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Museen

Politiker befürworten Hessenpark-Initiative für Flüchtlinge

Seit fünf Monaten können sich Flüchtlinge kostenlos den Hessenpark angucken. Plötzlich hagelt es Beschimpfungen. Die Politik stellt sich hinter das Freilichtmuseum. Wie gehen andere Museen mit Asylbewerbern um?
Klassische Fachwerkhäuser im Hessenpark in Neu-Anspach.

Klassische Fachwerkhäuser im Hessenpark in Neu-Anspach.

© Christoph Schmidt/Archiv

Neu-Anspach. Trotz massiver Anfeindungen gegen den Hessenpark unterstützen alle Fraktionen im hessischen Landtag die Entscheidung des Freilichtmuseums, Flüchtlingen freien Eintritt zu gewähren. "Es ist ein Beitrag zur Integration", sagte Aufsichtsratschefin und Finanzstaatssekretärin Bernadette Weyland (CDU) am Samstag in dem Museum in NEU-ANSPACH im Hochtaunuskreis. Auch Vertreter von SPD, Grünen, FDP und Linken waren gekommen, um Flagge gegen die Anfeindungen zu zeigen, mit denen die Mitarbeiter des Hessenparks seit vergangenem Sonntag zu kämpfen haben. Die Regelung, begleiteten Flüchtlingsgruppen kostenfreien Eintritt zu gewähren, gibt es allerdings schon seit fünf Monaten.

Im Internet wurde unter anderem mit dem Kommentar "Diskriminierung gegen uns Deutsche" ein Foto der Preisliste des Hessenparks veröffentlicht und zu Kommentaren aufgefordert. "Wir haben auch sehr heftige Mails und Beschimpfungen am Telefon erhalten", sagte eine Mitarbeiterin des Freilichtmuseums. Die schlimmsten Kommentare seien an die Polizei weitergeleitet worden. Diese ermittle wegen mutmaßlicher Beleidigung und Volksverhetzung. Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel betonte laut Mitteilung: "Die Verbreitung von Hetze, Drohungen und Beleidigungen in übelster Form sind nicht zu tolerieren."

Nach Worten der Museumsmitarbeiterin gab es zugleich viele positive Zuschriften. Darin sei der Hessenpark bestärkt worden, sich nicht einschüchtern zu lassen. Außerdem hätten viele angekündigt, das Museum zu besuchen, ihm Geld zu spenden oder seinem Förderkreis beizutreten.

Insgesamt hätten bislang 244 Flüchtlinge das Gratisangebot des Hessenparks angenommen. Im vergangenen Jahr hatte das große Freilichtmuseum, in dem mehr als 100 historische Gebäude aus Hessen besichtigt werden können, 215 500 Besucher gezählt.

Flüchtlinge können auch viele andere Museen in Hessen kostenlos besuchen. Beschwerden darüber gibt es bislang kaum. Ein Shitstorm im Internet wie gegen das Freilichtmuseum ist bisher bei diesem Thema in Hessen einzigartig, wie eine landesweite dpa-Umfrage ergab.

In FRANKFURT haben Flüchtlinge beispielsweise im Filmmuseum und im Senckenberg-Naturmuseum freien Eintritt. Auf das Angebot habe es überhaupt keine Reaktionen gegeben - weder positive noch negative, sagte die Sprecherin des Filmmuseums, Frauke Haß.

Das im September 2015 eingeführte Angebot des Senckenberg-Naturmuseums - freier Eintritt für Flüchtlinge und ihre Begleiter - hätten bislang fast 1000 Menschen genutzt, teilte Senckenberg-Sprecherin Judith Jördens mit. Es habe vereinzelt kritische Stimmen gegeben, einige hätten nach Vergünstigungen für andere Gruppen gefragt. Reduzierte Eintrittspreise gebe es beispielsweise für Rentner, Behinderte oder Einkommensschwache.

Die Stadt HANAU gewährt Flüchtlingen und ihren Begleitern in einigen Museen kostenlosen Eintritt, so etwa im Schloss Philippsruhe, im Museum Schloss Steinheim und im Museum Großauheim. "Die Flüchtlinge können sich dadurch mit der deutschen Kultur vertraut machen. Die Museumsbesuche bereichern hoffentlich auch ihren Alltag", sagte Stadtsprecherin Ute Wolf. 60 Flüchtlinge hätten den Gratisbesuch bereits genutzt. Negative Rückmeldungen von Besuchern, die Tickets kaufen müssen, seien nicht bekannt.

Das Deutsche Goldschmiedehaus in HANAU biete Flüchtlingen ebenfalls freien Eintritt. Im Wildpark Alte Fasanerie gelte dies für Kinder bis einschließlich 14 Jahre sowie für zwei Begleiter.

Im Vonderau Museum in FULDA gibt es zwar keine feste Regelung. Museumsleiter Gregor Stasch zeigt sich aber großzügig: "Wenn zu mir Flüchtlinge kämen und ins Museum wollten, würde ich sie umsonst reinlassen." Aber der Bedarf nach einer Regelung dieser Frage bestehe nicht. Es kämen nur wenige Flüchtlinge in das nach dem Heimatforscher Joseph Vonderau benannte Museum. In dem Museum im Herzen der Innenstadt geht es unter anderem um Kulturgeschichte und Naturkunde.

Das Sepulkralmuseum in KASSEL bietet für alle am ersten Mittwoch im Monat von 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr freien Eintritt inklusive Führung. Zu den anderen Öffnungszeiten seien die Eintrittspreise für Flüchtlinge, Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose ermäßigt, sagte eine Sprecherin.

Die Kunsthalle Fridericianum arbeitet nach eigenen Angaben mit Flüchtlingsunterkünften zusammen. Erst vor kurzem sei ein Besuch im Fridericianum organisiert worden, sagte eine Sprecherin. "Wir streben Kooperationen an, um allen einen Zugang zu ermöglichen."

Das Museum WIESBADEN gewährt Flüchtlingen, die sich ausweisen können, kostenlosen Eintritt. Die Regelung gilt seit Herbst 2015. Die Nachfrage sei aber nicht sehr groß, sagte eine Sprecherin in der hessischen Landeshauptstadt. Bislang seien drei bis vier kleine Gruppen in das Museum gekommen. "Es gibt keine Probleme, dass wir überrannt werden." Das Haus ist eines der drei staatlichen Museen des Landes Hessen.

Im Landesmuseum DARMSTADT haben Flüchtlinge auch freien Eintritt, so lange sie nicht anerkannt sind. Sie müssten sich aber als Flüchtlinge ausweisen, sagte Klaus Pohl vom Museum. Die Regelung des freien Eintritts gebe es seit September vergangenen Jahres. Beschwerden habe es keine gegeben. Für anerkannte Asylbewerber gelte wie für Sozialhilfeempfänger ein Eintritt von vier Euro, wenn eine Teilhabecard vorgelegt wird.

In GIESSEN zahlen Flüchtlinge für den Eintritt ins Mathe-Mitmachmuseum 2,50 Euro, die anderen ermäßigten Karten kosten das Doppelte. Probleme gebe es deshalb nicht, heißt es im Museum.

dpa


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