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Verkehr

Stotterbremsen war einmal: Schulung hält Senioren in Fahrt

Hinter immer mehr Lenkrädern sitzen Senioren, ihr Führerschein ist oft Jahrzehnte alt. Schulungsprogramme sollen ihnen - und anderen - mehr Sicherheit geben. Dabei lernen sie, dass manches, was sie einst gelernt haben, nicht mehr gilt - Stotterbremsen zum Beispiel.
Mit einem speziellen Schulungsangebot können ältere Autofahrer lernen, mit moderner Fahrtechnik umzugehen.

Mit einem speziellen Schulungsangebot können ältere Autofahrer lernen, mit moderner Fahrtechnik umzugehen.

© Patrick Pleul

Ludwigslust. "Was meinen Sie: Wie schnell darf man hier fahren?" Fahrlehrer Uwe Langmaack wirft mit dem Beamer eine Straßenszene mit dem Schild "Verkehrsberuhigter Bereich" an die Wand. Etwa zehn Senioren überlegen, dann ruft jeder was: "30 Stundenkilometer?" - "Sieben?" - "Bestimmt Schrittgeschwindigkeit." - "Ich denk', fünf." Fahrlehrer Langmaack: "Vier bis sieben ist richtig." Einer der Herren, er ist schon über 80, ruft: "Ein bisschen lauter bitte!"

Der Ludwigsluster Rotary-Club hat Langmaack mit dem Programm "Senioren in Fahrt" zu Gast. Der Fahrlehrerverband Mecklenburg-Vorpommern hat es vor einigen Jahren entwickelt. "Ich kam darauf, als die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Senioren in Mecklenburg-Vorpommern erstmals die Zahl der getöteten jungen Leute zwischen 18 und 24 Jahren überstieg", erzählt der Verbandsvorsitzende Helmut Bode. Das war 2009.

Bode hat 13 Schulungseinheiten zu je 90 Minuten entworfen. Es geht dabei um Sachen wie moderne Fahrerassistenzsysteme oder das richtige Einparken, wenn die Beweglichkeit nachlässt. Neuerungen im Straßenverkehrsrecht interessieren viele, sagt Bode. Schließlich liegt die Führerscheinprüfung bei den meisten vier bis fünf Jahrzehnte zurück. Eine praktische Übung gehört auch dazu.

Das Bundesamt für Statistik in Wiesbaden hat erfasst, dass ältere Menschen in komplexen Situationen schneller den Überblick verlieren als jüngere Verkehrsteilnehmer. Demnach waren Vorfahrtsfehler 2012 bei Senioren am Steuer die häufigste Ursache von Unfällen mit Personenschaden. Es folgten "Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren".

Langmaack kommt aufs Bremsen im Allgemeinen und auf die Gefahrenbremsung im Speziellen zu sprechen. "Stotterbremsen ist nicht mehr", sagt er. Das wurde früher empfohlen, um den Wagen steuerbar zu halten. Heute übernimmt das ABS diese Funktion. Wer bei einer Vollbremsung ein Brummen im Auto auslöst, hat es richtig gemacht, sagt Langmaack. Es kommt vom ABS. "Viele bremsen falsch", sagt er. Die Rotarier von Ludwigslust werden es ausprobieren: Zum Sommerfest des Clubs will Langmaack mit dem Fahrschulauto kommen und Bremsübungen machen.

In der Pause wird Strammer Max und Bier serviert. "Das ist schon eine gute Sache", sagt der pensioniere Geophysiker Ulrich Kaiser über "Senioren in Fahrt". Seinen Führerschein hat er 1963 in der DDR gemacht. Der 74-Jährige fährt noch immer regelmäßig auch längere Strecken bis an die dänische Grenze. Er habe viel Routine, sagt er und meint: Die Lebenserfahrung mache bei Älteren eine mögliche längere Reaktionszeit durchaus wett. "Ich denke für meinen Vordermann mit."

Wilfried Romberg neben ihm, ebenfalls 74, ergänzt: "Durch die Lebenserfahrung sieht man Gefahren eher kommen, man registriert mehr, was weiter vorn passiert." Das sei manchmal auch nicht gut, denn dann widme man sich nicht dem eigenen Fahren. Von einer immer wieder diskutierten Pflichtuntersuchung auf Fahrtüchtigkeit für Senioren halten beide nichts. "Das Alter ist nicht entscheidend", sagt Romberg. Er vertraut auf Routine und Selbsteinschätzung.

dpa


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