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Flüchtlinge

Über 10 000 Menschen in Erstaufnahme: Kraftakt für Helfer

Mit der Zahl der Asylsuchenden, die in Zelten unterkommen müssen, wächst die Kritik an dieser Praxis. Voller werden auch die Überstundenkonten der Mitarbeiter in den Flüchtlingseinrichtungen. Nun drohen weitere Belastungen.
In Hessen wurden zwei neue Zeltstädte für Flüchtlinge errichtet.

In Hessen wurden zwei neue Zeltstädte für Flüchtlinge errichtet.

© B. Roessler/Archiv

Gießen/Wiesbaden. Die Zahlen wurden erwartet, nun ist es offiziell: In Hessens Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge werden erstmals mehr als 10 000 Menschen versorgt. Das zuständige Regierungspräsidium Gießen zählte am Montag insgesamt rund 10 550 Asylsuchende an den verschiedenen Standorten der Einrichtung. Allein von Sonntag auf Montag seien 478 Flüchtlinge angekommen, berichtete eine Behördensprecherin. Angesichts der Zahlen prüfe man in ganz Hessen weitere Unterkünfte, hieß es erneut aus dem Sozialministerium.

Zudem will das Land die Einrichtung von Flüchtlingsheimen in Gewerbegebieten erleichtern. Die Bauaufsichtsbehörden wurden angewiesen, auf eine Befristung zu verzichten, teilte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in Wiesbaden mit. Der Bundestag hatte im November 2014 durch eine Änderung des Baugesetzbuchs Flüchtlingsunterkünfte in Gewerbegebieten grundsätzlich erlaubt. Da diese Regelung 2019 ausläuft, hatten die Baubehörden aber nur befristete Genehmigungen erteilt. Der Erlass solle dazu beitragen, die hohe Zahl von Flüchtlingen "angemessen in Gebäuden" unterzubringen, erklärte Al-Wazir.

Die Kritik wächst gerade an den Zeltcamps, die es seit dem vergangenen Wochenende in sieben Städten gibt, um alle neuen Flüchtlinge unterzubringen. Derzeit werde nur für das Allernötigste gesorgt, kritisierte etwa Robert Seither, Ehrenamtskoordinator beim evangelischen Dekanat in Gießen. "Die individuellen Bedürfnisse der Menschen werden praktisch nicht berücksichtigt." Die Opposition im Landtag fordert, man müsse weg von den Massenunterkünften, die nur Konflikte begünstigten.

Nach Angaben des Regierungspräsidiums stimmt sich die Erstaufnahme unter anderem eng mit der Polizei und Sicherheitsdiensten ab. "Dies führt auch dazu, dass potenzielle Konflikte frühzeitig erkannt und entschärft werden können." Die Polizei wird allerdings immer wieder zu Auseinandersetzungen und Einsätzen gerufen, gerade in die größte Unterkunft der hessischen Erstaufnahme am Stadtrand von Gießen.

Die personelle Belastung der Gießener Polizei sei in den vergangenen Monaten gestiegen, berichtete ein Sprecher. "Es ist eine normale Entwicklung, dass dort, wo sich sehr viele Menschen auf begrenztem Raum aufhalten, mehr passiert." Reagiert habe man unter anderem mit einer mobilen Wache. Zudem gebe es weitere Kräfte zur Unterstützung, etwa seitens der Kriminal-, Schutz- oder Bereitschaftspolizei.

Die volle Belegung bedeutet auch einen Kraftakt für die Mitarbeiter der Erstaufnahme. Es gebe zwar mehr Personal, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Peter Wadakur. Doch sei die Belastung der Beschäftigten groß. "Sie versuchen nach wie vor ihr Bestes, aber sie müssen viele Überstunden machen." Nun gebe es Überlegungen zu regelmäßigen Wochenenddiensten. Man könne sich dagegen möglicherweise nicht ganz verschließen, räumte er ein. Wenn es dazu komme, dürfe das aber nur vorübergehend sein, und es brauche Ausgleichsregelungen.

Trotz der Probleme: Aus Sicht von Eugen Deterding, Referent für Flucht und Asyl bei der Diakonie Hessen, "sind wir noch nicht am Ende unserer Aufnahmekraft". Er gab zu bedenken, dass in anderen Ländern - im Libanon etwa - ein Vielfaches an Flüchtlingen lebten.

dpa


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