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Verkehr

Das richtige Verhalten bei einem Fahrzeugbrand

Jedes Jahr brennen rund 15 000 Autos auf deutschen Straßen. Meist sind technische Defekte die Ursache. Der Motor stottert, aus den Ritzen der Motorhaube steigt plötzlich schwarzer Qualm auf.
Zur Not hilft die Feuerwehr: Als Laie ist man bei einem Fahrzeugbrand meist auf fremde Hilfe angewiesen.

Zur Not hilft die Feuerwehr: Als Laie ist man bei einem Fahrzeugbrand meist auf fremde Hilfe angewiesen.

© Christoph Schmidt

Bochum/Köln. ichtig?

Der Motor stottert, aus den Ritzen der Motorhaube steigt plötzlich schwarzer Qualm auf. Wenn das Fahrzeug zu brennen anfängt, ist meist noch ausreichend Zeit für eine Rettung. Denn Fahrzeugbrände entwickeln sich langsam - dann allerdings umso heftiger. Wichtig ist Ruhe zu bewahren.

"Einige Brände entstehen durch technische Defekte", sagt Carsten Sammrei, Obermeister der Kfz-Innung Bochum. Das könne zum Beispiel passieren, wenn etwas nachträglich am Fahrzeug eingebaut wird. "So können Kabel durchscheuern und einen Kurzschluss verursachen", erklärt er. Gefährlich seien auch Marder. Die knabbern gerne an den Gummischläuchen der Elektrokabel. Liegen die blank, kann es durch einen Kontakt mit der Karosserie zum Funkenschlag kommen.

Meistens sind jedoch poröse Kraftstoff- und Ölleitungen die Feuerursache. Tropft die leicht entzündbare Flüssigkeit auf den heißen Auspuff oder Motor, fängt es oft an zu brennen. "Die Leitungen werden bei jeder Inspektion auf Dichtigkeit und Verlegung geprüft, poröses Material muss sofort getauscht werden", sagt Sammrei.

Er rät bei einem Brand, das Fahrzeug sofort zu stoppen und den Motor abzuschalten. Dadurch wird in der Regel die Kraftstoffpumpe vom Stromkreis getrennt und so die Spritzufuhr unterbrochen. Dann gilt es, dass Auto zügig zu verlassen. "Auf keinen Fall sollte man die Motorhaube öffnen. Dem Feuer wird sonst Frischluft zugeführt und eine Stichflamme kann durch den Spalt nach vorne schießen", sagt Sammrei.

Auch Jens Müller von der Berufsfeuerwehr Köln schätzt den Handlungsspielraum der Autofahrer bei einem Feuer als gering ein. "Als normaler Autofahrer kann man Fahrzeugbränden so gut wie nicht vorbeugen, zumindest nicht bei technischen Defekten als Ursache." Die Feuerwehr kann die Flammen zwar oft eindämmen, nicht aber das Fahrzeug retten. Meist bleibt nur noch Schrott übrig.

Müller rät, das Auto im Brandfall schnellstmöglich zu verlassen und nur die wichtigsten Dokumente mitzunehmen. Doch anders als Kfz-Obermeister Sammrei hält er das Öffnen der Motorhaube für sinnvoll. Meist brenne es im Motorraum zuerst, wer die Flammen dort direkt mit einem ABC-Pulver-Feuerlöscher erstickt, verhindert unter Umständen schwerere Schäden. Auch könne der Seilzug durch die Hitze reißen, so dass die Haube erst nach dem Eintreffen der Feuerwehr mit einem Karosserie-Spreizer geöffnet werden kann.

Die Motorhaube wird nur etwas geöffnet und das Feuer durch den Spalt mit kurzen, gezielten Stößen aus dem Feuerlöscher bekämpft. Dafür reiche ein kleiner Zwei-Kilogramm-Feuerlöscher. Ist der Brand nicht in der ersten Phase zu ersticken, dehnt er sich in der Regel zu einem Vollbrand aus, der das gesamte Fahrzeug erfasst. Dann ist das Auto verloren.

Wenn vom Auto nur noch ein Haufen verkohlter Schrott übrig bleibt, muss das für den Halter kein finanzieller Totalschaden sein. Zumindest dann nicht, wenn das Fahrzeug kaskoversichert ist. Über die Teilkasko seien die Gefahren Brand und Explosion versichert, sagt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). "Dabei handelt es sich aber nicht nur um komplett abgebrannte Fahrzeuge." Nicht als Brand gelten dagegen Schmor- und Sengschäden. Glimmen also nur die Leitungen im Motorraum durch, bleibt der Halter auf dem Schaden meist sitzen.

Geschädigte sollten einen Brandschaden laut GDV innerhalb weniger Tage nach dem Feuer bei ihrer Assekuranz anzeigen. Besondere Umstände können jedoch dazu führen, dass man den Schaden erst später melden kann, wenn er zum Beispiel während der Urlaubszeit erst nach Tagen oder Wochen bemerkt wird.

dpa


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