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Energie

Theoretisch bis zu 600 Windräder in Rhein-Main möglich

Windräder sollen sich im Rhein-Main-Gebiet vor allem im Taunus und der Wetterau drehen. Flächenmäßig liegen die Planungen weit hinter dem Rest von Hessen. Außerdem könnte noch die Deutsche Flugsicherung erheblich dazwischenfunken.
Drei Windräder in der Abendsonne.

Drei Windräder in der Abendsonne.

© Patrick Pleul/Archiv

Frankfurt/Main. Fast 3000 Einwände und Anregungen wurden in den vergangenen 30 Monaten geprüft. Jetzt ist es amtlich: Im Rhein-Main-Gebiet - ohne den Raum Wiesbaden und Darmstadt - könnten rein rechnerisch auf gut 2000 Hektar bis zu 600 Windräder gebaut werden. Dies sieht der am Donnerstag vorgelegte Entwurf des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main vor.

Insgesamt sind darin 29 Vorrangflächen für die Windkraft ausgewiesen, 13 davon im Hochtaunus und zehn in der Wetterau. Dort wurde wegen der Kritik von Vogelschützern ein Gebiet mit nistenden Rotmilanen bei Butzbach gekippt. Der Bürgerprotest hat außerdem die klassische Sicht auf die Burg Münzenberg gerettet. Die Windräder sind nun hinter die erste Hügelkette verbannt worden - in gut drei Kilometern Entfernung von der Burg statt einem Kilometer. Die Rotoren bleiben aber sichtbar.

Der Entwurf verhindere eine "Verspargelung" der Landschaft, sagte der Erste Beigeordnete des Verbands, Thomas Horn (CDU). Im Vergleich zu den bereits Ende 2013 vorgelegten Vorplanungen sind mit Rücksicht auf Naturschutz und Landschaftsbild rund 500 Hektar weggefallen. Mehr als genauso viel sind jedoch hinzugekommen, weil gefährdete Vogelarten genauer lokalisiert werden konnten.

Allein 50 000 Hektar hat der Verband im dicht besiedelten Raum wegen des Flughafens oder Verkehrsstrecken zur Tabuzone für die Windkraft erklärt. Insgesamt bleibt der Entwurf mit einer ausgewiesenen Gesamtfläche von 0,8 Prozent für die Windkraft aber deutlich unter den Vorgaben der schwarz-grünen Landesregierung.

Hessen will auf rund zwei Prozent seiner Fläche Windräder bauen, mit einem Mindestabstand von 1000 Metern zu Siedlungen. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 Strom und Wärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Den Löwenanteil soll die Windkraft liefern.

Dies müssen die Regionen nun planerisch umsetzen. Im weit weniger dicht besiedelten Nord- und Mittelhessen ist man da Rhein-Main voraus: Dort sehen die Entwürfe nach den Zahlen des Wirtschaftsministeriums 2,2 beziehungsweise 2,3 Prozent der Gesamtfläche für Windräder vor. Südhessen liegt bei 1,7 Prozent - der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main ist als Teil davon für 75 Kommunen mit mehr als zwei Millionen Einwohnern zuständig.

Doch dass in der Rhein-Main-Region auf allen jetzt ausgewiesenen Flächen Windräder gebaut werden, ist kaum anzunehmen. Für realistisch hält der Regionalverband etwa 200 Anlagen. Vor allem die Deutsche Flugsicherung (DFS) kann noch erheblich dazwischenfunken. Denn fast die Hälfte der ausgewiesenen 2040 Hektar liegt in einem 15-Kilometer-Radius um Funkfeueranlagen. Für diesen Umkreis hat die DFS grundsätzlich Vorbehalte gegen Windräder angemeldet.

Hinzu kommen politische und wirtschaftliche Unwägbarkeiten. Erst am Mittwoch hat ein Bund-Länder-Gipfel in Berlin im Grundsatz beschlossen, den Ausbau der Windkraft an Land zu drosseln. Die Ökoenergie soll damit nicht mehr so stark über den Strompreis subventioniert werden. Für die ehrgeizigen Ausbauziele der Windkraft in Hessen könnte dies erhebliche Auswirkungen haben.

Hessens grüner Energieminister Tarek Al-Wazir bleibt dennoch optimistisch. Das angestrebte Flächenziel von zwei Prozent für die Windenergie in Hessen bezeichnete er am Donnerstag in einer Stellungnahme als "sportlich, aber nicht unerreichbar". Dagegen forderte die FDP-Opposition im Landtag erneut den Stopp der Windkraft. Die Rhein-Main-Region sei für Windräder ungeeignet. Die Liberalen sind derzeit die einzige Partei im Parlament, die offen gegen das Zwei-Prozent-Ziel mobilisiert.

dpa


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