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Akku unplugged - Was das induktive Laden fürs Elektroauto bringt

Nie mehr Strippen ziehen: Mit dem induktiven Laden brauchen Elektroautos kein Kabel mehr, um Akkus aufzufrischen. Die Technik könnte Komfort und Akzeptanz für den alternativen Antrieb steigern.
Gemeinsame Sache: BMW und Daimler haben sich bei der Entwicklung von Induktionssystemen zum kabellosen Laden von Akkus in E-Autos zusammengeschlossen.

Gemeinsame Sache: BMW und Daimler haben sich bei der Entwicklung von Induktionssystemen zum kabellosen Laden von Akkus in E-Autos zusammengeschlossen.

© BMW

München/Stuttgart. Doch der Weg zur Markteinführung ist steinig.

Eine Fahrt in Elektroautos endet mit einer lästigen Pflicht: Das Fahrzeug muss angestöpselt werden, um den Akku und damit die Reichweite für den nächsten Trip aufzufrischen. Denn selbst bei voller Batterie genügt der Strom selten für mehr als 150 Kilometer.

Eine Alternative zum Laden per Kabel haben die Hersteller von Elektrofahrzeugen aber schon längst in Planung: Mit Hochdruck arbeiten sie an der sogenannten Induktionsladung: So, wie man es heute zum Beispiel von der elektrischen Zahnbürste kennt, wird der Akku über ein magnetisches Wechselfeld zwischen einer Primärspule auf der Fahrbahn und eine Sekundärspule im Fahrzeugboden geladen, erläutert Mercedes-Sprecher Matthias Brock.

Experten wie der Berliner Mobilitätsberater Christian Guhl sehen darin einen wichtigen Schritt für die Akzeptanz der neuen Antriebstechnik. "Automatisches Laden ist für den Durchbruch der Elektromobilität wahrscheinlich so bedeutend, wie es vor 100 Jahren die Erfindung des elektrischen Anlassers für die Benziner war", sagt der Chef der Scius Consulting.

In diesem Sommer haben BMW und Mercedes eine Entwicklungspartnerschaft beschlossen, mit der die Einführung der Induktionsladung beschleunigt werden soll. In drei bis vier Jahren könnte die neue Technik auf der Straße sein.

Dass es diese Technik im Auto anders als bei der elektrischen Zahnbürste nicht schon gibt, liegt laut Josef Krammer, der bei BMW das Laden und die Hochvolt-Technik verantwortet, an den größeren Strömen. Diese müssten über eine größere Entfernung fließen, ohne dass dabei zu viel Energie verloren geht.

Auch die Sicherheit ist ein Problem: Dabei denkt Mann Krammer weniger an Haustiere, die in die Magnetfelder geraten, sondern an Abfall wie Kaugummipapiere oder Zigarettenschachteln. Die könnten sich durch die Induktion aufwärmen und Feuer fangen: "Das müssen wir mit einer geschickten elektronischen Überwachung ausschließen." Sobald alle Probleme bewältigt sind, könnten die Akkus von Plug-in-Hybriden in knapp drei und die von E-Autos über Nacht geladen werden.

Auch Nissan und Renault treiben entsprechende Entwicklungsprojekte voran - doch auch hier liegt die Markteinführung in unbestimmter Zukunft: "Wann solche Systeme in Serie gehen, können wir noch nicht kommunizieren", sagte eine Nissan-Sprecherin. Noch fehle es an einer Standardisierung der Technik, auch die Kosten seien sehr hoch.

"Wir müssen vermeiden, dass man für jeden Fahrzeugtyp unterschiedliche Systeme benötigt und dann mehrere Ladeplatten im Hof installieren muss, sagt auch BMW-Entwickler Balszuweit. Allerdings werde eine Standardisierung zunächst eine eher untergeordnete Rolle spielen. Der BMW-Entwickler sieht das kabellose Laden weniger im öffentlichen Raum, sondern vor allem daheim in der Garage. Herstellerübergreifende Systeme sind dafür im Prinzip nicht vonnöten.

Energie- und Mobilitätsberater Guhl sieht zwar die private Installation ebenfalls vorn, hält die Induktionsladung aber auch im öffentlichen Raum für die bessere Lösung: "Ladespulen sind günstiger als Ladesäulen, sie sind besser vor Vandalismus geschützt und vor allem sind sie unsichtbar und stören damit nicht das Stadtbild."

dpa


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