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Energie

SPD: Koalition ohne Strategie vor Energiegipfel

Mit dem Energiegipfel steht das nächste Spitzentreffen mit Experten und den politischen Entscheidungsträgern in Hessen an. Die SPD-Opposition bringt sich bereits in Stellung.

Wiesbaden. Wenige Tage vor dem zweiten hessischen Energiegipfel hat die SPD der schwarz-grünen Koalition eine konkrete Strategie für die Energiewende im Land abgesprochen. Er habe große Befürchtungen, dass selbst die wenig ambitionierten Ziele nicht erreicht werden, sagte SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel am Mittwoch in Wiesbaden. Unterstützung erhielt der Sozialdemokrat von der Energieexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): Das große Potenzial für eine Energiewende werde nicht genutzt. Hessen rangiere im Bundesranking lediglich im unteren Drittel.

Bei den Genehmigungen für einen Ausbau der Windenergie hinke Hessen den eigenen Zielen klar hinterher, begründete Kemfert, die dem Schattenkabinett von Schäfer-Gümbel im Landtagswahlkampf 2013 angehörte, ihre Einschätzung. Das Land bleibe hinter den Erwartungen deutlich zurück. Hessen hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 bei Stromversorgung und Wärmeerzeugung nur noch erneuerbare Energien zu nutzen. Hauptenergieträger soll die Windkraft sein. Rund zwei Prozent der Landesfläche sind für Windräder ausgewiesen.

Die SPD werde trotz der Kritik am Energiegipfel am 11. November teilnehmen, sagte Schäfer-Gümbel zu. "Es muss aber mehr herauskommen als ein neues Logo." Sollten keine konkreten Maßnahmen angegangen werden, könne man sich solche Runden auch sparen. Keinesfalls dürften die Beschlüsse hinter die Abmachungen des letzten Energiegipfels aus dem Jahr 2011 zurückfallen.

Nach Einschätzung der Energieexpertin Kemfert muss bei der Energiewende generell viel mehr Gewicht auf dezentrale Lösungen und intelligente Verteilernetze vor Ort gelegt werden. Dann würde sich auch die Debatte um Stromautobahnen wie Suedlink relativieren. Derzeit gebe es riesige Überkapazitäten auf dem deutschen Strommarkt. Deshalb sei es wichtig, alte Kraftwerke vom Netz zu nehmen. Würde auf Kohle verzichtet, wären aus Sicht der DIW-Expertin auch die großen Stromautobahnen überflüssig.

dpa


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