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Holzklasse-Reisen, Beweis-Selfies und Preise

Schlepper-Wissen Holzklasse-Reisen, Beweis-Selfies und Preise

Wie viel Geld wird im Schleppergeschäft umgesetzt? Und was ist Garantieschmuggel? Der illegale Transport von Menschen aus aller Welt nach Europa hat seine eigenen Formen und Regeln. Ein Überblick.

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Zirka 200 undokumentierte Flüchtlinge kommen am 20.04.2015 auf der griechischen Mittelmeerinsel Rhodos an, nachdem ihr Schiff vor der Insel auf einen Felsen aufgelaufen war.

Quelle: Loukas Mastis

Marburg.  Der Kampf gegen illegale Migration steht seit Jahren ganz oben auf der politischen Agenda vieler Staaten. Doch warum gelingt es in Europa nicht, das Problem in den Griff zu bekommen? Warum boomt das Geschäft der Schlepper weiter? Wir haben zwei Fachleute des internationalen Migrationsforschungsinstituts ICMPD in Wien, Martin Hofmann und Veronika Bilger, sowie deutsche Sicherheitsexperten dazu befragt. Ihre Antworten:

Wie viel muss man für eine illegale Einreise nach Europa zahlen?

In der «Holzklasse», also in nicht seetauglichen Booten im Mittelmeer, sind es oft 200 oder 300 US-Dollar (rund 185 bis 275 Euro). Das berichten die österreichischen Experten Martin Hofmann und Veronika Bilger. Auf der Balkanroute konnte man im Jahr 2015 zeitweise auf Schleichwegen noch schneller und günstiger quer durch Europa gelangen als im Bus oder Zug. Damals war das Schleppergeschäft in Europa für einen Moment tot. Derzeit kostet es wieder bis rund 10 000 Dollar. Für 20 000 Dollar bekommt man auch perfekte Dokumente mit einem Lebenslauf und kann sich in der Luxusjacht aus der Türkei nach Italien bringen lassen.

Wie sieht die Preisstruktur bei Schleusungen in das begehrte Ziel Deutschland aus?

Zwischen der Balkan- und der Mittelmeer-Route gibt es Unterschiede. Wobei nach Angaben aus Sicherheitskreisen immer noch etwa 70 Prozent der Ankömmlinge über den Balkan nach Deutschland kommen. Nur etwa zwölf Prozent kommen über eine Südroute in den Norden - also oft über das Mittelmeer und Italien.

BALKANROUTE: Für das Schleusen von Afghanistan bis Deutschland via Balkan mussten 2016 zwischen 4700 und 5500 Dollar bezahlt werden. Aus Syrien und dem Irak waren das 3600 bis 4000 Dollar. Und aus Ostafrika mussten die Menschen - ohne Kost und Logis - 3300 bis 5000 Dollar für die Strecke über das Mittelmeer nach Italien zahlen.

Auf der Balkanroute sollen die Preise wegen der Grenzschutzmaßnahmen seit 2016 im Schnitt um 10 Prozent gestiegen sein. Die Kosten für die Bootsüberfahrt von der Türkei nach Griechenland brachen dagegen mangels Erfolgsaussichten der Weiterreise von 800 Dollar 2016 auf etwa 300 Dollar ein (Frühjahr 2017).

FLUGSCHLEUSUNGEN : Die De-Luxe-Variante der Schleusung via Flugzeug kostet nach Angaben der Sicherheitsexperten mindestens 25 000 Dollar pro Mensch. Darin enthalten sind neben Tickets Bestechungsgelder und häufig die Kosten für das Fälschen von Papieren. Zum Teil würden absurde Flugstrecken genommen, um die Herkunft der Geschleusten zu verschleiern, beispielsweise Routen über Südamerika.

SÜDROUTE/MITTELMEER: Bei den Kosten gibt es nach Erkenntnissen in den deutschen Sicherheitsbehörden auf der zentralen Mittelmeer-Route das Gegenteil zum Balkan: Hatte 2016 eine Überfahrt von Libyen nach Italien noch etwa 600 - 800 Dollar pro Person gekostet, konnten es in diesem Frühjahr etwa 1200 Dollar sein. Allerdings variieren die Preise je nach Nationalität und Bootstyp. Afrikaner zahlen oft deutlich weniger.

