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Verkehr

Riskanter Schwindel: Tacho-Manipulation ist schwer erkennbar

Manipulierte Kilometerstände sorgen nicht nur für ungerechtfertigte Verkaufspreise. Sie können auch gefährlich sein. Welche Möglichkeiten haben Autokäufer, sich gegen die Täuschung zu wappnen?
Wer einen Gebrauchtwagen kauft, kann schnell einem Tacho-Betrug aufsitzen. Überprüfen lässt sich eine Manipulation des Kilometerstands nur in der Werkstatt.

Wer einen Gebrauchtwagen kauft, kann schnell einem Tacho-Betrug aufsitzen. Überprüfen lässt sich eine Manipulation des Kilometerstands nur in der Werkstatt.

© Roland Weihrauch

Köln. Ein schöner Gebrauchter: wenige Jahre alt und mit überschaubarer Laufleistung. Da freut sich der Autokäufer. Doch bei allem Enthusiasmus schwingt gerade bei solchen Angeboten auch immer die Frage mit: Entspricht der Tachostand der Wahrheit?

Die Manipulationsmethoden sind ausgebuffter geworden. "Häufig wird der Tacho nicht einfach um 100 000 Kilometer zurückgedreht", erklärt Markus Steinhausen, der beim Automobil-Club Verkehr (ACV) Referent zu diesem Thema ist. "Stattdessen wird in kleineren Sprüngen, dafür aber öfter manipuliert." Mit Tachofiltern lässt sich sogar während der Fahrt der Kilometerzähler ausstellen. Gerade bei jungen Gebrauchten und im Premium-Bereich sei der Schwindel lukrativ, sagt Steinhausen. Dort ist die Wertsteigerung bei weniger Laufleistung am größten.

Erkennen können Verbraucher den Schwindel kaum. Mitunter wird geraten, den Innenraum genau in den Blick zu nehmen. Sind die Sitze und das Lenkrad-Gummi abgenutzt, scheint ein geringer Kilometerstand eher unwahrscheinlich. Zuverlässig ist das aber nicht: Die Materialien kann man austauschen, sagt Steinhausen. Junge Gebrauchte haben zudem trotz vieler gefahrener Kilometer nicht zwangsläufig diese Art von Verschleißspuren, fügt er an. "Eigentlich ist der Innenraum als Indikator nicht wirklich zu gebrauchen."

Bei Misstrauen können Sachverständige in den Werkstätten den eigentlichen Kilometerstand mitunter auslesen. Manche Autoclubs und Prüforganisationen wie der Tüv bieten Gebrauchtwagenchecks, die eine genauere Einschätzung des tatsächlichen Auto-Zustands liefern.

Ein guter Hinweis ist auch eine lückenlos nachweisbare Fahrzeug-Historie. "Wenn der Privatverkäufer oder Händler Rechnungen und Belege von Wartungen und Reparaturen von selbst vorlegt, ist das ein Zeichen für Ehrlichkeit." Steinhausen warnt gleichzeitig davor, sich nur auf die Angaben im Scheckheft zu verlassen. Diese seien leicht zu fälschen.

Hinweise auf eine Scheckheft-Fälschung können etwa immer gleiche Stempelfarben sowie zu identisch aussehende Unterschriften sein. Wer Zweifel hat, sollte sich bei der Werkstatt, deren Stempel in dem Heft ist, die Wartungen bestätigen lassen.

Manipulierte Tachos sind nicht nur wegen des zu hohen Kaufpreises ärgerlich. Sie können außerdem die Betriebssicherheit gefährden, wie Steinhausen erläutert: "Mit Tachofiltern können Wartungsintervalle um das Doppelte gestreckt werden." Dadurch werden Herstellerempfehlungen an verschiedenen Stellen gesprengt: zum Beispiel beim Ölwechsel oder dem Austausch der Bremsflüssigkeit.

dpa


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