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Wohnen

Ganz schön anspruchsvoll - Stuck macht immer noch viel her

Stuck ist vor allem aus dem Altbau bekannt. Heute steht er aber nicht nur für Nostalgie. Auch ist er nicht immer reine Dekoration. Inzwischen sind Stuckteile meist vorgefertigt.
Künstliche Stuckleisten können an die Wand oder die Decke geklebt werden.

Künstliche Stuckleisten können an die Wand oder die Decke geklebt werden.

© Kai Remmers

Berlin. Sie sind billiger und lassen sich einfacher montieren.

Rosetten, Ornamente und Putten - Stuck erlebte seine Blütezeit in der Renaissance, im Barock und Jugendstil. Aber er ist durchaus noch modern, nicht nur in Altbauwohnungen. "Stuck ist eigentlich nichts anderes als die plastische Gestaltung von Gips zur Herstellung dreidimensionaler Formen", erklärt Swen Auerswald, Referatsleiter Technik beim Bundesverband der Gipsindustrie. Diese Formen können verspielt sein und als Schmuck dienen. Stuck lässt sich aber auch klar und geradlinig herstellen und für viele Zwecke der modernen Raumgestaltung nutzen.

So werden zum Beispiel eingebaute Lüftungsanlagen oder elektrische Leitungen mit Stuckteilen kaschiert. Allerdings arbeitet man heute aus Kostengründen kaum noch mit per Hand gefertigtem Stuck. Stattdessen kommen preiswerte Stuckteile zum Einsatz, die in Werkstätten vorgefertigt werden und sich einfach montieren lassen.

Wer in seiner Wohnung eine Stuckdecke ausbessern oder sogar selbst Stuck herstellen möchte, muss handwerklich versiert sein: Für den Heimwerker sei Stuck eine Herausforderung, die er sich gut überlegen sollte, sagt Robert Raschke-Kremer, Trainer bei der Heimwerkerschule DIY-Academy in Köln. Denn beim Stuck lasse sich vieles falsch machen.

Bevor der Heimwerker sich daran wagt, Zierleisten an der Decke zu reparieren oder neue Ornamente anzubringen, muss er die Frage des Denkmalschutzes klären: "Wenn es sich um eine wertvolle Bausubstanz handelt, müssen Profis ran", betont Stephan Bacher vom Verband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg. Laien schafften es kaum, den Stuck in der Farbe herzustellen, die dem Original entspricht. "Die verändert sich nämlich im Laufe der Zeit."

Dann ist zu entscheiden: Welcher Gips ist der richtige? Es sollte in jedem Fall ein spezieller Stuckgips aus dem Fachhandel sein. "Der ist besonders fein und hat andere Aushärtungszeiten als zum Beispiel Elektriker-Gips", so Heimwerker-Trainer Raschke-Kremer. Gips muss üblicherweise schnell aushärten, Stuckgips nicht, weil er noch in Form gebracht oder nachbearbeitet wird.

Eine Lösung für Heimwerker könnten vorgefertigte Dekore aus dem Fachhandel sein. Viele Stuckateurbetriebe stellen individuelle Stuckelemente her, die dann von den Heimwerkern angebracht werden können. "Stuck aus Gips ist ein Produkt, mit dem man bei der Weiterverarbeitung sorgfältig umgehen sollte, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen", sagt Swen Auerswald. Wichtig ist auch das passende Werkzeug: "Für Gipsarbeiten braucht man zum Beispiel eine Stuckateurkelle", sagt Robert Raschke-Kremer. Die ist besonders schmal und eignet sich für komplizierte Stellen und filigrane Arbeiten.

Wer damit leben kann, dass sein Stuck aus Kunststoff ist, nimmt eine Imitation aus Polystyrolschaum. Das ist wesentlich einfacher für den Laien. "Im Handel gibt es vorgefertigte Elemente, die an die Decke oder die Wand geklebt werden", erklärt Raschke-Kremer. "Sie lassen sich in jeder beliebigen Farbe anstreichen und sind optisch kaum von echtem Stuck zu unterscheiden."

Mit dieser Technik sind dem Heimwerker kaum Grenzen bei der Gestaltung der Wohnung gesetzt. Eine große Rosette um die Deckenlampe? Eine Zierleiste, unter der die lästigen Elektrokabel verschwinden? Kein Problem. Wichtig ist allerdings, Montagekleber für Polystyrolschaumplatten zu benutzen, sonst falle der "Stuck" schnell ab, warnt Robert Raschke-Kremer.

dpa


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