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Verdi-Streik an Flughäfen: Heftige Auswirkungen erwartet

Schon wieder droht Passagieren und Airlines ein Streik mit Hunderten Flugausfällen. Verdi nutzt ihre Präsenz an den Flughäfen, um an einer empfindlichen Stelle Druck für den Öffentlichen Dienst zu machen.
Ein Flugzeug landet am Flughafen in Frankfurt am Main.

Ein Flugzeug landet am Flughafen in Frankfurt am Main.

© Fredrik von Erichsen/Archiv

Frankfurt/Main. Der für Mittwoch angekündigte Verdi-Warnstreik an sechs deutschen Flughäfen droht den Flugverkehr in Deutschland massiv zu beeinträchtigen. "Je nach Ausmaß der Arbeitsniederlegungen kann es zu erheblichen Einschränkungen kommen", erklärte am Montag ein Sprecher des größten deutschen Flughafens in Frankfurt. Ob wegen fehlender Feuerwehrleute einzelne Flughäfen komplett geschlossen werden müssen, stand noch nicht fest.

Man sei derzeit in Gesprächen mit den Fluggesellschaften, wie auf die angekündigten Ausstände reagiert werden könne, sagte der Sprecher der Frankfurter Betreibergesellschaft Fraport. Der Lufthansa liege noch kein konkretes Szenario vor, sagte ein Unternehmenssprecher. Man werde aber die Passagiere so schnell wie möglich informieren.

Vor zwei Jahren waren bei einem ähnlichen Verdi-Warnstreik allein in Frankfurt rund 550 Flüge annulliert worden. In den Streikstunden konnte nur etwa jeder vierte planmäßige Flug stattfinden, weil die Flughafenfeuerwehr nur eine Grundversorgung aufrechterhielt.

Verdi hat im Rahmen der Tarifrunde Öffentlicher Dienst zu Streiks an den Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Hannover aufgerufen. Bestreikt werden sollen ab Beginn der Frühschicht etwa das Check-In, Werkstätten, die Passagierkontrollen sowie Bodenverkehrsdienste wie Vorfeld, Fracht und Gepäck. Im einstmals öffentlich betriebenen Frankfurter Flughafen arbeiten noch rund 10 000 Menschen nach dem Tarifwerk des Öffentlichen Dienstes.

Noch einschneidender sind Arbeitsniederlegungen bei den Flughafenfeuerwehren, die für Frankfurt (ab 08.00 Uhr), München und Köln/Bonn angekündigt sind. Das genaue Ausmaß werde aus streiktaktischen Gründen nicht genannt, sagte der Frankfurter Verdi-Sekretär Uwe Schramm. Ohne Feuerwehr ist ein Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen nicht möglich. In Frankfurt besteht eine Notdienstvereinbarung, die zumindest Notfälle und unabweisbare Landungen ermöglicht. Auch der Brandschutz in den Gebäuden sei gewährleistet, erklärte Verdi.

Der Flughafenverband ADV erneuerte seine scharfe Kritik an der Streiktaktik, mit der Hunderttausende Passagiere in Sippenhaft genommen würden. Verdi versuche ein Höchstmaß an Schaden anzurichten, wenn man während der weltgrößten Industriemesse Deutschland von sämtlichen Interkontinentalflügen abschneide, erklärte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Verdi-Chef Frank Bsirske will am Mittwochmorgen am Flughafen Frankfurt zu den Streikenden sprechen. Die Gewerkschaft erwartet etwa 4000 Teilnehmer am Tor 3. Der Ausstand soll bis 15.00 Uhr dauern. Neben Verdi haben in den vergangenen beiden Jahren die Piloten und die Flugbegleiter der Lufthansa zusammengenommen 14 Mal gestreikt.

dpa


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