? Den Bereich darunter absperren, sagen Experten.

© Marc Müller

München. Zieht der Winter über das Land, machen frostige Temperaturen, Schneemassen und Eiszapfen dem Haus Probleme. Experten erklären, was zu tun ist, wenn...

 

...eine dicke Schneedecke auf dem Dach liegt: Schnee auf dem Dach kann die Standsicherheit des Hauses gefährden. "Die Hausbesitzer müssen daher wissen, wie viele Kilogramm Schnee die Konstruktion tragen kann", erklärt der Statiker Prof. Norbert Gebbeken von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. "Schon 10 Zentimeter nasser Schnee bedeuten fast 100 Kilogramm pro Quadratmeter - etwa die übliche Schneelast von Dächern in München." Aber die Werte variieren von Region zu Region. Angaben dazu finden sich im Standsicherheitsnachweis des Daches. "Sie müssen aber beachten, dass nicht die Dicke eines Schneebretts, sondern sein Wassergehalt entscheidend für das Gewicht ist", erläutert Prof. Gebbeken.

 

Handeln müssen Hausbesitzer, wenn sich das Dach sichtbar verformt, Fenster oder Türen klemmen oder der Putz Risse bekommt. "Laien sollten Dächer allerdings nicht betreten - das ist viel zu gefährlich." Dachdecker übernehmen das vorsorgliche Räumen, die Feuerwehr hilft nur bei akuter Einsturzgefahr.

 

...Schnee auf der Solaranlage liegt? Das ist kein Problem. "Fachgerecht installierte Solaranlagen kommen mit mitteleuropäischen Schneeverhältnissen klar", erläutert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft in Berlin. Auf keinen Fall sollten Hausbesitzer selbst die Module auf dem Dach von Schnee befreien. Die Unfallgefahr sei einfach zu groß.

 

 

...Schneeberge sich direkt am Haus auftürmen? Schneeverwehungen an der Fassade sowie an Terrassen- sowie Balkontüren werden am besten weggeräumt. Denn taut die Masse auf, läuft das Tauwasser oft durch Türen ins Haus oder durchnässt das Mauerwerk, erläutert der Verband Privater Bauherren.

 

 

...Wasserrohre eingefroren sind? Zunächst muss der Hahn der Zuleitung abgesperrt werden, erklären die Experten der Berliner Wasserbetriebe. Dann wird mit handwarmem Wasser die Leitung aufgetaut, nicht aber mit einem Heizgerät oder einer offenen Flamme. Das kann ein Feuer entfachen. Die Experten raten dazu, die Rohre nicht in Eigenregie aufzutauen, sondern einen Sanitärexperten zu beauftragen. Außerdem sollten Frostschäden an der Anschlussleitung - also am Rohr, das von der Straße zum Wasserzähler führt - und am Wasserzähler selbst dem Entstörungsdienst der lokalen Wasserbetriebe gemeldet werden.

 

 

...Eiszapfen am Dach wachsen? Eiszapfen sind gefährlich. Hausbesitzer müssen den Bereich unter dem Dach absperren, damit keine Menschen von herabfallenden Eiszapfen verletzt werden. Das betont der Verband Privater Bauherren. Denn der Hausbesitzer müsse dafür sorgen, dass keiner durch seine Immobilie zu Schaden kommt. Wer die Möglichkeit hat, kann die Eiszapfen abschlagen. Aber auch hier gilt: Sich nicht selbst in Gefahr bringen.

dpa


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