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Nordhessen Protesthochburg - Verdi-Chef droht mit Arbeitskampf

Verdi-Chef Frank Bsirske hat im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Sollte es bei den Verhandlungen nicht zu einer Einigung kommen, drohe ein Arbeitskampf mit hoher Beteiligung, sagte der Gewerkschafter am Mittwoch auf einer Kundgebung vor rund 5500 Teilnehmern in Kassel.
Es könnte zu streikbedingtem Chaos kommen.

Es könnte zu streikbedingtem Chaos kommen.

© Holger Hollemann/Symbol

Kassel/Wiesbaden. Ziel bleibe aber eine Einigung in der nächsten Gesprächsrunde.

Die hohe Beteiligung an den Protesten sei ein starkes Signal und eine klare Botschaft an die Arbeitgeber, betonte Bsirske. Die Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst sollten ihren Anteil haben am Wirtschaftsaufschwung in Deutschland.

Die Gewerkschaften fordern für die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen eine Erhöhung der Gehälter um einen Sockelbetrag von 100 Euro und um weitere 3,5 Prozent. Die dritte Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst ist für kommenden Montag (31. März) geplant.

In Hessen haben die Warnstreiks im öffentlichen Dienst am Mittwoch vor allem den Norden und Osten des Landes getroffen. Betroffen waren nach Angaben einer Verdi-Sprecherin neben dem öffentlichen Personennahverkehr auch Kindertagesstätten, Krankenhäuser und die städtische Verwaltung. Neben Kassel als Hochburg der Protesten gab es auch in Fulda, Bebra und der Kreis Hersfeld-Rotenburg umfassende Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Dienst. Im Rest des Landes standen laut Verdi Busse und Bahnen still.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände kritisierte die anhaltenden Proteste. "Die Warnstreiks bringen uns in den Verhandlungen nicht weiter", sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann in Frankfurt. "Wir fordern die Gewerkschaft dazu auf, ihre Energie auf die Verhandlungen zu lenken."

In Kassel wurde der öffentliche Nahverkehr am Mittwoch laut Verdi zu 95 Prozent lahmgelegt, Busse und Straßenbahnen der Verkehrsgesellschaft KVG blieben in den Depots. "Alles was blau ist, fährt nicht", sagte ein Gewerkschaftssprecher mit Bezug auf die blauen Fahrzeuge der KVG. Die privaten Regiotrams mussten an der Stadtgrenze stoppen, "die lassen wir nicht ins innerstädtische Netz rein."

Auch in der Landeshauptstadt Wiesbaden war der Busverkehr nahezu zum Erliegen gekommen. "Wir und vor allem die Fahrgäste freuen uns darauf, dass es morgen wieder losgeht", sagte eine Sprecherin. Ab Betriebsbeginn 4.00 Uhr sollen am Donnerstag die Busse in Wiesbaden wieder rollen.

dpa


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