Wie lange sind Migranten nach Deutschland unterwegs?

BALKANROUTE: Von Kabul nach Deutschland dauerte eine Schleusung 2016 nach Angaben aus Sicherheitskreisen durchschnittlich 240 Tage. Schleuser organisieren die Strecke häufig in Etappen. Dabei gibt es oft sehr lange Aufenthalte in der Türkei und in Griechenland. Oft hängen die Menschen auch in Serbien fest, seitdem Ungarn die Grenzsicherung hochgefahren hat. Durch Ungarn brauchen die Menschen im Schnitt sechs Tage, durch Österreich dann noch mal zwei.

MITTELMEER: Auf der Südroute sind die Flüchtlinge und Migranten etwa aus der Subsahara-Region bis nach Libyen zwischen wenigen Tagen und einigen Wochen unterwegs. 2017 hat sich die Zeit, die bis nach Libyen gebraucht wird, wegen der Bekämpfung der Schleusung in der Region verlängert - durch die Wüste müssen zum Teil Ausweichrouten genommen werden. Aus Ostafrika brauchen die Migranten demnach im Schnitt sechs bis acht Monate bis Italien. Aus Syrien und dem Irak dauere die Reise über die Schleuserrouten im Schnitt etwa 180 Tage, so die Experten. Zum Teil seien Menschen auch zwei Jahre unterwegs, heißt es weiter.

Was ist Garantieschmuggel?

Bei dieser Form garantieren die Schlepper, dass das vereinbarte Zielland erreicht wird, erläutern die ICMPD-Experten. Misslingt der Grenzübertritt, wird es so oft versucht, bis es klappt. Nach der Schließung der Balkanroute hat sich viel Geschäft auf diese hochpreisige Ebene verlagert. Für 10 000 Dollar kann man so in ein paar Wochen aus dem Nahen Osten nach Zentraleuropa gelangen.

Wie viel Geld wird im Schlepper-Business umgesetzt?

Die Angaben sind oft nur vage Schätzungen. Deutsche Sicherheitsexperten und die österreichischen Fachleute rechnen aktuell mit einem Gesamtumsatz der Schleusung nach Westeuropa auf allen Routen - inklusive Fernost - in Höhe von drei bis vier Milliarden Dollar. Darin seien die Kosten für Schleuser, Unterkunft und Verpflegung enthalten. 2015, auf einem Höhepunkt der illegalen Migration nach Europa, war auch von rund 6 Milliarden die Rede. Kursierende Zahlen von einem Schleuserumsatz von 25 Milliarden Dollar seien aber nicht realistisch. Den Nettogewinn für die Schleuser taxieren diese Experten auf etwa 2,5 Milliarden bis 3 Milliarden Dollar. Oft blieben etwa 70 bis 80 Prozent als Gewinn bei den Schleusern.

Wie kauft und bezahlt man eine Schlepperreise nach Europa?

Ein weit verbreitetes Muster ist, dass man zur Vertrauensperson im Heimatort geht und einen Vertrag schließt. Die gleiche Herkunft ist - so sagt die österreichische Expertin Bilger - wichtig, weil Vertrauen und Kontrolle zwischen der Familie und dem Schmuggler vorhanden sind. Erst wenn der Sohn oder die Tochter zurückgemeldet haben, dass sie im Zielland sind, bekommt der Schmuggler bei dieser Form das Geld, das bei einer Vertrauensperson deponiert wurde. Es gibt aber auch andere Angebote. Vor allem an den zentralen Verbindungspunkten der Routen finden Kunden ein breitgefächertes Angebot. Viele Menschen organisieren ihre Migration auch in Etappen Stück für Stück.

Können sich Schlepper leisten, das Leben ihrer Kunden zu gefährden?

