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Roboter zum Reinemachen: Autarke Sauger ideal als Zweitgerät

Saugroboter navigieren inzwischen recht sicher durch die Wohnungen ihrer Besitzer. Zwar sind sie nicht so stark wie ein großer Staubsauger, doch der täglichen Grundlast an Staub und Krümeln auf dem Boden meist gewachsen.
Auf dem Weg zur Ladestation: Der Roomba 630 von iRobot (ab rund 330 Euro).

Auf dem Weg zur Ladestation: Der Roomba 630 von iRobot (ab rund 330 Euro).

© iRobot

Berlin. Wie niedliche kleine Ufos sehen Saugroboter aus, wenn sie über Teppich, Parkett oder Fliesen kurven. Manche haben pinselförmige Tentakel, die fleißig Staub zur mittig gelegenen Saugöffnung kehren, was ihnen fast das Antlitz eines seltsamen Haustiers verleiht. Einer Bitkom-Umfrage zufolge kann sich inzwischen mehr als jeder Zweite (54 Prozent) vorstellen, von einem Roboter Unterstützung bei der Haus- oder Gartenarbeit zu bekommen.

Mit einer Höhe von nur fünf bis zehn Zentimetern können Saugroboter auch unter viele Möbelstücke fahren, unter die man mit einem normalen Staubsauger kaum oder nicht vollständig kommt. Die Bauart hat aber auch einen Nachteil. "Die Geräte müssen klein sein", erklärt Jörg Siebolds von der Stiftung Warentest. "Deshalb haben sie in der Regel nicht die Saugleistung eines Bodenstaubsaugers."

Ähnlich erklärt es Werner Scholz vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie: Zwar hätten hochwertige Robotersauger eine gute Saugleistung. Die reiche aber nicht an die Kraft eines leistungsstarken Bodenstaubsaugers heran. "Saugroboter werden deshalb häufig als Zweitgerät gekauft, um bequem und zeitsparend eine Basisreinigung zu machen", sagt Scholz. Wie hoch die Saugleistung genau ist, bräuchten Hersteller bei Robotern nicht angeben. Nur für normale Staubsauger müsse das ab September 2014 vorgeschriebene Energielabel die Saugleistung nennen. "Staubsaugerroboter fallen nicht in den Anwendungsbereich des Labels."

Auch beim Energieverbrauch gibt es noch kein einheitliches EU-Messverfahren, weiß Scholz. Die Akkulaufzeit variiere zwischen einer und anderthalb Stunden. Dann geht es auf die Ladestation, zu der die Roboter meist selbstständig zurückkehren. Kritisch prüfen sollte man den Stromverbrauch im Stand-by.

Die Navigation der Geräte mit Lasern, Kameras und Infrarotsensoren funktioniert sehr gut, hat Warentester Siebolds beobachtet. "Es ist schon beeindruckend, wie die Saugroboter den Raum abfahren", sagt der Experte. "Technikaffinen Anwendern wird das Spaß machen." Manche Robotoren fahren den Raum in Bahnen ab, andere kurven chaotisch umher, erreichen aber trotzdem jede Stelle. Mehrfaches Überfahren der Bereiche garantieren in aller Regel beide Strategien.

Theoretisch kann man einen Saugroboter also allein zu Hause arbeiten lassen. Vorher sollte man aber testen, ob er sich von Treppen fernhält. Um Abstürze zu verhindern, bieten die Hersteller Lichtschranken oder Magnetstreifen zum Ziehen von Grenzen an.

Ein Grund zu gehen, wenn der Roboter zu saugen beginnt, ist die Lautstärke. Auch sie hat mit der Kompaktheit und mangelndem Platz für Dämmung zu tun, sagt Siebolds. Einen Saugroboter sollte man sich deshalb vor dem Kauf anhören oder nach Tests mit Dezibelangaben suchen. Leise Geräte sind mit 55 Dezibel (dB) so laut wie ein normales Gespräch. Laute Sauger erreichen 70 dB (Schreien) oder mehr.

Inzwischen gibt es eine stattliche Anzahl von Saugrobotern auf dem Markt. Fast alle lassen sich so programmieren, dass ihr Wirken erst beginnt, wenn alle Bewohner aus dem Haus sind. Viele Tests bestätigen, dass die Roboter besonders gut auf glatten Böden kehren, während sie etwa bei hochflorigen Teppichen weniger gut abschneiden. "Die Geländegängigkeit ist unterschiedlich: Verbraucher sollten darauf schauen, ob das Gerät Schwellen und Bodenübergänge erkennen und überwinden kann und wie es um Hindernisse herum manövriert", rät Scholz.

"Das Ergebnis hängt auch davon ab, wie vollgestellt die Wohnung ist", weiß Siebolds. So könnten sich manche Sauger etwa an Teppichfransen oder Bodengestellen von Freischwingern "festbeißen". Die Preise von Saugrobotern sind in den vergangenen Jahren gefallen. Die Spanne reicht aktuell von weniger als 100 bis zu 1000 Euro, sagt Siebold. Das Gros der Geräte liege aber bei 300 bis 400 Euro.

Ein wichtiger Aspekt bei der Kaufentscheidung ist laut Scholz, welche Techniken bei der Reinigung verwendet werden. Gibt es nur eine rotierende Hauptbürste oder auch Seiten- und Eckbürsten? Wichtig für die Bedienbarkeit sei zudem die Größe des Staubbehälters und dessen Entleerung. Und auch die Filtertechnik unterscheidet sich. Als ideal gelten HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Airfilter). Sie entfernen Pollen und andere Allergene aus der Staubsaugerabluft, erklärt Scholz. "Es gibt also viele Features, in denen sich die Geräte unterscheiden."

dpa


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