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In aller Munde - Tipps zur Auswahl von Besteck

Besteck schenkt man nur Aufmerksamkeit, wenn es schmutzig ist. Wie es aussieht, in welchem Stil und aus welchem Material es gefertigt ist, bemerkt man selten. Höchstens beim Kauf.
Die meisten Bestecke sind aus Edelstahl. Käufer sollten auf die Kennzeichnung 18/10 achten, die auf einen rostfreien Edelstahl mit 18 Prozent Chrom und 10 Prozent Nickelanteilen hinweist.

Die meisten Bestecke sind aus Edelstahl. Käufer sollten auf die Kennzeichnung 18/10 achten, die auf einen rostfreien Edelstahl mit 18 Prozent Chrom und 10 Prozent Nickelanteilen hinweist.

© Andrea Warnecke

Solingen. Ob Austerngabel, Espressolöffel, Orangenschäler oder Grapefruitmesser - mit Messer, Gabel und Löffel allein ist es im Besteckkasten längst nicht mehr getan. "Die Palette sonstiger Besteckteile ist groß und überaus geeignet, das Essen - um nicht zu sagen das Speisen - angenehmer zu gestalten", sagt Jens-Heinrich Beckmann vom Industrieverband Schneid- und Haushaltswaren in Solingen.

Ein klassisches Besteckset für 6 Personen umfasst 24 Teile mit jeweils 6 Gabeln, Messern, Menü- und Kaffeelöffeln. "Rund 80 bis 90 Prozent aller Bestecke sind aus Edelstahl", schätzt der Besteckfabrikant Curt Mertens. Käufer sollten auf die Kennzeichnung 18/10 achten, die für einen spülmaschinenfesten, rostfreien Edelstahl mit 18 Prozent Chrom und 10 Prozent Nickelanteilen steht. "Die Beimengung von Nickel erhöht vor allem den Glanz des Bestecks, aber auch dessen Resistenz gegen Säuren", erklärt Beckmann. "Somit sind diese Bestecke weitaus besser als reine Chromstahl-Bestecke."

Etwas edler sind Edelstahlbestecke mit Silberauflage. Sie werden mit 90, 150 oder 180 Gramm Versilberung angeboten und zeichnen sich dadurch aus, dass sie außen edel und innen robust sind. Reine Silber- oder Goldbestecke sind purer Luxus. "Während ein 24-teiliges Silberbesteck für circa 4000 bis 5000 Euro zu haben ist, zahlt man für Echtgold bis zu 50 000 Euro", sagt Mertens. Er rät, für eine gute Besteckgarnitur zwischen 300 und 600 Euro einzuplanen. "Natürlich kann man auch ein Billigbesteck für 20 Euro kaufen, aber da müssen große Abstriche bei der Qualität gemacht werden." Diese hängt wesentlich von Material und Verarbeitung ab.

Bei einer Gabel sollten die Zwischenräume geschliffen und nicht roh gestanzt sein. Die Zinken müssen gleich spitz sein. Der Löffel darf mit dem Rand nicht den Mund verletzen und sollte glatt poliert sein. Beim Messer können Käufer testen, ob die Klinge leicht zu verbiegen ist.

Außerdem unterscheidet man zwischen Monoblock- und Hohlheftmessern. Das Monoblockmesser ist in Gänze aus dem gleichen Material wie Gabel und Löffel hergestellt. Bei einem Hohlheftmesser ist die Klinge aus einem anderen, härteren Stahl hergestellt. Dadurch behält das Messer seine Schärfe deutlich länger als das Monoblockmesser.

Billigbestecke lassen sich auch daran erkennen, dass sie voll magnetisch sind. Denn sie bestehen meist aus Chromstahl ohne jeglichen Zusatz von Nickel. Generell gilt: Das Besteck muss ausbalanciert in der Hand liegen, so Mertens.

Ein weiteres entscheidendes Qualitätsmerkmal des Bestecks ist, ob Einzelteile nachkaufbar sind. Denn was ist, wenn zu der Standardausführung später noch extravagante Besteckteile wie Mangogabel oder Drangiermesser hinzukommen sollen? Oder einfach der Haushalt wächst? "Handelt es sich, um einen Markenhersteller, der ein Modell schon länger anbietet, wird es wahrscheinlich auch in Zukunft noch angeboten", erklärt Thomas Grothkopp vom Bundesverband für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur (GPK).

Der Stil des Bestecks ist auch immer vom Porzellan auf dem Tisch abhängig. "Habe ich große Teller, sollte ich zu breiten Formen eines Tafelbestecks greifen", erläutert Mertens. Schließlich sollen Messer, Gabel und Löffel ja auf dem Tisch nicht untergehen."

dpa


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