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Nur teure Oldtimer lohnen als Geldanlage

Wie fühlt sich eigentlich eine Aktie an? Und wie riecht ein Tagesgeldkonto? Eine Antwort darauf fällt schwer. Konventionelle Geldanlagen punkten eben selten mit Sinneseindrücken.
Marius Brune ist Geschäftsleiter vom Marktbeobachter Classic-Data.

Marius Brune ist Geschäftsleiter vom Marktbeobachter Classic-Data.

© Classic Data

Berlin. Ganz anders ein Oldtimer.

Seine Sitze riechen ledrig-gemütlich, der Blinker klackert nostalgisch, und dann dieser Sound beim Gasgeben. In Zeiten von Niedrigzinsen scheint der Oldtimer als Geldanlage verlockend. Aber er hat seine Tücken. Und längst nicht immer winken Renditen.

"Sie haben im Mittel eine Wertsteigerung von etwa acht bis neun Prozent", sagt Götz Knoop vom Deuvet - Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge. Das hört sich erst einmal gut an, verglichen mit dem derzeitigen Zinsstand bei Tagesgeldkonten und Co. "Aber ein Auto kostet auch", gibt Knoop zu bedenken.

Zum einen wäre da die Unterbringung des Oldtimers. "Sie können den ja nicht unter einer Laterne stehen lassen", sagt Marius Brune vom Marktbeobachter Classic-Data. Wer für das Fahrzeug einen kostengünstigen Oldtimer-Versicherungstarif abschließen möchte, muss sogar einen Garagenparkplatz nachweisen können, erklärt Stefan Röhrig, Leiter des Fachbereichs Historische Fahrzeuge im Verband der Automobilindustrie (VDA). Je nach Wohnort kommen für den Garagenplatz einige Hundert Euro im Jahr zusammen.

"Jetzt kommen noch Versicherungen hinzu", sagt Brune. Und die Instandhaltung verursacht ebenfalls Kosten: "Auch wenn Sie das Auto nie fahren, haben Sie Verschleiß", erklärt Röhrig. Ölwechsel und der Austausch poröser Gummis - all das geht ebenfalls ins Geld.

Insgesamt sind die Fixkosten für einen Oldtimer also hoch - und sie können schnell die mögliche Wertentwicklung ein- oder überholen. "Alle Fahrzeuge, die unter 50 000 Euro kosten, sind eigentlich kein Spekulationsobjekt", fasst Röhrig deshalb zusammen. Kosten und Wertentwicklung treiben hier nämlich meist ein Nullsummenspiel. Je höherwertiger das Fahrzeug ist, desto weniger Geld geht proportional für die Fixkosten drauf - und je stärker machen sich die möglichen Wertzuwächse in absoluten Zahlen bemerkbar, erklärt Brune.

Weil solche Zuwächse aber nie vorhersagbar sind und diese eben auch oft nicht die Kosten aufwiegen, rät Röhrig: "Wer sich einen Oldtimer zulegt, sollte mehr als diesen spekulativen Hintergrund haben." Freude am Auto ist hier maßgeblich. "Spaßrendite auf der Straße - das ist das entscheidende Kaufargument", sagt Knoop.

Wer sich für den Kauf eines älteren Wagens entscheidet, kann sich zum Beispiel mit dem Oldtimer Index vom VDA einen ersten Überblick verschaffen: Gemessen an der Wertentwicklung von 1999 bis 2014 steht dort auf dem ersten Rang der Flügeltürer 300 SL Coupé von Mercedes aus den Jahren 1954 bis 1957. Auf Rang zwei steht der Citroën 2CV 6 (1969 bis 1976), auf Rang drei der VW-Bus Typ 2 (1967 bis 1972).

Brune empfiehlt, sich jüngere Fahrzeuge aus den 80er und 90er Jahren anzugucken: "Die anderen Autos sind schon entdeckt, da wird sich nicht mehr viel tun." Die Wertentwicklung sei dort schon passiert. Als aktuelle Hoffnungsträger nennt er etwa das Mercedes 300 CE Coupé (1989 bis 1992), das 968er Coupé von Porsche (1991 bis 1995) und den Mini Cooper 1.3i (1996 bis 2000). Knoop empfiehlt generell deutsche Hersteller und Modelle, die sportlich unterwegs sind.

Hat man ein Modell ins Auge gefasst, müssen zwei weitere Faktoren unbedingt geprüft werden, bevor man das Fahrzeug kauft: Zustand und Historie. Der Zustand bei Oldtimern wird in den Kategorien 1 bis 5 angegeben. Ein guter Zustand bedeutet, dass es sich um ein gepflegtes Fahrzeug mit leichten Gebrauchsspuren handelt. Eine geringere Kategorie als 2 sollte man in der Regel nicht wählen. Zur Historie zählt etwa die Zahl der Vorbesitzer - je weniger, desto besser.

dpa


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