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Gleichmäßig drücken und ziehen: Fünf Schritte zur Silikonfuge

Sie dichten das Mauerwerk vor Nässe ab und müssen folglich immer gut in Schuss sein: Silikonfugen. Sind sie aber spröde oder von Schimmel befallen, ist ein Wechsel unausweichlich.
Das Silikon wird am besten mit einem speziellen Glätter in Form gebraucht.

Das Silikon wird am besten mit einem speziellen Glätter in Form gebraucht.

© DIY-Academy/Henkel

Berlin. Das kann der geschickte Heimwerker selbst tun.

Schon kleine Risse in Silikonfugen können teure Folgen haben. Durch sie wandert Nässe in die Bausubstanz, Schimmel bildet sich. Daher müssen Heimwerker das Fugenmaterial immer mal wieder austauschen.

Mieter können die Arbeit aber an ihre Vermieter abgeben - und sie sollten es auch. Darauf weist Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin hin. Denn wer gemietetes Inventar auf eigene Faust repariert und dabei beschädigt, kann vom Vermieter belangt werden.

Auch sollte der Heimwerker ehrlich zu sich selbst sein: Kann er das? Gerade im Bad haben Fugen eine wichtige Funktion. Sie dichten ab. "Eine kleine Reparatur ist für den Laien dort okay", sagt Jens Wischmann von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). In Bereichen, wo Nässe in die Wand eindringen kann, rät er aber zu einem Fachmann. "Denn dort muss sehr genau gearbeitet werden."

Wer es anpackt, geht Schritt für Schritt vor:

 

Schritt 1: Altes Silikon entfernen

 

Der Heimwerker trennt das Silikon am besten mit einem Messer ab, das an beiden Seiten geschärft ist. Solche Modelle gibt es im Baumarkt. Wo die Klinge nicht weiterkommt, hilft spezieller Silikonentferner, der die letzten Reste aus den Fugen löst, erläutert Pommer. Sie können nach der Behandlung einfach mit einem Putzlappen abgewischt werden. Danach wird die Stelle am besten mit Waschbenzin entfettet. Die Fuge muss trocken sein, bevor neues Material eingefüllt wird.

 

Schritt 2: Material wählen

 

Grundsätzlich unterscheidet der Fachmann zwischen fett, neutral sowie sauer vernetzten Silikonen. Letztere seien für Keramik geeignet, sagt Pommer. Natursteine wie Marmor greifen diese Silikone aber an. Sie vertragen die neutral vernetzten Produkte am besten. Fett vernetzte Silikone eignen sich unter anderem für Glas.

Gutes Silikon sollte später um nicht mehr als 10 Prozent schrumpfen, erklärt der DIY-Experte. Außerdem muss es mindestens 20 Prozent dehnbar sein. Ist die Fuge folglich ein Zentimeter breit, sollte sie zwei Millimeter arbeiten können. Diese Info ist für den Heimwerker etwa beim Verfugen einer Badewanne wichtig: Das Becken muss sich bis zu zwei Millimeter absenken können, wenn es voll Wasser ist. Ist die Fuge dann zu schmal gesetzt oder das Silikon nicht so dehnbar wie nötig, kann die Fuge Schaden nehmen.

 

Schritt 3: Abkleben

 

Um einen geraden Fugenverlauf zu bekommen, kleben Heimwerker häufig den Spalt ab. "Das macht das Verfugen nicht einfacher", findet Pommer. Wer dennoch kleben will, sollte nur hauchdünnes Material verwenden. "Dicke Bänder wie Kreppband hinterlassen einen Absatz an der Fuge." Nach der Arbeit sollten die Klebestreifen sofort entfernt werden. Wartet man zu lange, können Risse beim Abziehen entstehen.

 

Schritt 4: Neue Fuge ziehen

 

In den Schlitz wird erst ein Füllschlauch aus Schaumstoff gedrückt. Er sollte ein Drittel breiter als der Spalt sein, erklärt Pommer. Die Plastikspitze der Kartusche wird dann schräg angeschnitten und zwar so, dass sie anderthalbmal breiter ist als die Fuge. Bei der Arbeit wird die Kartusche in einem Winkel von 45 Grad gehalten. "Wichtig ist gleichmäßiges Drücken und Ziehen", sagt Pommer. Danach die Masse glätten, am besten mit einem Glätter aus Silikon.

 

Schritt 5: Trocknen lassen

 

Als Faustregel gilt: 24 Stunden keine Nässe an die frische Fuge lassen. Wer es eilig hat, sollte Expresssilikone verwenden. Sie sind nach etwa einer Stunde ausgehärtet.

dpa


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