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Günstig und sauber: Angebot an Elektroautos wächst

Nehmen die E-Autos nun doch noch Fahrt auf? Während Politik und Industrie jetzt mit einer Kaufprämie locken, wächst parallel das Angebot an Einstiegsmodellen. Ein Überblick.
Hyundai schwimmt mit dem Strom: Die rein elektrische Version des Ioniq soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Foto: Hyundai

Hyundai schwimmt mit dem Strom: Die rein elektrische Version des Ioniq soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Foto: Hyundai

Berlin. Die Hoffnungen auf ein rasantes Wachstum bei den Elektroautos ruhen neben dem von Staat und Industrie finanzierten Zuschuss auch auf einer deutlichen Ausweitung des Fahrzeugangebots - vor allem am unteren Ende des Segments.

Schon bislang war die Auswahl dort vergleichsweise groß. Auch wer nicht auf Leichtkraftfahrzeuge von Kleinserienherstellern oder Zweirad-Zwitter wie den Renault Twizy umsteigen will, kann aus knapp einem Dutzend Fahrzeugen wählen. In den bürgerlichen Fahrzeugklassen bieten sich neben den baugleichen Modellen Mitsubishi EV, Peugeot iOn und Citroën C-Zero an: Renault Zoe, Nissan Leaf, VW Up und Golf, Ford Focus, Kia Soul sowie die Mercedes B-Klasse und der BMW i3.

Die Preise bewegen sich zwischen 19 390 Euro für iOn und C-Zero und annähernd 40 000 Euro für B-Klasse, Golf und i3. Die Reichweiten liegen in der Normmessung bei 150 bis 212 Kilometern. In der Praxis ist das meistens ausreichend. Für die Psychologie aber offenbar noch zu wenig. BMW bietet als einziger Hersteller einen Range Extender: einen Benzinmotor, der an Bord Strom für längere Strecken produziert.

Gerade läuft sich eine neue Generation von Stromern warm, die mit mehr Reichweite und niedrigeren Preisen den Durchbruch schaffen will. Vorreiter dieser neuen Welle ist das Model 3 von Tesla, das vor wenigen Wochen in Kalifornien vorgestellt wurde. In den USA 35 000 Dollar teuer und im Format etwa so groß wie ein 3er BMW, soll das erste Volumenmodell des amerikanischen Akku-Pioniers auf bis zu 350 Kilometer Reichweite kommen, verspricht Firmenchef Elon Musk

GM-Chefin Mary Barra hatte kurz vor Musk den Chevrolet Bolt enthüllt. Er kostet Barra zufolge nach Abzug der staatlichen Förderung in den USA nur 30 000 Dollar und soll über 300 Kilometer weit kommen. Er soll im Herbst 2016 auf die Straße rollen, damit deutlich früher als der Tesla, der frühestens Ende 2017 kommt. Der Bolt bildet die Basis für den weitgehend baugleichen Opel Ampera-e, der laut Hersteller Anfang 2017 in den Handel kommen soll. Als Dritter im Bunde bringt sich auch Hyundai in Stellung und kündigt eine rein elektrische Version des Öko-Modells Ioniq an, die noch in diesem Jahr verkauft werden soll.

BMW stellt für den Sommer eine neue Batteriegeneration im i3 in Aussicht und verspricht mit dann 33 kWh Kapazität eine um 50 Prozent vergrößerte Reichweite. Auf dem Prüfstand soll sie von 190 auf 300 und im Alltag auf immerhin mehr als 200 Kilometer steigen, teilt der Hersteller mit. Daimler will zum Jahresende den Smart erneut mit Elektroantrieb bringen und dann wieder die Preisführerschaft übernehmen. Und wenn VW im Herbst den Golf auffrischt, dann soll der E-Golf einen besseren Akku bekommen.

Bis zum Ende des Jahrzehnts will VW einen eigenen Elektrobaukasten analog zum Modularen Querbaukasten der Golf-Familie entwickeln und daraus E-Fahrzeuge konstruieren. Sie sollen bei Preis und Reichweite mit konventionellen Verbrennern konkurrieren können, kündigt Dzemal Sjenar an. Er leitet den Aufbau der Designstudien in Wolfsburg und hat Anfang des Jahres mit dem Budd-e schon einmal gezeigt, wohin die Reise für so ein Elektroauto gehen könnte.

Und auch Prestige-Projekte wie der Porsche Mission E, ein elektrisches SUV-Coupé von Audi als Gegner für den Tesla Model X und der nur noch als Elektroauto vorgesehene Nachfolger für den VW Phaeton sind weiterhin fest eingeplant. Das bestätigen die Hersteller in Stuttgart, Ingolstadt und Wolfsburg. Außerdem hat BMW zwischen i3 und i8 ein drittes Modell angekündigt. Auch Mercedes will bis zum Ende des Jahrzehnts ein dezidiertes Elektroauto mit rund 500 Kilometern Reichweite anbieten.

dpa


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