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Verkehr

Teilnehmer: Autofasten ist Überwindung der Bequemlichkeit

Mal eben zum Bäcker, flugs zur Post - auf vielen Kurzstrecken wird mit dem Auto die Luft verpestet. Oft Bequemlichkeit, sagt ein Teilnehmer des Autofastens. Wer verzichtet, wird sogar belohnt.
Auf zwei statt vier Rädern unterwegs: So kann Autofasten aussehen.

Auf zwei statt vier Rädern unterwegs: So kann Autofasten aussehen.

© Michael Reichel

Aachen. Zigaretten, Alkohol, Schokolade - das sind Verzichts-Klassiker in der Fastenzeit. Seit einigen Jahren gibt es auch das Autofasten. Menschen verzichten in der Fastenzeit aufs Auto, wenn es auch anders geht. Ziel ist es, das Verhalten zu verändern. Ein Mitinitiator des

Autofastens im Bistum Aachen ist Benjamin Alt. Er sagt, dass das gar nicht so schwer ist. Wenn nur im Rest des Jahres die Bequemlichkeit nicht wäre.

 

 

Laufen Sie in den nächsten Wochen viel zu Fuß?

 

Benjamin Alt: Auf jeden Fall. Aber die meisten Wege werde ich mit dem Fahrrad absolvieren.

 

Was motiviert sie?

 

Alt: Umweltschutz. Und vielleicht, meine Mitmenschen anzuregen, darüber nachzudenken, dass man mit Ressourcen schonend umgehen kann - vielleicht auch mal das Auto stehenlassen kann.

 

Wie lange verzichten Sie aufs Auto?

 

Alz: Das ist beim Autofasten wie beim Essen. Es geht nicht um den totalen Verzicht, sondern nur um den bewussten Umgang damit. Das heißt, wenn es sich nicht vermeiden lässt, auf langen Strecken, werde ich auch mit dem Auto unterwegs sein. Aber soweit es möglich ist, werde ich das Auto durch öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad ersetzen. Das ist bei sehr vielen Strecken möglich.

 

Ist das Auto denn nicht übers ganze Jahre verzichtbar?

 

Alt: Das ist es über weite Teile. Alles was über 20, 30, 40 Kilometer geht, ist mit anderen Verkehrsmitteln möglich.

 

Warum dann nicht Autofasten übers ganze Jahr?

 

Alt

:Man wird doch bequem und faul. Und dann ist es ganz einfach so, dass man das Auto mehr nutzt als notwendig. Üblicherweise ist es so, dass ich das Auto im Alltag zumindest jeden zweiten Tag nutze. In der Fastenzeit ist das reduziert auf einmal pro Woche maximal würde ich sagen.

 

 

Gibt es für Sie eine Belohnung?

 

Alt: Das ist ein Stück weit Gesundheit, weil man Bewegung hat, die im täglichen Arbeitsleben fehlt. Man bekommt auch viele neue Eindrücke, die man beim Autofahren nicht bekommt.

 

Und die Pfunde purzeln?

 

Alt: Natürlich. Zwangsläufig. Wenn man aufs Auto immer mehr verzichtet, bewegt man sich automatisch mehr. Das geht mit Gewichtsverlust einher - so lang man danach nicht sündigt.

dpa


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