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Verkehr

Groß, massiv und hip: Die Welt der Lastenfahrräder

Long John, Bäckerrad, Christiania-Bike: Mit ihrem ungewöhnlichen Aussehen und massiven Rahmenkonstruktionen sind Lastenfahrräder ein echter Hingucker - und bekommen immer mehr Fans. Die einzelnen Typen unterscheiden sich von der Fahrdynamik bis zur Zuladung stark.
Dreirad für Erwachsene: Bis zu vier Kinder zum Beispiel können die Christiania-Bikes mit ihrer zweirädrigen Vorderachse transportieren.

Dreirad für Erwachsene: Bis zu vier Kinder zum Beispiel können die Christiania-Bikes mit ihrer zweirädrigen Vorderachse transportieren.

© christianiabikes

Göttingen. Massive Rahmen, große Ladeflächen: Lastenfahrräder sind ein Hingucker. Nicht mehr nur die Post setzt sie ein - auch andere Logistikunternehmen, Pizzadienste und viele normale Radfahrer nutzen inzwischen die Packesel unter den Drahteseln.

"Bis in die 90er hielt man Lastenradler nur für Autoverweigerer oder Öko-Spinner", erzählt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Jetzt seien sie dagegen hip und nicht mehr nur öko.

Je nach Konstruktion des Lastenrades bieten handelsübliche Lastenräder 100 bis 150 Kilo Zuladung, erklärt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). "Mit so einer Ladung sind die Räder gut in Bewegung zu bringen und kontrollierbar."

Lastenräder kosten einiges. Meist liegen sie zwischen 1000 und 3500 Euro, schätzt der

Verkehrsclub Deutschland (VCD). Wer bereit ist, das zu investieren, muss sich nur noch für die passende Variante entscheiden. Ein Überblick:

Bäckerrad: Diese Bezeichnung kommt noch aus jener Zeit, als Bäcker ihre Brötchen in einem großen Korb vor dem Lenker ausfuhren. Die Transportauflage ist vorne am Rahmen - häufig liegt sie auf dem Rad, das dafür kleiner dimensioniert ist. Das Gewicht hält sich in Grenzen, und durch die kompakte Größe ist es gut abstellbar und kann sogar in den Fahrradkeller getragen werden.

Dreirad: Die Christiania-Bikes mit einer zweirädigen Vorderachse transportieren bis zu vier Kinder. "Die gute Balance geht auf Kosten der Schräglage", sagt Fehlau. In Kurven kann man nicht schnell fahren, weil dann die Zentrifugalkraft an dem Lastenrad zerrt. Man muss auch vorausschauender fahren, weil das Rad so breit ist und es eher mal an Pollern und anderen Hindernissen eng werden kann. Für dieses Rad braucht man definitiv einen ausreichend großen Stellplatz.

Alternativ kann die Zwei-Rad-Achse hinten sein - wie bei einer Rikscha. "Die sind im Normalgebrauch aber kaum verbreitet", sagt Fehlau. Er sieht auch eher Nachteile bei dieser Variante. Durch den langen und breiten Hintern steigt die Gefahr, Kurven zu eng zu nehmen und hängen zu bleiben.

Long John: Dieses Lastenrad ist sehr lang. Die Transportbox liegt knapp über Straßenniveau zwischen Lenker und dem weit vorne platzierten Vorderrad. Das sieht gewöhnungsbedürftig aus, lässt sich aber nach etwas Training gut fahren, sagt Filippek. Da es zwei Räder hat und die Box in der Regel nicht breiter als der Lenker ist, kommt man fast überall damit durch. Es passt nicht ganz so viel hinein wie bei den dreirädrigen Varianten.

Verlängertes Heck: Der Radstand ist nach hinten verlängert. Damit kommt die Ladung hinter den Sattel. "Ursprünglich ist das für den Transport von Erwachsenen gemacht worden", erläutert Filippek. In Deutschland sei das allerdings verboten. Kinder, auch zwei, können dagegen mitfahren. "Diese Lastenräder reagieren in den Kurven ein wenig träge und ziehen nach." Ansonsten seien sie für Radfahrer aber keine große Umstellung.

Massiver Gepäckträger und Korb: Optisch unterscheidet sich dieser Typ fast gar nicht vom normalen Fahrrad. Der Gepäckträger ist aber massiv und mit dem Rahmen verschweißt. Gleiches gilt für den Korb, wenn einer verbaut ist. Sie sehen nicht nur so aus, sondern sie fahren auch wie ein normales Velo.

dpa


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