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Unterwegs eiskalt genießen: Auto-Kühlboxen halten den Proviant frisch

Warme Limo, geschmolzene Schokolade - bei sommerlichen Temperaturen werden Getränke und Lebensmittel im Auto schnell ungenießbar. Abhilfe schaffen Kühlboxen. Bei den Geräten gibt es große Unterschiede.
Ob Schokoriegel, Saft oder belegte Brötchen: In Kühlboxen fürs Auto hält sich der Reiseproviant länger - und schmeckt dann auch besser.

Ob Schokoriegel, Saft oder belegte Brötchen: In Kühlboxen fürs Auto hält sich der Reiseproviant länger - und schmeckt dann auch besser.

© ACE/GTÜ/Friedemann Bayer

Stuttgart/München. Wenn die Sonne aufs Auto brennt, dauert es nicht lange, bis ungekühlter Reiseproviant ungenießbar wird: Die Limo verwandelt sich in lauwarmen Tee, und auf den Brötchen wellt sich der Käse. Da hilft es auch nichts, die Klimaanlage aufzudrehen. Wo für die kurze Fahrt zum Badesee oft eine normale Kühltasche reicht, sind bei längeren Touren fürs Auto gemachte Kühlboxen die Lösung.

Zwei Varianten kommen für normale Pkw infrage: mit thermoelektrischer Kühlung oder Kompressor. Die erste, auch Peltierkühlung genannt, ist preiswerter, aber nicht so effizient wie die andere, die wie im Kühlschrank zu Hause funktioniert, erklärt Wolfgang Hoffmann von der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ).

Hoffmann begleitete vor kurzem einen

gemeinsamen Test von GTÜ und Auto Club Europa (ACE), bei dem fünf Peltier-Boxen zu Preisen von 45 bis 280 Euro und drei Kompressorgeräten für knapp 300 bis 700 Euro verglichen wurden. Preislich dazwischen liegen mit Gas betriebene Absorberboxen, die etwa in Wohnmobilen, aber nicht im normalen Pkw zum Einsatz kommen und im Test nicht berücksichtigt wurden.

 

Das teuerste Gerät im GTÜ-Test - ein Kompressormodell für rund 700 Euro - hält bei 45 Grad Außentemperatur sogar Minusgrade. Neben dem Preis könnte das Gewicht von fast 18 Kilogramm abschrecken: Die billigste Box im Test wiegt nur 3,3 Kilo und ist für rund 45 Euro zu haben. Minusgrade schafft sie aber nicht, die Temperatur ist nicht regelbar, und mehr Strom als der Testsieger verbraucht sie - wie alle Modelle mit Peltierkühlung - auch.

Das Thema Stromverbrauch ist bei Auto-Kühlboxen noch wichtiger als beim Kühlschrank in der Küche: Verbraucht eine Box viel Energie, wenn das Auto auf einem Park- oder Campingplatz steht, ist irgendwann die Batterie leer, und der Wagen springt nicht mehr an. Wie lange das dauert, hängt nicht zuletzt vom Zustand der Starterbatterie ab.

"Einen halben Tag kann man die Kühlboxen aber wohl laufen lassen", schätzt Wolfgang Hoffmann, manche auch länger. Einen Schutz vor Tiefentladung der Fahrzeugbatterie bieten aber nur eines der Peltier- und zwei der Kompressormodelle im Test.

Aber tut es nicht auch eine klassische passive Box mit Kühlelementen, die vorher im Eisschrank lagen? Das Schweizer Zeitschrift "Saldo" hatte vor einiger Zeit je fünf Boxen mit und ohne Strombetrieb verglichen. "Um die Isolationsfähigkeit der Boxen zu testen, wurde 5 Grad kaltes Wasser eingefüllt, die Boxen wurden anschließend vier Stunden lang in einen 35 Grad warmen Klimaschrank gestellt", berichtet Andreas Schildknecht von der Testredaktion. Bei den vier besten Boxen erwärmte sich der Inhalt in vier Stunden nur um 3 Grad. Darunter waren drei elektrische Modelle - aber auch eine Box ohne Strombetrieb.

Wer also keine längere Reise plant, sondern nur einen Tagesausflug mit Picknick am Mittag, dem kann eine passive Kühlbox reichen. Allerdings sollte man diese großzügig mit Kühlelementen bestücken, rät Heidrun Schubert von der Verbraucherzentrale Bayern: "Ein Element hilft gar nicht." Außerdem erhöhe sich die Haltbarkeit der Lebensmittel, wenn man diese vorkühle oder gefriere.

Aber ist Kühlung wirklich notwendig? "Leicht verderbliche Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte oder Schokolade müssen schon nach kurzer Zeit gekühlt werden", sagt Ernährungsberaterin Schubert. Bei Fleisch, Wurst oder Feinkostsalaten drohe eine weitere Gefahr: "Salmonellen verbreiten sich bei Hitze rasend schnell." Durchfall, Übelkeit und Erbrechen können auch bei gesunden Erwachsenen die Folge sein, noch größer ist das Risiko für kleine Kinder oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Manche Produkte leiden beim Einfrieren: Schokolade kann laut Schubert zwar in kleinen Rippchen gefroren und auf der Zunge wieder aufgetaut werden. Damit sollte man aber nicht zu lange warten: Nach einiger Zeit könne das Fett austreten und einen grauen Film auf der Oberfläche bilden, der den Geschmack trübt.

Eine zuckerarme und schmackhafte Alternative sind gefrorene Erdbeeren: "Dazu legt man die frischen Früchte lose auf ein Blech und friert sie mitsamt diesem ein", erklärt die Ernährungsberaterin. Dann werden sie in Gefrierbeutel abgepackt. "Auf der Fahrt kann man die Erdbeeren einzeln im Mund zergehen lassen - das schmeckt mindestens so gut wie Eis und ist auch noch gesünder."

dpa


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