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Ab Bodenplatte individuell: Fertighäuser nach Wunsch

Der Rohbau eines Fertighauses steht in wenigen Tagen. Daher ist es bei vielen Bauherren beliebt. Die Branche hatte aber lange den Ruf, nur Einheitsbauten zu produzieren. Doch jedes Gebäude lässt sich inzwischen sehr individuell an die Wünsche der Bewohner anpassen.
In Fertighauswelten an vielen Standorten in Deutschland zeigen Baufirmen ihr Angebot an Häusern. Foto: BDF/Peter Sondermann

In Fertighauswelten an vielen Standorten in Deutschland zeigen Baufirmen ihr Angebot an Häusern. Foto: BDF/Peter Sondermann

Bad Honnef. Fertighäuser sind längst individueller als ihr Ruf. Es gibt keinesfalls nur mehr die gleich aussehenden Gebäude, die sich in den Neubaugebieten deutscher Städte zu einem monotonen Ganzen zusammenfügen.

Zwar bieten die Hersteller Musterhäuser aus dem Katalog an. Aber: "80 Prozent der gebauten Fertighäuser werden heute frei geplant. Kein Bauherr möchte mehr ein Haus von der Stange", sagt Christoph Windscheif, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF) in Bad Honnef bei Bonn.

Wie geht das Individualisieren des Fertighauses vonstatten? Experten raten, sich nicht gleich Musterhäuser anzuschauen und dann diese abzuwandeln, sondern sich erst der eigenen Wünsche bewusst zu werden.

1. Was kann ich in dem Wohnort bauen?

Olaf Techmer vom Landesverband Bayerischer Bauinnungen empfiehlt Interessierten, sich noch vor dem ersten Gesprächstermin mit der Firma relevante Informationen einzuholen. "Als erstes geht es zum Bauamt", erklärt er. "Der Bauherr muss prüfen, was für ein Grundstück er hat, welchen Vorgaben es unterliegt und was das gegebenenfalls für das Haus bedeutet." So könnte etwa vorgeschrieben sein, welche Materialien für die Dachdeckung verwendet werden müssen oder ob es ein Giebel- oder Flachdach sein muss. Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater ergänzt: "Gibt es keinen gültigen Bebauungsplan, greift Paragraf 34 des Baugesetzes, der besagt, dass man sich an der Nachbarschaft orientieren muss." Das alles schränkt die Auswahl des Musterhauses schon mal ein.

2. Welche Bedürfnisse habe ich?

Wie viele Räume benötigen die Bauherren, wie groß müssen sie sein, und welche Lichtverhältnisse sind erwünscht. "Die Bedürfnisse können in einer Art Wunschliste gesammelt werden", schlägt Reinhold-Postina vor. "Bei dieser Grundlagenermittlung sollte nicht vergessen werden, ein paar Jahre in die Zukunft zu blicken. Sollte der Flur gleich so geplant werden, dass später ein Lift nachgerüstet werden kann?" Dazu gehört auch, schon ein Preislimit festzulegen.

3. Was bietet mir die Baufirma?

Erst jetzt sollte man zu den Baufirmen gehen, die auf Basis der Wünsche Angebote unterbreiten. "Viele Bauherren besuchen zunächst einen Musterhauspark, lassen sich inspirieren und überlegen, was ihnen gefällt und was sie gerne übernehmen würden", erklärt Windscheif. Das ist auch für die Firmen von Vorteil: In Gesprächen äußern die Kunden dann Wünsche, die in die Planung mit einfließen - und immer mehr Wünsche, je länger sie sich mit der Planung befassen.

4. Wie halte ich den Preis gering trotz Individualisierung?

Wichtig ist, zu fragen, wie sich Änderungswünsche auf den Preis des Musterhauses auswirken. "Man muss aber bedenken, dass die ausgestellten Musterhäuser maximal ausgestattet sind, mit jedweder Technologie, die angeboten werden kann", erklärt Windscheif. "Die Hersteller wollen zeigen, was möglich ist." Das Fertighaus müsse nicht so viel kosten wie das Musterhaus. Dennoch müssen die Hausbesitzer in spe bedenken, dass sich jeder Änderungswunsch auf den Endpreis auswirkt. "Häufig gibt es dafür Pauschalpreise, die durchaus ins Geld gehen können", betont Reinhold-Postina. "Soll ein Fenster an einen anderen Ort, muss eventuell auch der Heizkörper versetzt und die Kabelführung verändert werden." Sie empfiehlt, Angebote mehrerer Anbieter einzuholen.

dpa


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