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Tauber-Auftritt bei CDU-Kreisparteitag: Erklärung erwartet

Eigentlich geht es nur um Kommunalpolitik. Die CDU will eine Kandidatin für eine Landratswahl in Hessen küren. Durch die Teilnahme des CDU-Generalsekretärs bekommt das Politiker-Treffen Brisanz. Denn Peter Tauber sieht sich immer neuen Mobbing-Vorwürfen ausgesetzt.
Peter Tauber (CDU).

Peter Tauber (CDU).

© Gregor Fischer/Archiv

Gründau. Die Affäre um Mobbing-Vorwürfe gegen CDU-Generalsekretär Peter Tauber weitet sich aus und überlagert den Kreisparteitag der CDU Main-Kinzig. Eigentlich hat die Veranstaltung am Freitagabend rein kommunalpolitische Bedeutung. Die Kandidatin für die Landratswahl 2017 im Main-Kinzig-Kreis soll gekürt werden. Durch die zugesagte Teilnahme des Generalsekretärs - er ist Mitglied im Kreisvorstand - wird das Treffen in einer Mehrzweckhalle in Bruchköbel Nahe Frankfurt brisant und findet bundesweite Beachtung. Der CDU-Kreis sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass Tauber ein Wort an die Verbandsmitglieder richten werde.

Gegen Tauber wurden Mobbing-Vorwürfe erhoben im Zusammenhang mit seiner Zeit als Kreisvorsitzender. Bekannt ist: In seiner Amtszeit kursierte vor einigen Jahren ein Papier mit Methoden, um die damalige CDU-Geschäftsführerin Anne Höhne-Weigl aus dem Amt zu drängen. Tauber bestreitet, es mitverfasst zu haben, sagte der Deutschen Presse-Agentur aber, es sei ein Fehler gewesen, es gekannt und nichts dagegen unternommen zu haben.

Höhne-Weigl sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag), Tauber habe "das Programm in seiner Zeit als Vorsitzender selbst umgesetzt und mich gemobbt". Und: Ein Mitarbeiter Taubers habe "dienstliche und private Telefongespräche von mir mitgehört" und den Inhalt anschließend an Tauber berichtet. Mitarbeiter der Kreistagsfraktion hätten für Tauber festgehalten, "ob ich lächle, wie ich telefoniere (in welchem Ton), ob ich die Rollos der Fenster auch schließe", behauptete sie in der Zeitung.

Höhne-Weigl war von 1999 bis 2014 Geschäftsführerin, Tauber von 2011 bis 2014 Kreisvorsitzender. Taubers Vorgänger als Kreisvorsitzender, Tom Zeller, gestand dem Blatt nach dessen Angaben seine Verantwortung für das Mobbingpapier ein, sagte aber, Tauber sei "an den Überlegungen beteiligt" gewesen.

Die CDU-Zentrale in Berlin wollte zu den neuen Vorwürfen keine Stellungnahme abgeben. Der Kreisverbandsvorsitzende Johannes Heger sprach in einer Mitteilung vom späten Mittwochabend von "persönlichen und destruktiven Angriffen", Er habe "nicht den geringsten Zweifel an der persönlichen Integrität" Taubers. Für weitere Fragen war Heger nicht zu erreichen. Von Tauber werden somit am Freitag Antworten beim Auftritt vor seinem Kreisverband erwartet.

Grünen-Chefin Simone Peter beklagte den Umgang der CDU mit den Mobbing-Vorwürfen. Bisher höre sie "vor allem Dementis, Verteidigungen und Diskreditierungen, wenig Problembewusstsein oder Konsequenzen", sagte sie der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstag).

Auch die hessische SPD kritisierte die Reaktionen der CDU. Generalsekretärin Nancy Faeser sagte, die Union sei weit von der Beantwortung aller Fragen entfernt. Sie forderte lückenlose Aufklärung und sprach von systematischen, detailliert geplanten Mobbing in der CDU Main-Kinzig. Tauber agiere wenig glaubhaft.

Neben dem angeblichen Mobbing sah sich der CDU-Generalsekretär zuletzt auch Sexismusvorwürfen ausgesetzt. Ihm wird unter anderem vorgehalten, in einem Mail-Wechsel nicht protestiert zu haben, als ihm eine Kandidatin als "optische Bereicherung" angekündigt worden war.

Im Mittelpunkt des Kreisparteitags sollte laut Plan eigentlich Srita Heide (48) stehen. Die in Indien geborene Kreispolitikerin will sich zur Kandidatin der CDU für die Landratswahl 2017 küren lassen. Weitere Kandidaten aus CDU-Reihen sind nicht bekannt. Dass ihre Wahl in den Hintergrund rückt, glaubt sie nicht: "Die Leute kommen wegen der Frage der Nominierung." Sie denke nicht, dass die Teilnehmer lang und breit ein anderes Thema diskutierten wollten.

Die SPD will parallel am Freitagabend in Rodenbach bei einer Mitgliederversammlung des Unterbezirks Main-Kinzig Thorsten Stolz (36), Bürgermeister von Gelnhausen, zum Kandidaten für die Landratswahl wählen. Er soll dann 2017 das Erbe des bisherigen Amtsinhabers, Erich Pipa (SPD), antreten.

dpa


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