Früher war man sofort aus dem Geschäft, wenn ein Schleppernetz hohe Todeszahlen hatte, die Leute schlecht behandelte oder nicht ans Ziel brachte. Durch die aktuell große Nachfrage mischen aber auch «Pfuscher» mit, etwa in Libyen, wo Migranten auf dem Meer ausgesetzt werden, wie Martin Hofmann sagt. Libyen ist ein Sonderfall, weil es sich oft um eine Fluchtbewegung ohne Zurück handelt. Entweder man schafft es nach Europa, oder man bleibt in Libyen in ständiger Gefahr für Leib und Leben. So sind auch die hohen Todeszahlen im Mittelmeer zu erklären, weil das Risiko eines Todes bei der Überfahrt geringer erscheint als die Risiken eines Aufenthalts in Libyen.

Wie wird «Erfolg» dokumentiert?

Der geschleppte Mensch macht zum Beispiel ein Selfie von sich und einer bekannten Sehenswürdigkeit, etwa dem Stephansdom in Wien, sagt Bilger. Das Bild schickt er nach Hause. Dann wird das Geld dem Schlepper übergeben.

Wie sehen die Angebote für «Individualreisende» aus, die nicht schon in ihrem Heimatland ein «Pauschal-Paket» gekauft haben?

Wenn Migranten in Etappen gehen, kontaktieren sie dort jeweils selbstständig agierende Schlepper. Wie die Österreicher weiter berichten, wird dann zum Beispiel die Hälfte des vereinbarten Betrags vor dem Grenzübertritt gezahlt und die andere Hälfte danach. Im Mittelmeer gibt es dieses System für jene, die auf guten Plätzen auf den Schiffen sitzen. Andere müssen weniger zahlen, haben aber auch keine Garantie.

Welche Rollen spielen Fälscherwerkstätten bei der Schleusung?

Eine sehr wichtige, wie deutsche Experten berichten. Dabei geht es nicht nur ums Fälschen von Dokumenten wie Reisepässen und Führerscheinen. Auch Drohbriefe der Taliban in Afghanistan werden nachgemacht - um sie den Behörden in Europa als Beleg für den Fluchtgrund vorzulegen. Bestimmte Mullahs seien in Deutschland schon als Urheber aufgefallen - die Sicherheitsbehörden hätten dies auf dem Schirm. Auch mit falschen Universitätsabschlüssen habe man Erfahrung.

Was kosten gefälschte Unterlagen auf dem Schwarzmarkt?

Einen bulgarischen Pass erhält ein Migrant nach Darstellung deutscher Sicherheitsexperten auf dem Schwarzmarkt für 800 Euro - für einen echten syrischen Pass aus erbeuteten Beständen muss man etwa 2000 Euro hinlegen. Eine Komplettausstattung inklusive Führerschein und Geburtsurkunde kostet 5000 bis 10 000 Euro. Reisepässe, die auch einer Überprüfung auf dem Flughafen standhalten, sind für etwa 2000 Euro zu haben. Diese Papiere können dann auch elektronisch gelesen werden, ohne dass der Inhaber bei einer Kontrolle auffällt. Manchmal reiche es auch, in einen echten Pass einen gefälschten deutschen Aufenthaltstitel einzubringen. Kostenpunkt: 500 Euro.

Qualitativ gut arbeitende Fälscherwerkstätten gibt es nach den Erkenntnissen der Ermittler in der Türkei und Bulgarien. Gerne würden dort italienische ID-Karten nachgemacht, aber auch französische, spanische und deutsche Papiere.

Welche Rolle spielen neue Kommunikationstechnologie und soziale Medien im Schlepperbusiness?

Früher war es so, dass die Schlepper den Flüchtlingen als erstes die Handys und Pässe abgenommen hätten, sagt Bilger. Heute sind Internet und vor allem das Navigationssystem GPS ein Teil des Business. Die Schlepper machen ein Foto von einem durchlässigen Punkt an der Grenze, teilen ihn via Internet - und in kürzester Zeit können so Tausende Menschen informiert und mobilisiert werden. Das ist eine komplett neue Form, eine große Gruppe von Menschen zu organisieren.

