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Wohnen

Küche to go - Umziehen mit Konzeptmodellen

In vielen kleinen Wohnungen ist kein Platz für eine große Küchenzeile. Oder man zieht häufiger um, und die Anschaffung lohnt sich deshalb nicht. Für solche Szenarien entwickeln immer mehr Designer mobile und simple Küchenmöbel.
Die Kochstelle B21b von Kurt Friedrich aus Stuttgart besteht nur aus zwei Blöcken, Arbeitsplatte und Rückwand - der Rest kann individuell hinzugefügt werden.

Die Kochstelle B21b von Kurt Friedrich aus Stuttgart besteht nur aus zwei Blöcken, Arbeitsplatte und Rückwand - der Rest kann individuell hinzugefügt werden.

© Kurt Friedrich

Mannheim. Wer eine Küche kaufen will, steht vor zwei Problemen: Viele ziehen gerade in jungen Jahren öfter um. Mit einer Küchenzeile ist das umständlich und teuer, oft passt sie nicht in den neuen Raum. Doch es gibt auch Konzepte, die bei wenig Raum eine Lösung bieten.

Trennwände fehlen in den Grundrissen vieler Neubauten. Doch in den meisten Altbauten ist eine solche Erweiterung nicht möglich, hier ist etwa kein Platz für einen massigen Monoblock vor einer wandfüllenden Küchenzeile.

Die Folge: Das Konzept der traditionellen Einbauküche steht zunehmend auf dem Prüfstand. Kreative wie der Architekt Jan Rösler setzen sich damit zum Beispiel auseinander. Er hat in einem Mikroapartment auf nur 28 Quadratmetern sämtliche Wohnfunktionen untergebracht. Eine aufwendige Lösung zum Kochen war in dieser Wohnung überhaupt nicht möglich. Deshalb lässt Rösler die Kochstelle einfach aus dem Blickfeld verschwinden. "Ich habe die Küche wie ein Möbelstück gestaltet", erklärt der Architekt. "Wenn ich keine Küche brauche, dann mache ich die Klappe zu, und zurück bleibt ein Sideboard."

Die ebenfalls von Architekten entwickelte Mini-Küche namens Miniki ist bereits als Serienprodukt erhältlich. Auch hier verschwindet das Kochfeld bei Bedarf unter einer Klappe. Allerdings handelt es sich hierbei um keine Schrankwand, sondern um ein einzelnes Kastenmöbel, freischwebend an der Wand befestigt. Zieht der Bewohner um, schraubt er es einfach ab. Aus einen Wohnmöbel heraus ist auch die FNP-Küche aus dem Programm von Nils Holger Moormann entstanden. Das von Axel Kufus entworfene, modular konzipierte FNP-Regal hat der Hersteller um einige Funktionen erweitert. Dazu gehören ein Weinregal, Gewürzbrett oder Handtuchhalter.

Ansonsten ist die FNP-Küche bewusst sehr offen gehalten. Die Technik fügt der Nutzer je nach Geschmack und Geldbeutel hinzu. Er kann preiswerte Weißware nehmen oder schickere Designprodukte wählen. "Die vielen Möglichkeiten schaffen Freiheit", meint der Möbelproduzent Nils Holger Moormann. "Und ich liebe Freiheit." Diese Küche ist ebenfalls mobil. Beim Umzug lässt sie sich problemlos an die neuen Gegebenheiten anpassen.

Doch solch modulare Systeme richten sich nicht unbedingt an den leidenschaftlichen Koch. "Es gibt verschiedene Arten, sein Essen zu zubereiten", sagt Moormann. "Die FNP-Küche ist keine Profiküche, sondern für jemanden gedacht, der smart kocht."

Die Branche muss sich auch auf die immer weiter auseinanderklaffenden Ansprüche an eine Küche anpassen. Es gibt die Hobbyköche, die wie Profis agieren wollen. Aber selbst in den meisten Familien werden die Hauptmahlzeiten in Kita und Kantine eingenommen, zu hausgemachter Kost ringt man sich allenfalls am Wochenende durch. Allerdings auch nur dann, wenn man mal keine Lust auf die Pizzeria ums Eck hat.

Wie wenig man heute in der Küche braucht, zeigen daher einige Prototypen junger Designer. Die Kochstelle B21b von Kurt Friedrich aus Stuttgart besteht nur aus zwei Blöcken, Arbeitsplatte und Rückwand. Es gibt Grundkomponenten wie Abstellfläche oder Spülbecken. Weitere Elemente kann der Nutzer je nach Bedarf selber hinzufügen. "Die Küche ist in der Konstruktion bewusst niederkomplex gehalten und bietet eine ganze Reihe von offenen Funktionalitäten", erklärt Friedrich.

Ohne viel Platz und Aufwand kommt auch die Küche ChopChop des Berliner Designers Dirk Biotto aus. Nur zwei Module bieten auf kleinstem Raum Funktionen wie Waschen und Verstauen. Ursprünglich sollte der Entwurf vor allem alten Menschen und solchen mit Handicap die Essenszubereitung erleichtern - er soll sich unkompliziert an spezifische Bedürfnisse anpassen lassen.

Der Designer Kilian Schneider hat in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Naber eine smarte Küche in ein Serienprodukt umgesetzt. Bei der Concept Kitchen erinnert nichts mehr an die traditionelle Küchenzeile. Der Nutzer erhält einen Baukasten mit Modulen und kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Wer gerne kocht, baut sich eine großflächige Küchenlandschaft zusammen. Wer lieber ausgeht, reduziert das Ganze auf ein Minimum.

dpa


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