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Innere Sicherheit

Studie: Syrien-Reisende radikalisieren sich früher

Rund 740 Islamisten aus Deutschland haben sich Richtung Syrien und Irak aufgemacht. Ihr Ziel laut Verfassungsschutz: die Kampfhandlungen des IS und anderer terroristischer Gruppen zu unterstützen. Fachleute haben Radikalisierungsverläufe analysiert.
Ein Mann aus dem Umfeld einer Koran-Verteilaktion verdeckt sein Gesicht.

Ein Mann aus dem Umfeld einer Koran-Verteilaktion verdeckt sein Gesicht.

© Boris Roessler/Archiv

Wiesbaden. Islamistisch motivierte Syrien-Reisende radikalisieren sich einer Studie zufolge schneller und früher. Der Anteil von Frauen ist gestiegen. Der Zenit dschihadistisch motivierter Reisen nach Syrien und den Irak scheine insgesamt jedoch überschritten, heißt es in der Analyse von Bundeskriminalamt, Bundesamt für Verfassungsschutz und hessischem Kompetenzzentrum gegen Extremismus. Es gebe deshalb aber "keine Entwarnung bei salafistischer Radikalisierung", sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag in Wiesbaden zu dem Bericht.

Das Durchschnittsalter der zwischen Juli 2014 und Juni 2015 Ausgereisten betrug 23,7 Jahre. Die vor Juli 2014 Ausgereisten waren im Schnitt noch 26,5 Jahre alt. Der Anteil der Frauen an den Ausgereisten habe vor Juli 2014 rund 11 Prozent betragen, danach 38 Prozent.

Die "Analyse der Radikalisierungshintergründe und -verläufe der Personen, die aus islamistischer Motivation aus Deutschland in Richtung Syrien oder Irak ausgereist sind" schreibt im Auftrag der Innenministerkonferenz einen Bericht von 2014 fort. Sie stützt sich auf die Radikalisierungsprozesse von 677 Menschen in Deutschland, die nach Syrien und den Irak ausgereist sind, oder dies versucht haben.

Der Anteil derer, die sich innerhalb eines Jahres radikalisiert haben, ist danach von 42 Prozent (Juni 2014) auf 60 Prozent (Juni 2015) gestiegen. Der Radikalisierungsprozess finde offenbar auch stärker im Verborgenen statt. Das Internet habe bei den Einflussfaktoren an Bedeutung gewonnen (von 38 auf 55 Prozent).

Die Sicherheitsbehörden rechnen nach wie vor die meisten Ausgereisten den Salafisten zu. Allerdings habe dieser Anteil im Vergleichszeitraum von 98 auf 91 Prozent leicht abgenommen, heißt es in dem Bericht. Vor allem der Kreis derer, die sich aktiv in der salfistischen Szene engagiert haben, sei zurückgegangen (von 76 auf 57 Prozent).

Es gebe keine Hinweise, dass sich eher sogenannte Bildungsverlierer von den radikalen islamistischen Ideen angesprochen fühlten. Die Radikalisierungshintergründe seien sehr unterschiedlich. "Eine Universalstrategie drängt sich nicht auf", heißt es in dem Bericht.

"Wir nehmen die Gefährdung durch den islamistischen Extremismus und Terrorismus sehr ernst", sagte Beuth. Die Analyse diene dem Ausbau der Präventionsarbeit. So solle es künftig mehr Präventions- und Interventionsangebote für radikalisierte Frauen geben. Zudem solle der salafistischen und islamistischen Propaganda im Internet stärker begegnet werden. "Wir überlassen das Feld nicht den Angehörigen der salafistischen Szene, die mit ihren Ansichten und ihrem Verhalten auch dem öffentlichen Bild des Islam in Deutschland schaden." Hessen hat 2014 als erstes Bundesland ein landesweites Präventionsnetzwerk gegen Salafismus eingerichtet.

dpa


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