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Projekt Vooking: Warum Vegetarier andere Küchen brauchen

Etwa 11 Prozent der Deutschen ernähren sich laut Vegetarierbund fleischlos - 7,8 Millionen sind Vegetarier und 900 000 Veganer. Für sie hat ein Team eine optimal auf ihre Ernährungsbedürfnisse abgestimmte Küche entwickelt.
Bis zu sechs Säcke für verschiedenes Getreide und eine Einbaumühle soll es in der Vegetarierküche geben.

Bis zu sechs Säcke für verschiedenes Getreide und eine Einbaumühle soll es in der Vegetarierküche geben.

© Liebert Michael

Köln. Es liegt auf der Hand: 

Vegetarier kochen und bereiten andere Speisen zu als Fleischesser. Sie nutzen bestimmte Geräte und Einheiten stärker, andere anders. Das hat ein Team aus den drei Designern Mario Zeppetzauer, Stefan Degn und Stefan Radinger, dem Koch Harald Hochettlinger und dem Tischler Gerhard Spitzbart dazu veranlasst, eine optimal eingerichtete Küchen für Vegetarier zu planen. Heraus kam das Projektmodell 

Vooking, das auf der Küchenschau

Living Kitchen im Rahmen der Internationalen Möbelmesse

IMM Cologne in Köln (Publikumstage: 23. bis 25. Januar) erstmals präsentiert wird.

 

"Wir vergleichen das gerne mit dem Fahrrad, das es seit über 100 Jahren so gibt", erläutert Zeppetzauer. "Aber irgendwann stellte einer die Frage, wie kommt man damit eigentlich auf einen Berg." Das Mountainbike wurde entwickelt, die ganze Branche setzte in der Folge auf neue Ideen. Das sei auch die Intention des Projekts Vooking: Neue Küchenformen zu entwickeln, passend für bestimmte Ernährungstypen.

Aber warum brauchen Vegetarier und auch Veganer eine andere Küchenform? Sie müssen mehr Lebensmittel waschen oder zerkleinern. Daher sollte die Spüle darauf abgestimmt sein - die Projektküche enthält eine Zwei-Becken-Variante mit Randzonen. Darauf angedockt sind Gefäße aus Glas mit speziellen Siebverschlüssen zum Ziehen von Keimlingen.

Um Getreide gut verarbeiten und lagern zu können, gibt es einen Schrank für bis zu sechs Säcke mit einer integrierten Waage zum Portionieren. Eine Getreidemühle findet als Einbaugerät Platz in der Küche - beim Modell auf der Messe ist es aber noch eine Attrappe. "Wir haben kein Gerät gefunden, das uns ins Konzept gepasst hat", erklärt Zeppetzauer. "Wir sind uns aber sicher, es wäre gut und würde ankommen, wenn es ein solches Einbaugerät auf dem Markt geben würde. Das ist ein Schritt, den wir als Nächstes verfolgen werden."

Ein weiterer Handgriff ist bei Vegetariern recht ausgeprägt: Sie schneiden und schnippeln besonders viel. Die Vegetarierküche hat daher große Brettflächen und eine in die Arbeitsebene integrierte Küchenmaschine.

Gekocht wird auf zwei normalen Gaseinheiten, aber auch einem Wok-Gasherd und einer Stahlplatte für Teppanyaki aus der japanischen Küche. Diese Platten kennt man teils aus Restaurants, wo direkt am Tresen die Speisen zubereitet werden. "Man nutzt Teppanyaki vor allem für Fisch, aber man kann auch wirklich gut Gemüse darauf braten", erklärt Zeppetzauer.

Frische Kräuter und Gewürze lassen sich in dieser Küche selbst ziehen in einem speziellen Schrank mit vier Klimabereichen und Wachstums-LED-Leuchten. Vergleichsweise viele Gewürze braucht dieser Ernährungstyp nach Ansicht der Experten zur Zubereitung, daher bietet die Küche übersichtlichen Stauraum für 36 Gewürze in einer der Einheiten. Die Zutaten werden gelagert in Keramikgefäßen, direkt darunter wurde eine Schale zum Mörsern in den Tisch integriert.

 

Service:

 

Für die Öffentlichkeit ist die IMM vom 23. bis 25. Januar, jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr beziehungsweise am Sonntag von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Vom 19. bis 22. Januar haben nur Fachbesucher Zutritt.

dpa


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