Kann man Schleppungen direkt im Internet buchen?

Das wurde bis jetzt in Europa noch nicht beobachtet, sagen Hofmann und Bilger. Aber schon heute gibt es Internetseiten, auf denen offen für Schleppungen geworben wird, mit Fotos, Telefonnummern und Preisen. Etwa bei Facebook.

Warum kooperieren die Migranten nicht bei der Zerschlagung von Schleppernetzwerken?

Der soziale Kontext erschwere ihnen das, sagen die Experten in Wien. Wenn ein Migrant zum Beispiel in einem halben Jahr seine Lebensgefährtin nachholen will, möchte er ihr diese Möglichkeit nicht nehmen, indem er auspackt. Was für die Kunden zählt ist, dass der Schlepper liefert.

Warum gelingt es nicht, den Schleppern das Handwerk zu legen?

Sie haben viele Unterstützer, die auch ohne große kriminelle Energie innerhalb kurzer Zeit viel Geld verdienen können, so die Experten. Und dabei auch wenig moralische Skrupel haben, weil sie ja offenbar Menschen in Not helfen. Das führt dazu, dass sich viele Leute daran beteiligen. Ohne die vielen würde es gar nicht gehen, urteilen die Wiener Fachleute. Außerdem gelten die Netzwerke als flexibel und damit schwer fassbar.

Sind lokale Mitarbeiter nur austauschbare Rädchen in einer großen Maschinerie?

Sie sind es oft, die den tatsächlichen Grenzübertritt ermöglichen. Hier braucht es Einheimische, die sich in der Gegend auskennen. Wenn es nur die «bösen Ausländer» und ferne Schleuser-Bosse wären, würde das System nicht funktionieren, urteilen Polizeiexperten. Ohne lokales Know-how geht es nicht.

Ist es möglich, illegale Migration völlig zu unterbinden?

Offene, wirtschaftlich vernetzte und rechtsstaatliche Gesellschaften könnten illegale Migration mit Sicherheit reduzieren, aber nicht vollständig stoppen, urteilt Hofmann. Die Bereitschaft, Menschen ernsthaften körperlichen Schaden zuzufügen, sei die einzige Möglichkeit, eine Grenze hundertprozentig dicht zu machen. Das Extrembeispiel dafür sei die frühere deutsch-deutsche Grenze mit ihrem Todesstreifen.

Bringt eine Verschärfung der Grenzkontrollen etwas?

Je mehr und je stärker kontrollierte Grenzen bis zur Zielregion überwunden werden müssen, desto schwieriger, teurer und langwieriger werde die Migrationsbewegung der einzelnen Menschen, so die Wiener Experten. Grenzkontrollen können das Geschäft der Schlepper erschweren, aber auch in eine bestimmte andere Richtung lenken. Und die Preise steigern.

Ist es schwerer oder leichter, die Schlepperei zu bekämpfen als andere Formen der Organisierten Kriminalität?

Schlepperei hat wie jede Form der Kriminalität ihre spezifischen Eigenheiten. Weil bei dem Schleppen anders als etwa im Drogenhandel Menschen bewegt werden, haben es die Behörden nach Einschätzung der ICMPD-Experten grundsätzlich leichter, das Geschäft zu stören: Menschen fallen auf. Sie müssen versorgt werden und sind schwer zu verstecken. Daher hat es immer wieder erfolgreiche Aktionen gegeben, die dazu geführt haben, dass es auf einer bestimmten Route eine zeitlang Schwierigkeiten für Schlepper gab.

Könnten die Sicherheitsbehörden mehr tun, um Schlepper zu bekämpfen?

Es gibt eine Tradition, sich auf das Verhindern der illegalen Einreise zu konzentrieren. Aktionen, die sich gegen die Organisation der Weiterreise in andere Länder richten, sind aufwendig und deutlich seltener. Damit ist der Druck auf jene Schlepper, die im Land agieren, relativ gering. Wenn es mehr länderübergreifende Aktionen gäbe, würde dies das Geschäft vermutlich massiv stören und erschweren, so die Experten in Österreich.

