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Sportlimousine Quant F: Flusszellen-Flitzer fast fertig

Die Firma Nanoflowcell legt beeindruckende Zahlen für eine elektrische Sportlimousine vor. Ihr Prototyp bringt es auf bis zu 802 kW/1090 PS Leistung, ein Spitzentempo jenseits von 300 km/h und über 800 Kilometer Reichweite.
Im Vergleich zum Antrieb sind die Flügeltüren geradezu gewöhnlich: Der Elektro-Sportwagen Quant F bezieht seine Antriebsenergie aus einer Flusszelle.

Im Vergleich zum Antrieb sind die Flügeltüren geradezu gewöhnlich: Der Elektro-Sportwagen Quant F bezieht seine Antriebsenergie aus einer Flusszelle.

© Nanoflowcell AG

Vaduz. Nanoflowcell treibt die Entwicklung ihrer elektrischen Sportlimousine voran. Für den

Genfer Automobilsalon (Publikumstage: 5. bis 15. März) stellt das Liechtensteiner Unternehmen den annähernd serienreifen Prototyp Quant F in Aussicht. Der Antrieb ist eine Besonderheit: Statt herkömmlicher Akkus versorgt eine Flusszelle die vier E-Motoren mit Strom. Durch die Zelle wird Elektrolyt-Flüssigkeit gepumpt, die dort Energie freisetzt und dann verdampft wird.

 

Die Leistungs- und Fahrdaten, die Nanoflowcell für den viersitzigen Flügeltürer ausweist, sind beeindruckend: bis zu 802 kW/1090 PS Leistung, ein Spitzentempo jenseits von 300 km/h und über 800 Kilometer Reichweite pro Elektrolyte-Tankfüllung. Damit will die Firma zeigen, was technisch machbar ist: Das geplante Serienmodell werde aus ökonomischen Gründen gemäßigter unterwegs sein.

Mit dem 5,25 Meter langen Quant F, der an den 2014 in Genf vorgestellten Prototyp Quant E anknüpft, strebt Nanoflowcell nach eigenen Angaben die Homologation für die Serienproduktion an. Das Exterieur entspreche bereits zu 100 Prozent den Anforderungen, das Interieur zu rund 90 Prozent, teilt die Firma mit.

Am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal sieht man die Ankündigungen von Nanoflowcell skeptisch: "Wir haben in den vergangenen Jahren selbst zu einem mobilen Einsatz der Flussbatterien intensiv geforscht. Der jetzige Stand ist der, dass diese Batterien für den mobilen Einsatz eine zu geringe Energie- und Leistungsdichte haben", berichtet Jens Noack vom ICT. Er könne aber auch nicht ausschließen, dass wirklich ein Durchbruch erzielt wurde. Details zur Antriebstechnologie gibt Nanoflowcell nicht heraus. "Momentan gibt es dazu nur Marketinginformationen, die leider rein gar nichts aussagen", bedauert Noack.

Stutzig macht den Diplom-Ingenieur vor allem, "dass Flussbatterien zu groß und zu schwer sind, um akzeptable Reichweiten erzielen zu können. Für einen Pkw sprechen wir von 50 bis maximal 100 Kilometer mit sehr viel Entwicklung", sagt Noack. Dazu komme der Aspekt der Leistung: "Ich sehe momentan eher nur maximal 20 bis 30 kW, das ist sehr weit entfernt von über 1000 PS wie beim Quant."

Die Flusszellen-Technologie ist eine Art Mischung aus Batterie und Brennstoffzelle. Sie kommt bereits für das Energiemanagement von Windkraft- und Solaranlagen zum Einsatz. Die beiden Tanks für die ionische Flüssigkeit zur Energiegewinnung im Quant F fassen je 250 Liter, das Auftanken soll nicht länger als bei Benzin- oder Dieselautos dauern.

dpa


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