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Wohnen

Experte zu Heiztechnologien: "Dazwischen liegen Welten"

Fachmesse ISH in Frankfurt am Main sind die neuesten Entwicklungen für den Heizungskeller zu sehen. Der Hausbesitzer soll damit möglichst effizient sein Haus erwärmen.
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auf der ISH: Der Klimaschutz steht dieses Jahr im Mittelpunkt der Messe.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auf der ISH: Der Klimaschutz steht dieses Jahr im Mittelpunkt der Messe.

© Frank Rumpenhorst

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Der Hausbesitzer soll damit möglichst effizient sein Haus erwärmen. Auch soll er künftig besser über den Stand seiner Technik informiert werden, erklärt Michael Herma, Geschäftsführer des Spitzenverbands der Gebäudetechnik VdZ, im Interview:

 

Welche Entwicklungen sollten Verbraucher im Auge behalten?

 

Herma: Die Hybridtechnologie - also Anlagen, die über mehr als einen Wärmeerzeuger verfügen - hat sich weiterentwickelt und ist für den Bestand momentan eine günstige und gute Technologie. Die Anlagen haben zum Beispiel eine Brennwerttherme im Keller und ergänzen diese durch Solarthermie auf dem Dach. Aber es ist sehr interessant, sich nicht nur die Neuerungen anzusehen, sondern die am Markt befindlichen Technologien mit dem zu vergleichen, was in den Häusern verbaut ist. Dazwischen liegen Welten.

 

Ist das Einsparpotenzial wirklich so groß?

 

Herma: Wir haben eine relativ geringe Austauschquote von Heizungsanlagen. Diese sind in der Regel älter als 15 Jahre. Und das, was die Heizungswirtschaft heute zu bieten hat, ist deutlich effizienter. Ich mache diese Problematik gerne am Beispiel der Heizungsumwälzpumpen klar. Eine solche Pumpe verbraucht in einem Einfamilienhaus rund 90 Watt, wenn sie ihre 10 bis 20 Jahre auf dem Buckel hat. Eine moderne Umwälzpumpe begnügt sich mit 4 Watt. Das heißt, wir haben hier ein sehr großes Sparpotenzial - vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass eine Umwälzpumpe den Großteil des Jahres läuft, 24 Stunden am Tag. Der Pumpentausch rechnet sich nur durch die Stromeinsparung nach zwei, zweieinhalb Jahren. Kombiniert man den Pumpentausch noch mit einem hydraulischen Abgleich, verringern sich dazu noch die Verbrauchskosten für den Energieträger.

 

Lässt sich grundsätzlich sagen, bei welchem Alter sich der Austausch einer Anlage lohnt?

 

Herma: Man kann nicht alle Heizanlagen über einen Kamm scheren. Ein Anhaltspunkt wird das kommende Altanlagenlabel für Heizungen sein. Wir sollen im nächsten Jahr ein Effizienzlabel für im Bestand befindliche Heizanlagen bekommen. Handwerker und Schornsteinfeger werden, wenn sie eine Anlage antreffen, die älter als 15 Jahre ist, ein Label anbringen. Der Gesetzgeber hat sich nicht umsonst für diese 15 Jahre entschieden - ich glaube auch, dass das der richtige Zeitpunkt ist, um über eine Investition nachzudenken.

 

Es wird bereits ab September 2015 ein Label für neue Heizungen geben. Was ist der Unterschied?

 

Herma: 

Dieses Gerätelabel basiert auf einer EU-Richtlinie, die unter anderem auch die Kennzeichnung von Kühlschränken regelt. Das Altanlagenlabel ist eine Initiative des deutschen Gesetzgebers, der sagt, wir wollen mehr Energieeffizienz - sie ist das zweite Standbein der Energiewende. Und er sagt, wir müssen den Verbraucher darauf aufmerksam machen, dass er eine ineffiziente Heizung hat. Mir ist so ein Label in anderen EU-Ländern nicht bekannt.

 

 

Service:

 

Die Messe ISH, Leistungsschau der Sanitär-, Heizungs- und Klimabranche, findet vom 10. bis 14. März 2015 in Frankfurt am Main statt. Publikumstag ist der 14. März, sonst haben nur Fachbesucher Zugang.

dpa


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