Wie sind Schleppernetzwerke organisiert?

Die Beteiligten, Rollen und Taktiken sind von Region zu Region unterschiedlich. Es gibt eine starke Arbeitsteilung: Jemand ist zuständig fürs Geld, einer ist Fahrer, ein anderer besorgt die Dokumente und wieder einer kontaktiert die Kunden und führt Vertragsverhandlungen. Lokales Wissen und Kontakte sind zentral. Eine wichtige Rolle spielen gleiche Herkunft oder Ethnie und Vertrauen.

Wie fest sind die Strukturen dieser Netzwerke?

Sie sind oft sehr dezentral und beweglich in alle Richtungen, so die Polizeifachleute. Jeder einzelne Player kann theoretisch auch mit jemand anderen kooperieren, wenn es einen Ausfall gibt. Große Einzelbosse mit großen Organisationen gelten eher als Ausnahmen.

Wer hat in Schlepper-Netzwerken das Sagen?

Die zentrale hierarchische Ebene sind jene, die Kontakte über drei oder vier Länder hinweg haben. Das sind oft Einzelpersonen, die vertrauenswürdig sind und zwischen Gruppen vermitteln können. Mitunter haben sie auch Verbindungen zu legalen Geschäftszweigen, wie im Fall eines Teppichhändlers in Deutschland, der entlang der Schmugglerroute überall Kontakte hatte und irgendwann begann, auch Menschen zu schmuggeln.

Welche Details zu den Schlepper-Strukturen sind bekannt?

Der genaue Aufbau ist, wie die deutschen Stellen berichten, je nach Schleusungsroute unterschiedlich. In Afghanistan gibt es demnach Netzwerke, die von der Hauptstadt Kabul aus bis in die Westtürkei reichen - aber nicht bis nach Westeuropa. Die Schleuser würden sich untereinander kennen. Es gebe aber keine Mafia-Strukturen und keine Netzwerke mit großen Köpfen an der Spitze.

In Libyen sind viele Tuareg am Schleusergeschäft beteiligt. Viele der Familien seien sich aber untereinander nicht einig. Einzelne Clans würden sich zum Teil im Streit um Wasser und Landwirtschaft gegenseitig bekämpfen. Innerhalb der Clanstrukturen seien bestimmte Familienzweige etwa bei der Terrormiliz Islamischer Staat dabei. Andere seien für Benzinschmuggel zuständig und wieder andere für Schleusung. Die Strukturen ergänzten sich arbeitsteilig.

Oft sei der am niedrigsten stehende Familienteil für das Schleusen zuständig, heißt es bei den Experten in Deutschland. Der Hintergrund: Mit Rauschgift- oder Waffenschmuggel lasse sich viel mehr Geld verdienen als mit Schleusung. So sei der Waffenschmuggel insgesamt das lukrativste Delikt im Bereich der Organisierten Kriminalität. Die Clans würden diese Geschäftsbereiche nicht mit dem Schleusen von Migranten vermischen - schon wegen der hohen Gefahr der Entdeckung, die mit dem Transport von Menschengruppen verbunden sei.

Wie schnell können sich die Schmugglerrouten ändern?

Im Jahr 2015 kam es innerhalb von vier Wochen zu einem kompletten Routenwechsel vom zentralen Mittelmeer zur Balkanroute. Kein Staat oder keine einzige Mafia-Organisation der Welt könnten das bewerkstelligen, stellen Hofmann und Bilger heraus. Das zeige erneut, dass die irreguläre Migration ein riesiges dezentral organisiertes Netzwerk sei, das aufgrund der Vielzahl der beteiligten Akteure rasch und effektiv auf geänderte Bedingungen reagieren könne.

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Jürgen Nissen, Ermittler der Bundespolizei in Schleuser-Fällen.

Menschenschmuggel ist ein Milliardengeschäft. Allzu oft scheitern Ermittler aber an den Grenzen, die die Schleuser überwinden. Ein Geschichte von Gier, Geld, Gewalt - und Glück.

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