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Neues EU-Siegel zeigt energiesparende Staubsauger

Von September an werden Staubsauger in der EU wie Waschmaschinen und Kühlschränke mit einem Energie-Label ausgezeichnet. Hersteller warnen, das neue Etikett sei deutlich komplizierter als die bisherigen Energieklassen.
So sieht das neue EU-Energielabel für Staubsauger aus.

So sieht das neue EU-Energielabel für Staubsauger aus.

© obs/co2online gGmbH, EU-Kommission

Brüssel/Berlin. Verbraucherschützer jubeln.

Saugen und dabei Stromsparen? Vom 1. September an weist ein neues Kennzeichen beim Staubsauger-Kauf auf den Energieverbrauch hin. Die EU-Regelung soll es Kunden leichter machen, energiesparende Geräte auszuwählen, die trotzdem jeden Fussel mitnehmen. Umwelt- und Verbraucherschützer sind erfreut, Handel und Hersteller vorbereitet. Gute Staubsauger werde es weiterhin geben, versichern beide Seiten.

 

Wie sieht das neue Label aus?

 

Das neue EU-Staubsaugerlabel hat sechs Kategorien. Zum einen wird die Energieeffizienzklasse in den von Großgeräten bekannten sieben Stufen von A bis G angezeigt. Alle Staubsauger sollen weniger als 1600 Watt verbrauchen. Die Energieeffizienzklasse A erreicht aber nur, wer die Energieaufnahme auf weniger als 850 Watt reduziert.

Dazu steht auf dem Label der durchschnittliche jährliche Energieverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr, sowie der Schallleistungspegel in Dezibel auf dem Ettiket. Die Staubemissionsklasse zeigt die Sauberkeit der Abluft an. Darüber hinaus gibt es zwei Reinigungsklassen: Teppichboden und Hartboden, die die Staubaufnahme in standardisierten Tests anzeigt.

 

Was sagen die Hersteller?

 

"Das überragende Kriterium ist die Staubemission", sagt Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Es zeigt an, wie viel Staub der Sauger beim Putzen wieder abgibt. Laut ZVEI gibt es schon heute Geräte mit geringerer Watt-Zahl bei guter Saugleistung. "Für uns war das also keine Revolution." Denn allein die Energieeffizienz sei kein Kriterium, auch die Staubaufnahme müsse stimmen - sonst werde länger gesaugt und die Energieeinsparung sei hinüber. Insofern sei das Label nicht einfach mit den Energieeffizienzklassen von Großgeräten zu vergleichen.

Bei Bosch Siemens Hausgeräte erklärt man, Hersteller und Händler müssten Verbrauchern "eine fundierte Beratungsleistung" bieten. Der Hersteller versorgt den Handel deshalb mit Informationsmaterial, das die Schulung der Verkäufer erleichtern soll. Ein Vorwerk-Sprecher kritisierte: "Das Siegel ist nicht selbsterklärend." Die Herausforderung sei nun, die Verbraucher zu sensibilisieren. "Bislang war die Faustregel: Mehr Watt, mehr Sauberkeit", sagte der Sprecher.

 

Was meinen die Verbraucherschützer?

 

Genau diese Schlussfolgerung kritisieren Umwelt- und Verbraucherschützer. "Mich als Verbraucher sollte nicht interessieren 'Wie viel Watt hat mein Gerät?' sondern 'Wird der Teppichboden sauber, bei einem geringeren Stromverbrauch?'", meint Stefan Nakazi von der Verbraucherzentrale NRW. Zudem könnten Käufer nun leichter Geräte auswählen, die für ihre Bodenbeläge geeignet sind. Dass die Energieeffizienzsiegel, die es für viele Haushaltsgeräte bereits gibt, mit der Zeit nicht übersichtlicher geworden seien, räumt aber auch er ein - so zeichne die Kategorie A+ dank technischer Fortschritte oft längst nicht mehr das energiesparendste Gerät aus. Er rät zum Blick auf die Farbskala: "Der dunkelgrüne Pfeil ist immer der Beste."

 

Wird es Rabatte geben?

 

Ob die Verbraucher sich nach der

IFA in Berlin (5. bis 10. September), auf der viele der neuen Geräte vorgestellt werden, auf Rabatte freuen können, ist fraglich. "Bis August 2014 in Verkehr gebrachte Staubsauger, zu denen es noch kein EU-Energielabel gibt, dürfen vom Handel sowohl weiter abverkauft als auch weiter aktiv beworben werde", sagt Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbands Technik des Einzelhandels. Es gebe also keinen Grund für Rabatte. "Ein Run auf 2000-Watt-Geräte ist aus unserer Sicht ausgeblieben", sagte der Vorwerk-Sprecher. Auch die anderen Hersteller planen keine Rabattaktionen.

 

Robert Pörschmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) würde Kunden aber ohnehin zum Kauf energiesparender Sauger raten. Bei zehnjähriger Nutzung ließen sich nach seinen Berechnungen über die Lebensdauer des Geräts insgesamt 250 Euro an Energiekosten vermeiden.

dpa


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